Nele Neuhaus – Eine unbeliebte Frau

Nele Neuhaus | Eine unbeliebte Frau
List | 382 Seiten | 3/5 Punkten
1. Teil der Bodenstein und Kirchhoff Reihe

 

Klapptext: 
Eine Ladung Schrot aus dem eigenen Jagdgewehr beschert dem Frankfurter Oberstaatsanwalt ein schnelles, wenn auch sehr hässliches Ende. Die schöne junge Frau, die tot am Fuße eines Aussichtsturms liegt, ist viel zu unversehrt, um an den Folgen eines Sturzes gestorben zu sein. Kriminalhauptkommissar Oliver von Bodenstein und seine neue Kollegin Pia Kirchhoff sind sich einig: Der erste Todesfall war ein Selbstmord, der zweite jedoch ein Mord. Bald häufen sich sowohl die Motive als auch die Verdächtigen.

 

Ein paar Worte zur Autorin:
Nachdem ich das Buch beendet hatte und mich weiter zur Autorin erkundigte musste ich feststellen, dass der Schriftstellerische Werdegang von Nele Neuhaus mich schwer beeindruckte. Trotz vieler Absagen für ihre Manuskripte gab sie nicht auf und veröffentlichte ihr erstes Buch 2004 im Eigenregie. Sie steckte Geld und viel Arbeit in die Veröffentlichung und Eigenvermarktung ihres Buches bis sich letztlich ein Verlag fand, der ihr anbot ihr diese Arbeit abzunehmen. Hut ab also für eine Autorin die sich erst Mal selbst durchs Dickicht boxte.

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12 Bücher im Schuhkarton

Könnt ihr euch erinnern? Es ist noch gar nicht so lange her. Anfang des Monats habe ich in einer Rezension den Auftakt zu William Stuart Longs Australien Saga vorgestellt. Die Verbannten haben mich so in ihren Bann gezogen, also bin ich direkt einen Tag später losgezogen und wollte den nächsten Band kaufen.
Stehe ich also extra früh und fahre in die Stadt, freue mich wie ein kleines Kind auf Weihnachten, und dann? Pustekuchen. Die Reihe wird gar nicht mehr verkauft! Da habe ich erst mal große Augen gemacht. So eine Schnade. Das Buch lag wohl doch ein paar Jahre zu lang ungelesen in meinem Bücherregal.
– Egal. Ich wollte sie haben. Alle 12! Und da begann dann die Suche. Ich schaute hier und da. Und dann habe ich es in Kauf genommen sie gebraucht zu kaufen. Bei eBay wurde ich fündig. Mein Freund war so nett und ersteigerte sie mir in der letzten Woche. Und heute? Heute kamen sie an. Alle 12. Schön säuberlich verpackt in einem Schuhkarton. Sie haben direkt einen tollen Platz in meinem Regal bekommen. Und heute Abend werde ich wohl direkt mit dem zweiten Band weiterlesen.

Barbara Wood – Dieses goldene Land

Barbara Wood | Dieses goldene Land
Fischer Verlag | 557 Seiten | 4/5 Punkten

 

Die junge Hannah bricht in die endlosen Weiten Australiens auf, um ihr Glück zu suchen. Ihre Liebe zu dem Naturforscher Neal führt sie in die mystische Welt der Aborigines, mit dem Outlaw Jamie gerät sie auf eine abenteuerliche Schatzsuche. Dort, im Herzen der Wildnis, muss sie ihren Traumpfad finden.

 

Zum Aufbau des Buches:
Das Buch spielt Mitte des 19. Jahrhunderts und beginnt mit einem kurzen ersten Kapitel, von ca. 38 Seiten, welches ich gerne als Prolog bezeichnen würde. Danach folgen 3 Mittelteile, die ich gerne aufteilen würde in einen kurzen ersten Teil, der die Überfahrt nach Australien behandelt, einen sehr langen Teil, der Hannas Leben in Adelaide behandelt und einen wieder etwas kürzeren Teil, der nach einen Zeitsprung ansetzt und ihr Leben in Melbourne beschreibt. Abgeschlossen wird das Buch von einem letzten Kapitel, dass ich gerne als Epilog bezeichnen würde.
Zudem ist das Buch aufgeteilt in 50 unterschiedlich lange Kapitel und behandelt insgesamt eine Zeitspanne von 7 Jahren (April 1846 bis Mitte des Jahres 1853).

 

Ein paar Worte zum Inhalt:
Zu Beginn des Buches ist die junge Hannah Conroy Anfang 20 und hat gerade ihre Ausbildung zur Hebahmme beendet. Da sie im viktorianischen England keine Chance sah selbst Ärztin zu werden um in die Fußstapfen ihres Vaters zu treten, verschreibt sie sich der Geburtshilfe. An einem sehr finsteren Abend wird ihr Vater zu einem vornehmeren Partienten gerufen um bei einer Endbindung zu helfen, da der Hausarzt auf sich warten lässt. Mutter und Kind schweben in Gefahr. Beim Eintreffen des Hausarztes werden Hannah und ihr Vater dann des Hauses verwiesen, da ihre Hilfe nicht mehr benötigt würde. Als dann Mutter und Kind beide sterben schiebt man es Hannahs Vater in die Schuhe der kurz darauf stirbt. Hannah sieht in England keine Zukunft mehr, da man den Ruf ihres Vaters ruiniert hat und so begiebt sie sich auf ein Schiff, dass sie nach Australien bringen soll.Während der Überfahrt lernt sie über die Monate hinweg den Naturforscher und Fotografen Neal Scott besser kennen und hilf ihm auf den richtigen Weg. Der Abschied bei ihrer Ankunft in Australien fällt ihr sehr schwer. Doch sie versprechen sich gegenseitig ein Wiedersehen im kommenden Jahr, worauf sie beide sehr Sehnsüchtig hinfiebern.
Gleich bei ihrer Ankunft in Adelaide macht Hanna Bekanntschaft mit den unterschiedlichsten Menschen, die ihr sowohl helfen wollen ein Leben als Hebamme in Australien aufbauen zu wollen, als auch jene die ihre Freundlichkeit ausnutzen. So gerät sie direkt zu Beginn in den einen oder anderen Konflikt.

 

Beinahe verpassen sich Neal und Hannah bei seiner Ankunft in Adelaide, denn Neal muss direkt weiter, hat sich einer Expeditionstruppe angeschlossen und kann nur einen Tag bleiben. Zu gern würde sie ihm folgen, doch sie hat gerade damit begonnen sich einen Namen zu machen und kann ihre neuen Patienten nicht im Stich lassen. So trennen sich ihre Wege ein weiteres Mal.
Kurz darauf wird Hannah zu einem verwundeten gerufen, Jamie O`Brian. Bereits mehrfach ist sie dem Kleinkriminellen begenet. Sie beschließt ihn auf seine Schatzsuche zu begleiten.
Meine Meinung:
Ich möchte inhaltlich nicht alles vorweg nehmen, deswegen mache ich hier jetzt mal einen Schnitt und überlasse den Rest ganz eurem eigenen Lesevergnügen. Insgesamt ist der Lesefluss sehr gut und flüssig. Allerdings mache ich vielleicht auch gerade jetzt einen Schnitt, da die darauffolgenden 100 Seiten für mich sehr anstrengend waren. Ich hatte sehr viel Spaß beim Lesen, allerdings machte es Spannungsmäßig in der Mitte für mich einen Knacks. Es war sehr langatmig und mir fehlte der Antrieb. Trotzdem hab ich natürlich zuende gelesen, da ich natürlich wissen wollte ob es für Hannah ein Happy End gibt. Dieses kam am Ende dann aber leider doch etwas zu plötzlich und schnell. An der Stelle hat die Autorin dann leider etwas gespart.
Trotzdem gefiel mir die Thematik und die Beschreibungen sehr gut. Es war ein einigen Stellen sehr gefühlvoll und in keinsterweise kitschig oder übertrieben. Von daher gibt es von mir 4 von 5 Sterne für einen sehr tollen Australienroman.

Ein paar Schlaflose Stunden

Gestern war es wieder so weit. Der erste Samstag im Monat ist Lesenacht. Anstelle den Fernsehr anzuschalten saß ich gestern Abend ab kurz nach Acht in meinem neuen Sessel. Bei sehr schöner Musik und direkt neben der Heizung habe ich es mir gemütlich gemacht und gelesen. Ein sehr angenehmer Abend würde ich also sagen.
Und was gabs dabei? – Projekt des Abends war auf jeden Fall Cupido von Jilliane Hoffman. Die Lesewichtelabstimmung im Buechertreff hatte so entschieden und bei so positiver Rückmeldung konnte ich natürlich auch nicht anders, als es mir zu schnappen. Die ersten 60 Seiten etwa fand ich nicht so angenehm. Dann endlich im zweiten Teil des Buches angelangt konnte ich es bald gar nicht mehr zur Seite legen. Zwischendurch gabs ein paar Käsehäppchen und Grünen Tee. Dann war entgültig Schluss. Um kurz vor eins etwa musste ich die Lesenacht dann aber für mich beenden. Ich hatte noch gut 200 Seiten bis zum Ende des Buches und bevor ich wirklich gar nicht mehr zum Schlafen kam musste ich es dann schweren Herzens beiseite legen. Es war ein sehr gutes Buch. Heute Vormittag konnte ich es beenden.
Ich bedanke mich natürlich bei allen Buechertrefflern, die ebenfalls mit mir gelesen haben und starte damit dann morgen in einen hoffentlich sehr schönen April.

William Stuart Long – Die Verbannten

William Stuart Long | Die Verbannten
Weltbild | 400 Seiten | 4/5 Punkten
1/12 Teilen der Australien Saga

Klapptext:

Sie verlassen ihre Heimat nicht freiwillig, sondern die Heimat hat sie verstoßen: In Australien sollen die Verbannten eine neue Kolonie gründen, im Namen seiner Majestät. Unter ihnen ist die junge Jenny Taggert, unschuldig verurteilt, die zu einer starken Frau mit unbeugsamem Lebensweillen heranwächst und dem Schicksal tapfer die Stirn bietet. Auf dem Schiff trifft sie Johnny Butcher, den Verbannten, der seine Freiheit mehr liebt als sein Leben. Gemeinsam segeln sie einer ungewissen Zukunft entgegen.


Über den Autor:
William Stuart Long ist das Pseudonym der US-Amerikanischen Autoren Vivian Stuart und Victor Sondheim. Die Australien Saga wurde von 1979 bis 1990 veröffentlicht und besteht aus 12 Bänden, wobei die letzten Bände der Reihe post mortem Veröffentlicht wurden, da die Schriftstellerin 1986 starb. Über Victor Sondheim ist nichts bekannt. Beide haben mehrere Jahre in Australien verbracht. Stuart und Sondheim waren nicht miteinander verheiratet!

Ein wenig mehr zum Inhalt:

Das gesamte Buch von genau 400 Seiten zieht sich durch eine Zeitspanne von 12 Jahren am Ende des 18. Jahrhunderts. Hauptaugenmerk der Geschichte liegt auf dem Leben der zu Beginn des Buches noch 10-jährigen Jenny Taggert. Familie Taggert, bestehend aus Jenny und ihren Eltern leben zunächst in Yorkshire. Der Vater betreibt Pferdezucht. Dem neuen Besitzer des Landes dort in der Gegend ist Mr. Taggert jedoch ein Dorn im Auge, er legt seinem Pächter schwere Auflagen zur Aufrechterhaltung des Pachtvertrages auf. Doch die Taggerts erweisen sich als schwer in die Knie zu zwingen und so wird eines Nachts der Pferdestall angezündet. Bei dem Feuer kommt Mr. Taggerts ums Leben. Mutter und Tochter werden vom Besitz verwiesen und suchen neue Heimat in London.
Nach ersten zusammentreffen mit Kriminellen kommen Jenny und ihre Mutter in einem Wirtshaus unter. Während die Mutter dort putzt wird Jenny sehr schnell der Liebling eines des Amtes enthobenen Doktors, der ihr Lesen, Schreiben und Rechnen beibringt. Etwa vier Jahre geht das so gut, dann werden Mutter und Tochter nacheinander unschuldig verurteilt. Sie landen auf zwei Schiffen die nach Australien reisen um dort eine neue Kolonie zu gründen. Jennys Mutter verstirbt im Verlauf der Überfahrt.
Jenny zeigt trotz allem großen Lebenswillen und möchte nicht mit dem Gesetzt in Konflikt kommen, wird aber trotzdem im Verlaufe des Buches immer wieder in irgendwelche Machenschaften verwickelt, was ihr ärger einbringt.

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