Ohne Folie

 

Am Montag ist das neue Buch von Nele Neuhaus „Muttertag“ erschienen. Ganz groß wirbt der Verlag mit dem Hinweis „Ohne Folie“.

Laut eines Tweets des Verlages werden dabei, allein bei der Erstauflage, ca. 4 Fußballfelder an Einschweißfolie gespart (Quelle). Das ist ein enormer Schritt in die Richtige Richtung! Ich wünsche mir, dass auch andere Verlage sich bei dieser Idee einreihen. Aber können wir nicht sogar noch einen Schritt weiter gehen?

Warum werden Bücher eingeschweißt? Warum brauchen wir dieses Siegel? Es geht schließlich auch ganz ohne!

Früher war der Schutzumschlag wirklich das, was uns sein Name sagt: Ein Schutz für das Buch. Der konnte und durfte einreißen und dreckig werden, das hat niemanden gestört. Mittlerweile werden die Umschläge gestaltet mit Sonderfarbdruck, Prägungen und anderem Schnickschnack und wenn man ihn abmacht, dann ist das Buch selbst nackt und nicht mehr schön. Ist das denn wirklich nötig?

Nein! In vielen Buchbereichen, außerhalb der Belletristik gibt es gar keine Schutzumschläge und gar keine Folie um das Buch. Viel Back-, Bastel-, oder beispielweise Kinderbücher haben weder das eine noch das andere und keiner beschwert sich. Auf einen Schutzumschlag zu verzichten und das Cover direkt auf das Buch zu drucken, macht weder das Buch weniger schön, noch verkaufen wir deswegen weniger Bücher davon. Vielleicht sollten sich die belletristischen Verlage ein Beispiel nehmen und eben auch auf den Schutzumschlag verzichten.

Es geht auch komplett ohne Schutzumschlag und Folie!

Ich persönlich kenne viele Leute, die den Schutzumschlag ohnehin zum Lesen des Buches entfernen und ihn anschließend wieder um das Buch wickeln, damit es schön ihm Regal aussieht. Außerdem gibt es auch viele schöne Buchtaschen und -hüllen zu kaufen, so dass ein Buch auch unterwegs sauber und geschützt ist, wenn man das möchte. Daher finde ich das Prinzip des Schutzumschlages ist eigentlich überholt und gehört abgeschafft.

Fun fact: Das neue Buch von Nele Neuhaus ist jetzt versiegelt und dieses muss geöffnet werden, wenn der Kunde in das Buch sehen möchte. Wie viele Leute werden wohl sagen: Aber ich hätte doch lieber in versiegeltes Exemplar?

Dieser Kommentar spiegelt eine persönliche Meinung wieder und ich möchte noch einmal zum Schluss sagen, wie großartig ich es grundsätzlich finde, dass der Ullstein Verlag auf die Einschweißfolie verzichtet hat.

Eure Chrissi


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Ich habe für den Beitrag und die Verlinkung kein Geld erhalten.
Der nachfolgenden Links führen zur Verlagsinternetseiten der beiden oben gezeigten Bücher.

Nele Neuhaus | Muttertag
Ullstein Verlag | 560 Seiten | 22,00 €

Dave Shelton | Der 13. Stuhl
Carlsen Verlag | 300 Seiten | 17,99 €
Aus dem Englischen von Ingo Herzke

Kommentare

  1. Ich stimme total zu. Ich finde die Aktion schon super, finde Schutzumschläge aber auch nicht notwendig, sondern eher störend. Taschenbücher haben ja auch keinen, also kommt ein weniger empfindliches Hardcover erst recht gut damit aus. Zumal das ja wie gesagt auch gar nicht alle Bereiche betrifft. Vielleicht kommen wir ja noch an den Punkt, wenn genug andere Verlage mitziehen.Ich hoffe sehr darauf!

    • Chrissi

      Guten Morgen,
      Du hast vollkommen Recht! Taschenbücher, Paperbacks kommen ebenfalls sehr gut ohne Folie aus und die Leute gewöhnen sich mit großer Sicherheit auch ganz schnell daran. Wenn ich mir überlege, wie schnell unsere Kunden sich daran gewöhnt haben, dass man die Plastiktüte bezahlen muss.
      Ich hoffe auch auf eine schnelle Veränderung!
      Liebe Grüße

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