Der Frühling zieht ein – 5 Buchtipps

Draußen fängt es jetzt so langsam an zu blühen. Wer einen Garten, oder wie ich neuerdings einen Balkon hat, der kommt vielleicht schon in den Genuss draußen zu lesen. In den letzten Tagen konnte ich das schon das eine oder andere Mal testen und ich fand es wirklich herrlich. Heute möchte ich euch fünf Bücher vorstellen, bei denen schon das Cover anfängt zu blühen. Ich glaube bei der Auswahl ist für jeden ein bisschen was dabei.

Cath Crowley – Das tiefe blau der Worte

Unscheinbar, aber wunderschön. Ich liebe das Cover dieses Jugendromans und habe sofort Lust darin zu versinken. Die Geschichte, die hier erzählt wird ist gleichermaßen schön wie tragisch. Henry und Rachel waren beste Freunde. Doch Rachels Familie zog weg, dann kam ihr jüngerer Bruder ums Leben und sie kehrt in die Heimatsstadt zurück, muss zurück ins Leben finden, aber es ist nicht einfach an eine alte Freundschaft anzuknüpfen.
Henrys Familie besitzt einen wunderbaren kleinen Buchladen, der jetzt allerdings bedroht ist und damit auch die kleine Briefe Bibliothek. Im hinteren Teil der Buchhandlung werden in den Büchern immer kleine Briefe und Botschaften versteckt. So entstanden teilweise sehr lange Brieffreundschaften. Auch Rachel hatte Henry zum Abschied einen Brief hinterlassen, doch den scheint er nicht bekommen zu haben.
Crowley beschreibt zart und einfühlsam wie Rachel sich zurück ins Leben kämpft. Ich habe dieses Buch geliebt.

Judith Winter – Siebenschön

Schon ein paar Tage älter ist Siebenschön ein ganz großartiger Reihenauftakt eines Ermittlerteams in Frankfurt. Emilia Capelli und Mai Zhou sind beide nicht sehr begeistert darüber miteinander arbeiten zu müssen. Doch bei beiden ergänzen sich großartig und verständigen sich auf unheimliche Weise fast ohne Worte. Die beiden sehr jungen Ermittlerinnen werden in ihrem ersten gemeinsamen Fall direkt mit einer bizarr in einer Kühltruhe inszenierten Leiche konfrontiert. Die Frau wurde in der Mitte durchgesägt. Mir hat das ungewöhnliche Duo und der durchaus sehr blutige Fall sehr gut gefallen. Im Übrigen kann ich die weiteren Bände der Reihe ebenfalls nur empfehlen. Der neuste Band fehlt mir allerdings noch.

Laetitia Colombani – Der Zopf

Gerade ziemlich frisch im Taschenbuch erschienen ist es ein großartiger Schmöker, der drei Frauenschicksale auf drei Kontinenten miteinander verbindet. Smita lebt in Indien und gehört der untersten Kaste an. Sie erkämpft sich ein Recht auf Bildung für ihre Tochter und stößt dabei aber auf harte Widerstände. Giulias Familie betreibt in Italien eine Perückenfabrik, doch dann erkrankt ihr Vater, der Patriarch und Giulia muss das Ruder rumreißen, wenn sie das Familienerbe retten möchte.
Auf der anderen Seite des Globus in Kanada ist Sarah eine sehr erfolgreiche Anwältin und alleinerziehende Mutter, doch das Leben spielt auch ihr Übel mit und sie kämpft um ihre Existenz und um ihre Gesundheit.
Colombani schafft es meisterhaft die drei Schicksale metaphorisch zu einem Zopf zu flechten. Alle drei Frauen haben Ziele, die schwer zu erreichen scheinen und müssen etwas dafür opfern. Durch die abwechselnden Perspektiven wollte ich immer am Ball bleiben und wissen, wie es sein Ende nimmt.

Anna McPartlin – Die letzten Tage von Rabbit Hayes

Die Geschichte von Rabbit Hayes ist eine die berührt und mitreißt. Man begleitet sämtliche ihrer Familienmitglieder auf dem Weg loszulassen und erfährt in Rückblenden viele wichtige Episoden aus ihren Leben mit Rabbit kennen, kommt damit ihr und ihrer Familie so unglaublich nahe. Und ihr plötzlicher Tod, von dem man am Anfang des Buches ja ausgehen konnte, reißt einen so aus dem Geschehen, den Erzählungen heraus, wie es eben auch einen krebskranken Menschen aus dem Leben reißt.
Genau das war es war Die letzten Tage von Rabbit Hayes für mich zu etwas besonderem gemacht haben. Das Unmittelbare und die Tatsache, dass man bei all den Erinnerungen und Szenen den Schwerpunkt zwar immer auf Rabbits Geschichte hatte, aber eben auch die gesamte Familie kennenlernen durfte.
(Das Buch habe ich zu seinem Erscheinen 2015 als Leseexemplar erhalten)

Laura Kneidl –  Someone New

Auf den Inhalt des Buches möchte ich gar nicht so groß eingehen. Wer sich für Someone New interessiert, der dürfte den Klappentext kennen und vielleicht auch schon ein paar Rezensionen gelesen haben. Ich glaube das neue Buch von Laura Kneidl ist alles andere als perfekt. Es hat Ecken und Kanten und bietet vor allem aber auch Zündstoff für Diskussionen. Die Autorin hat beim Schreiben des Romans mit mehreren Sensitiv Readern gearbeitet. Trotzdem ist es nicht perfekt. Ich halte es aber schon irgendwie für eine Art Meilenstein im Bereich New Adult und diverser Literatur. Own Voices Romane sind wichtig und vielleicht leistet Someone New den Beitrag, den es braucht um diesen Autoren auch in großen Verlagsgruppen die Türen zu öffnen. Ich habe das Buch, wie viele andere der Autorin, sehr gerne gelesen und empfehle es deswegen auch sehr gerne weiter.

 

Kennt ihr schon eines der Bücher, oder habt ihr andere Empfehlungen mit blühenden Covern für mich?
Liebe Grüße
Chrissi

 

Kommentar

  1. Das Tiefe Blau der Worte fand ich auch wundervoll. Das war wirklich ein berührendes Buch und sehr toll geschrieben.
    Die letzten Tage von Rabbit Hayes hatte ich immer mal in der Hand und dann doch nicht gekauft. Vielleicht kommt es dann demnächst in den SUB.
    Someone New hatte ich auch schon in der Hand. Sag mal enthält es eigentlich irgendwelche Zeichnungen? Hatte glaube ich bei Insta Bilder aus dem Buch gesehen…oder gibt gar unterschiedliche Ausgaben?
    Liebe Grüße
    Sandra

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.