Marisha Pessl – Niemalswelt

Das Buch habe ich vom Verlag als Leseexeplar erhalten. Die Rezension beinhaltet ausschließlich meine persönliche Meinung. Für den Beitrag habe ich kein Geld erhalten.

Kurz vorm Schulabschluss passiert das unfassbare. Jim wird Tod aufgefunden. Bee zieht sich mit ihrer Trauer zurück, geht aufs College und spricht mit niemandem in der Clique darüber. Ein Jahr später bekommt sie eine Einladung zur Geburtstagsparty. Zweifel keimen auf, doch Bee entscheidet sich, ihnen ein letztes Mal gegenüber zu treten und ist fest entschlossen sie nach Jim zu fragen. Sie muss wissen, was mit Jim passiert ist, sonst kann sie nicht abschließen.

Doch Bee hat keine Chance mit ihnen zu reden. Auf der Rückfahrt geraten die fünf in einen Autounfall. Und in dem Glauben nur knapp überlebt zu haben kehren sie in das alte Wochenendhaus an der Küste zurück. Doch das Haus erreichen sie nicht lebend. Sie sind gefangen in der Niemalswelt und werden gezwungen dieselben elf Stunden immer wieder zu durchleben. Bis sie sich einig sind, wer von ihnen weiterleben darf.

Jetzt, wo ich das Buch gelesen habe, weiß ich gar nicht ob ich das deutsche Cover von Niemalswelt noch mögen kann. Es sieht so aus wie ein 0815 Thriller-Light und ist so nichtssagend, wie ein Buchcover nur sein kann. Irgendwie finde ich es total unpassend und belanglos im Gegensatz zu dieser psychologischen Geschichte.

Auch wenn wir die Geschichte nur von Bee erzählt bekommen, wird einem schon zu Beginn der Geschichte schnell klar: Alle lügen – auch Bee. Ich mag diesen Effekt, der entsteht, wenn man nicht mal mehr weiß ob man seinem Erzähler selbst noch trauen kann. Die Zeitschleife der Niemalswelt lässt die Jugendlichen den Tag nach dem Unfall immer und immer wieder erleben, sehr schnell verlieren sie sich und es war spannend zu sehen, wie unterschiedlich sie damit umgingen. Es war gruselig zu sehen, wie sie sich verloren.

Das Buch ist leicht zu lesen. Die Seiten fliegen geradezu dahin und die lockere Art der Autorin haben mich, überraschender Weise, an so einigen Stellen laut zum Lachen gebracht. Überhaupt konnte mich das Buch so manches Mal überraschen. So hatte ich zu Beginn eine ganz andere Vorstellung von dem Buch. Besonders gespannt war ich auf die tägliche Abstimmung, darüber wer leben darf. Aber dieser Part der Geschichte wurde zu einer ungeahnten Nebensächlichkeit.

 

Niemalswelt konnte mich immer wieder positiv überraschen. Das wird definitiv nicht das letzte Buch der Autorin sein, das ich lesen werde.


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Das Buch habe ich vom Verlag als Leseexeplar erhalten. Die Rezension beinhaltet ausschließlich meine persönliche Meinung. Für den Beitrag habe ich kein Geld erhalten.
Der nachfolgende Link führt zur Internetseite des Verlages.

Marisha Pessl | Niemalswelt
Aus dem Englischen von Claudia Feldmann
Carlsen | 380 Seiten

Kommentare

  1. Das Buch steht mittlerweile ja ganz oben auf meiner Leseliste, weil ich die Prämisse unglaublich spannend und vielversprechend finde und jeder so begeistert ist – zumindest in meiner Timeline habe ich bisher noch nichts Schlechtes gelesen. Das macht neugierig, sorgt aber auch dafür das meine Erwartungen in die Höhe getrieben werden. Aktuell ist mir das Buch aber noch zu teuer, da Hardcover halt echt nicht günstig ist und mir derzeit das Geld dafür fehlt. Ich hoffe also auf meinen Geburtstag (was noch sehr lange dauert) oder vielleicht sogar Weihnachten, da werde ich das Buch mal anpreisen als Wunsch :D.

    Freut mich aber, dass es dich auch so mitgerissen hat. Bin ja vor allem auf die psychologische Umsetzung gespannt, gerade wenn du das so lobst. Wenn alle Lügen und etwas verbergen, das zieht bei mir ja immer. Ich habe dann immer meine Freude daran dahinter zu kommen, was die Figuren verbergen, das sind einfach meine Art Geschichten. Ich mochte das schon bei: One of us is lying.

    Dankeschön für dein liebes Kompliment zu den Kolumnen Chrissi :). Dabei habe ich gefühlt gar nicht so viel gebloggt :D, weil ich aktuell auch durch die Uni im Stress bin. Kenne das aber, dass ich bei anderen Blogs auch öfter mal nicht hinterher komme.

    Dito, da geht mir beim SuB und der Leseliste ganz genauso – fühlt sich alles so wie eine nie endende Geschichte an, eine Liste die man bis zum Lebensende auch nie komplett abgehakt hat, weil immer wieder so viele tolle neue, interessante Werke veröffentlicht werden. Was ja eigentlich positiv ist, aber man kommt halt nicht mehr hinterher :D.

    Uih dann schon mal jetzt ganz viel Spaß, ich will die auch gleich anfangen, wenn sie online geht. Bin schon soo gespannt, der Trailer war super. Bei „Designated Survivor“ hoffe ich ja auf eine Qualitätssteigerung, denn S2 fand ich wirklich anstregend. Mal gucken, was Netflix daraus macht. Weniger Folgen sind ja auch erstmal positiv, auch das trägt zu einer dichteren Handlung bei.

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