Roman Achmatow – Prager Fragmente

„Was ist einfacher, als dreitausendsiebenhundertachtundzwanzig Liegestütze? Richtig: Ein Buch schreiben. Ich freue mich unendlich, euch mit „Prager Fragmente“ ein ganz besonderes Debüt vorstellen zu dürfen.

Während meines letztjährigen siebenmonatigen Aufenthaltes in der tschechischen Hauptstadt entstanden einige Texte, Bilder oder Geschichten, mit deren Hilfe ich Erlebnisse und Eindrücke festhielt und aufarbeitete.“

[Roman Achmatow über sein Debüt]

 

Roman Achmatow | Prager Fragmente
selbst publiziert
92 Seiten

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Roman Achmatow hat im letzten Jahr mehrere Monate in Prag verbracht und seine Erlebnisse festgehalten und in diesem Sommer selbst als Buch herausgebracht. Als mich die Mail mit der Rezensions-Anfrage vor ein paar Wochen erreichte, war ich zur Abwechslung nicht so skeptisch wie sonst und konnte mich direkt dafür begeistern das Buch lesen zu wollen.

 

Meine Meinung
Gleich als erstes möchte ich herausstellen, wie wundervoll gestaltet ich das Cover, nein, das ganze Buch finde. Es ist super schlicht gehalten und fängt einfach einen Moment ein. Das ist genau das was das Buch möchte: Momente einfangen. Und ich finde Roman Achmatow hat ein Händchen dafür. Momentaufnahmen sind eigentlich etwas Schwieriges, wenn man nicht zu sehr ins Schwafeln geraten möchte und dieser schmale Grat gelingt dem Autor mit Prager Fragmente eigentlich recht gut.

Warum nutze ich dann das Wort eigentlich? In meinen Aufsätzen hat mein Deutschlehrer das Wort immer weggestrichen. Ist nun der schmale Grat gelungen oder nicht? Ich finde Jein. Und genau das ist mein Problem. Die Essays sind alle wirklich super. Man kann sie einzeln betrachten und wirklich eine Weile über die Texte nachdenken. Prager Fragmente ist humorvoll, ja wirklich auch sehr unterhaltsam, aber… wo ist Prag?

Ich kann nicht leugnen, dass ich das eine oder andere Vorurteil gegenüber Selfpublisher habe. In meinem Postfach landen ständig Emails mit Anfragen, die ich leider unbeachtet einfach löschen muss. Bei Prager Fragmente war das nicht der Fall und das hatte tatsächlich auch damit zu tun, dass ich selbst bereits in Prag war und Prag sehr mochte. Also: Wo ist Prag?
Die ersten zwei, drei Kapitel dachte ich: Okay, das ist ein guter Einstieg, aber als ich weiter im Buch voran kam wurde ich ein wenig missmutig. Tatsächlich hatte ich das erste Mal auf der Hälfte des Buches das Gefühl: Ah, da kommt war. Die beiden Essays in Kapitel 7 und 8 blieben tatsächlich die einzigen beiden im gesamten Buch, die mir irgendwie das gaben, was ich erwartet hatte: Einen Eindruck von Prag.

Prager Fragmente soll wohl kein Reiseführer sein, aber da Prag nun mal direkt im Titel angepriesen wird und auch das Buch über Prag erzählen sollte, muss ich leider sagen, dass ich in dieser Hinsicht vom Buch vollkommen enttäuscht wurde.
Es hätte viel sachlicher und informativer sein dürfen. Ich habe keinen Eindruck von Prag erhalten. Vielmehr fand ich die Essays sehr austauschbar. Sie hätten sich genauso gut in jeder anderen typischen Uni-Stadt abspielen können.

 

Fazit

Prager Fragmente ist humorvoll, ja wirklich auch sehr unterhaltsam. Momentaufnahmen sind eigentlich etwas Schwieriges, wenn man nicht zu sehr ins Schwafeln geraten möchte und dieser schmale Grat gelingt dem Autor mit Prager Fragmente eigentlich recht gut. Leider empfand ich das Buch auf inhaltlicher Ebene total am Thema vorbei. Ich hätte mir prägnantere Eindrücke über Prag gewünscht. Da war mir das Buch leider doch zu allgemein gehalten. Wer gerne Essays liest und nicht so viel Wert auf Prag legt, dem kann ich die Lektüre aber gut empfehlen.

 

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