Rezension

Laura Miller (Hrsg.) – Wonderlands

Das Buch wurde mir von der Agentur Literaturtest als Leseexemplar zur Verfügung gestellt. Die Rezension beinhaltet ausschließlich meine persönliche Meinung. Für den Beitrag habe ich kein Geld erhalten.
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In fantastische Welten tauchen wir alle gerne ab. In den letzten Jahren immer populärer reisten aber auch schon vergangene Generationen in die unterschiedlichsten Wonderlands. Mit diese Buch legt Herausgeberin Laura Miller ein sehr umfangreiches Nachschlagewerk für Literaturliebhaber vor, welches uns einen groben Überblick gibt, was wir zwischen zwei Buchdeckeln noch alles entdecken können.

Das Buch teilt sich chronologisch in fünf Epochen:
1. Alte Mythen und Legende (Literatur bis 1700)
zb. Gilgamesch-Epos, König Arthur von Thomas Malory, Utopia von Thomas Morus
2. Wissenschaft und Romantik ( Literatur von 1701 bis 1900)
zb. Alice im Wunderland von Lewis Caroll, Nibelungen von Richard Wagner, Die Zeitmaschiene von H.G. Wells
3. Das goldene Zeitalter der Fantasy ( Literatur 1901 -1945)
zb. Peter Pan von J.M.Berrie, Schöne neue Welt von Aldous Huxley, Der kleine Prinz von Antoine de Saint-Exupéry
4. Neue Weltordnung ( Literatur von 1946 – 1980)
zb. Die Chroniken von Narnia von C.S. Lewis, Per Anhalter durch die Galaxis von Douglas Adams, Hundert Jahre Einsamkeit von Gabriel García Márquez
5. Computerzeitalter ( Literatur von 1981 – heute)
zb. Scheibenwelt von Terry Pratchett, Der Report der Magd von Margret Atwood, Der Wolkenatlas von David Mitchell

Mir persönlich hat die Auswahl der im Buch abgebildeten Bücher gefallen. Es war eine sehr bunte Mischung. Auch hinsichtlich der in den letzten Jahren erschienen Werke fand ich nicht, dass etwas Besonderes gefehlt hat. Die Essays waren chronologisch sortiert, so bekam man ein gutes Gefühl für die Entwicklung. Außerdem fand ich es spannend zu erfahren, wie alt manche Bücher tatsächlich schon waren, wie jung andere. Die Kategorien haben mir allerdings nicht so gut gefallen. Gefühlt würde ich sagen, dass Das goldene Zeitalter der Fantasy erst vor einigen Jahren begann. Gerade Abschnitt 5, der als Computerzeitalter bezeichnet wird umfasst viele Titel, die das Lesen von Fantasyromanen zum Mainstream gemacht haben. Zudem haben dort gelistete Bücher wie zb. Game of Thrones von George R.R. Martin, Der goldene Kompass von Philip Pullman oder Tintenherz von Cornelia Funke in meinen Augen nichts mit dem Computerzeitalter zu tun.

In Wonderlands habe ich einige Bücher entdecken können, die mich wohl sonst vielleicht weniger interessiert hätten, insgesamt habe ich mir unter dem Buch aber doch noch ein wenig etwas anderes vorgestellt. Es handelt sich hier um ein Kompendium, das fantastische Welten sammelt, beschränkt sich aber an vielen Stellen auf eine inhaltliche Vorstellung der Bücher, was ich ein wenig enttäuschend fand.

Besonders gut gefallen haben mir hingegen unter anderem die Texte zu Narnia von C.S. Lewis und dem Herrn der Ringe von J.R.R. Tolkien , weil sie ausführlicher waren und wirklich auch auf Hintergründe eingegangen sind. Im Vergleich dazu beginnt das Essay zu Das letzte Einhorn von Peter S. Beagle mit vier informativen Sätzen zum Buch, bevor die restliche Doppelseite eine komplette Inhaltsangabe des Buches darstellt. Ich kann dieses Fazit selbstverständlich nicht bei allen Texten komplett ziehen, aber gerade bei Geschichten, die ich schon kannte, ist mir dieser Punkt negativ aufgefallen. Immerhin wird im Klappentext auf „mitreißende Informationen zu unseren Lieblingsbüchern“ hingewiesen und die fehlten mir an vielen Stellen schon. Für eine einfache Inhaltsangabe bräuchte ich kein so umfangreiches Buch.

Ich glaube, dass Wonderlands ein gutes Buch für Leser ist, die sich einen Überblick verschaffen möchten. Du möchtest dir eine Bucket-List zusammenstellen mit Fantasy-Büchern, die du noch lesen willst? Perfekt! Wer viel Hintergrundwissen erwartet, um bekannte Texte noch einmal aus einem anderen Winkel betrachten zu können, der ist mit diesem Buch vielleicht eher nicht so gut bedient. Die tollen Illustrationen machen es aber mit Sicherheit zu einem guten Geschenk.

 


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Das Buch habe ich seitens der Agentur als Leseexemplar bekommen. Für die Rezension habe ich kein Geld erhalten. Der nachfolgende Link führt zur Internetseite des Verlages und der Agentur.

Laura Mille (Hrsg.) | Wonderlands
Aus dem Englischen von Hanne Henninger, Susanne Kolbert und Madeleine Kaiser
WBGTheiss | 320 Seiten
Literaturtest

2 thoughts on “Laura Miller (Hrsg.) – Wonderlands

  1. Supi, dass du es rezensiert hast. Ich fand die Buch Idee nämlich auch sehr toll und hätte mich jetzt geärgert, wenn ich es jetzt so bestellt hätte. Denn gerade zu Peter S.Beagle und seinem Buch hätte ich gerne mehr gelesen als nur eine Zusammenfassung. So ist Wonderlands ein Buch, das erst bei mir einziehen würde, wenn ich es gebraucht günstiger finde oder über ein Mängelexemplar stolpere.
    liebe Grüße
    Sandra

    1. Liebe Sandra,

      vielen Dank für dein Feedback.
      Ich möchte auch überhaupt niemanden vom Kaufen abhalten, finde aber dass man eben wissen muss, was man bekommt. Aktuell hat man ja auch nicht immer die Gelegenheit in so ein Buch vorher reinzuschauen und das finde ich bei dem Preis eben auch schade.

      Liebe Grüße
      Chrissi

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