Sarah J. Maas – Frost und Mondlicht

Dieser Beitrag kann Spoiler zu Das Reich der Sieben Höfe 1-3 enthalten.
Ein inhaltlicher Spoiler zu Frost und Mondlicht erfolgt ganz am Ende. Der Absatz ist dementsprechend markiert und kann ansonsten komplett spoilerfrei gelesen werden.

Eigentlich hatte ich zu Frost und Mondlicht kein Beitrag geplant, da ich die anderen Teile zwar mit sehr großer Begeisterung gelesen, aber nicht rezensiert hatte. Auch wenn die Bücher von Sarah J Maas aus verschiedensten Gründen in der Kritik stehen, haben sie mich sehr gut unterhalten und berührt. Auf Frost und Mondlicht war ich daher sehr gespannt.

Online gehen die Meinungen zu diesem Buch zwar auseinander, aber für mich stand von Anfang an fest, dass ich es unbedingt lesen möchte, weil ich die Figuren wiedersehen wollte, die ich so liebgewonnen hatte. Und das war‘s auch: Ein Wiedersehen. Aber fangen wir vorne an.

Ich hatte mir das Buch absichtlich nach seinem Erscheinen für ein ruhiges Wochenende aufgehoben. Es musste unbedingt zu einem Zeitpunkt sein, wo ich auch in Fantasy-Stimmung bin und bei Bedarf hätte ich die Möglichkeit haben müssen die ganze Nacht zu lesen. Letztes Wochenende war es dann soweit. Leider trat die erste Ernüchterung bereits mit dem Aufschlagen der ersten Seite ein.
Ich fluche ja eigentlich sehr selten laut durch die Gegend, aber WAS ZUR HÖLLE? – GROSSDRUCK?
Jetzt mal ehrlich. Jeder der die Reihe kennt weiß, dass es sich bei dem Buch um eine Novelle handelt. Mir war sowieso schleierhaft wie das Buch da 350 Seiten haben konnte. Wenn ich das Buch natürlich in einer Schrift für Grundschüler drucke, dann bekomme ich selbstverständlich auch noch mehr Seiten gefüllt. Okay, ich übertreibe – ein bisschen.

Dann dauerte es allerdings nicht sehr lange und ich geriet ins Stocken. Der Grundton des Buches war ein anderer. Ja, ich weiß. Kein Krieg mehr, sie haben überlebt. Das meine ich aber alles gar nicht. Meine Ausgaben der ersten drei Teile habe ich aktuell verliehen, also fragte ich Franziska, die mit mir las, ob sie mal nachsehen könnte, ob das neue Buch jemand anderem übersetzt wurde. Siehe da: Andere Übersetzung. Ich hätte mir selbst gar nicht zugetraut, dass ich das merke. Das Gefühl, das irgendwie deswegen alles ein bisschen anders ist, blieb bei mir das gesamte Buch über bestehen.

Gewöhnungsbedürftig waren für mich zudem die vielen wechselnden Perspektiven. Vermutlich gab es tatsächlich keine viel bessere Möglichkeit, um darzustellen, wie die verschiedenen Figuren die Ereignisse unterschiedlich verarbeiteten. Es riss, aber mein persönliches Gefühl für die Bücher ein bisschen auseinander.

Was mich hoffen lässt ist der Ausblick am Ende des Buches und die Ankündigung bei Goodreads, dass die Reihe seitens der Autorin wohl 2020 mit einem weiteren Buch fortgesetzt wird. Frost und Mondlicht ist tatsächlich eine nette Überleitung – ein Wiedersehen, aber eben nicht mehr.


Inhaltlicher Spoiler zu Frost und Mondlicht:

Es gibt nur einen Aspekt der mich wirklich ein bisschen gestört hat. Die Story ist ansonsten ja ruhig und plätschert vor sich hin. Feyre bekennt jedoch zu Beginn des Buches ziemlich klar: Sie ist noch nicht bereit für Kinder. Wie kann es also sein, dass sie Rhysand am Ende des Buches quasi ein Kind schenkt? In Band drei wird den beiden ein Kind prophezeit. Für Fae selten, aber nicht unmöglich.
Ich kann verstehen, dass es für unsterbliche Wesen anstrengend sein kann Geschenke zu finden. Es wird auch eindeutig beschrieben, dass die Freunde sich aus diesem Grund auch jedes Jahr fast das gleiche schenken. Und weil Rhysand alles hat, sieht sie über ihre eigenen Wünsche hinweg und will ihn damit glücklich machen? Sorry – geht für mich gar nicht.

 


Anzeige

Das Buch habe ich selbst gekauft. Für die Rezension habe ich kein Geld erhalten.
Der nachfolgende Link führt zur Internetseite des Verlages.

Sarah J. Maas | Frost und Mondlicht
Aus dem Amerikanischen von Anne Brauner
dtv | 342 Seiten

Kommentare

  1. Gut, dass du eine so sachliche Rezension schreibst. Ich hatte die 3 Bände der Reihe ja von einer Freundin geliehen und fand sie megaschön. Für später kaufen auf eine Liste geschrieben. Als jetzt der Zusatz raus kam und direkt die ersten sagten, dass auch das mehrteilig wird, habe ich es vorerst von der Leseliste gestrichen.
    Ich hätte die Änderung der Übersetzung vermutlich nicht direkt erkannt. Kenne aber Unterschiede bei den Outlander Büchern, allerdings lief es hier andersrum. Die späteren Bücher wurden klasse übersetzt und die ersten 2 wurden bei Neuveröffentlichung dann zum Glück noch mal von der neuen Übersetzerin übersetzt. So das Band 1 und 2 im deutschen Ursprüng für mich schlecht waren und ab drei wurde es irgendwie runder.

    Das die solche Mogelpackungen mit der Schriftgröße machen, ärgert mich auch ab und an. Oder ein Buch groß wie die meisten Softcover und dann ist der Text klein, aber ein Rand rundherum von 3 cm und zwar weiß…also nicht mal für Illustrationen genutzt.

    Also werde ich diese Fortsetzung wohl auch erst später lesen. Vielleicht als ebook oder wenn es dann kommt als Taschenbuch.
    liebe Grüße
    Sandra

    • Chrissi

      Hallo Sandra,

      ich hatte den ersten als Leseexemplar und habe Teil zwei und drei letzte Jahr von meinem Freund zum Geburtstag bekommen. Habe alle drei Teile verschlungen. Teil eins habe ich auch zwei mal gelesen.
      Vorher wusste ich ja, dass das Buch nicht so gut sein soll, aber ich hab mich dann insgesamt halt leider doch ein wenig darüber geärgert.
      Man hätte halt vieles besser machen können und es lag ja auch nicht ausschließlich an der Übersetzung!

      Ich glaube insgesamt verpasst du nichts, wenn du dir das Buch aufhebst…

      Liebe Grüße

  2. Liebe Chrissi,
    ich kann deine Kritik sehr gut nachvollziehen. Gerade ein unterschiedlicher Ton, der auf verschiedene Übersetzer hindeutet, macht natürlich viel aus. Da bin ich ganz froh, dass ich die Reihe bisher nur auf Englisch gelesen habe 🙂 Ich habe aber ähnliche Erfahrungen mit Übersetzungen gemacht, durch die ein Buch eine ganz andere Atmosphäre und Emotionalität bekommt.
    Was mich beim vierten Band besonders gestört hat, war Rhysand. Ich hatte das Gefühl, dass er gar nicht mehr klar denken konnte. Bei ihm ging es immer nur um Sex und wie sehr er Feyre liebt. Das ging mir irgendwann einfach nur noch auf den Keks. Ich bin auch schon gespannt, wie es mit den Fortsetzungen weitergeht 🙂
    Alles Liebe
    Janika

    • Chrissi

      Hallo Janika,

      Leider habe ich nicht die Zeit so viele Bücher auf Englisch zu lesen, muss ja für den Job auch immer gucken, was in Deutschland gerade aktuell auf den Markt kommt und jetzt wo ich in so einer ganz kleinen Buchhandlung arbeite, muss ich mich im Fantasybereich sowieso noch mal ein wenig mehr einschränken. Ich lese Englisch leider sehr viel langsamer. Ist vermutlich alles Übungssache, aber ich hab noch nicht die Motivation gefunden über meinen Schatten zu springen.
      Was Rhysand angeht: total furchtbar. Ich meine bei manchen Büchern weiß man ja vielleicht vorher, dass alles auf Sex rausläuft, oder so aber Rhysand war hier wirklich sehr anstrengend 😀

      Liebe Grüße

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.