Michael Tsokos – Sind Tote immer leichenblass?

Michael Tsokos war mir vor der Lektüre von Sind Tote immer Leichenblass zwar ein Begriff, aber ich habe zuvor wirklich ein bisschen einen Bogen um ihn gemacht. Auch wenn ich wusste, dass da True Crime Romane von ihm existieren, war er in meinem Kopf irgendwie ein bisschen als Anhängsel von Sebastian Fitzek abgestempelt. Total dumm! Ich wusste nicht, dass er der Leiter der Rechtsmedizin der Charité ist und auch sonst habe ich mit diesem Buch viel gelernt.

Die Bezeichnung Rechtsmediziner und Pathologen werden in vielen Büchern, Filmen und Serien synonym verwendet. Und mal ganz ehrlich: Auch ich als Krimileser habe mich damit an vielen Stellen nicht ausführlich genug beschäftigt um die Unterschiede zu kennen. Dabei sind sie sogar elementar.

In 40 kurzen Kapiteln hält uns Tsokos also einen Spiegel vor und korrigiert viele Annahmen, die uns durch Medien vermittelt werden und sich in unseren Köpfen festgesetzt haben. Ich fand es nicht nur unheimlich spannend. Das Buch war auch wirklich sehr unterhaltsam geschrieben und hat mir Michael Tsokos gleich sehr sympathisch gemacht. Man greift doch lieber zu einem weiteren Buch des Autors, wenn der Funke auf diese Weise überspringt. Deswegen bin ich schon sehr gespannt auf weitere Bücher von ihm.

Machen wir uns aber nichts vor. 192 Seiten sind schnell gelesen. Noch viel schneller, wenn die Schrift sehr groß ist. Manche Seiten halb leer sind und alle paar Seiten noch ein paar Bildchen folgen. Niemand kann von diesem Buch ein Kompendium und stundenlangen Lesespaß erwarten. Ich fand es aber unterhaltsam und spannend, deswegen kann ich Sind Tote immer leichenblass allen Krimi und True Crime Fans trotzdem sehr empfehlen!

Auszug aus Irrtum 25: Vor der Obduktion reiben sich Rechtsmedizinier Mentholpaste unter die Nasenlöcher, damit sie den Leichengeruch besser ertragen können – Spoiler: Tun sie nicht!

„Stellen Sie sich doch mal vor, ich hätte mir vor jeder der mittlerweile über dreißigtausend Obduktionen, die ich bisher durchgeführt habe, Wick Vaporub unter die Nase geschmiert. Ich hätte da wahrscheinlich keine Haut mehr, sondern ein klaffendes Loch[…]“ – S. 122f.

 


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Das Buch habe ich selbst gekauft. Für die Rezension habe ich kein Geld erhalten.
Der nachfolgende Link führt zur Internetseite des Verlages.

Michael Tsokos | Sind Tote immer leichenblass?
Knaur Verlag | 192 Seiten

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