Andreas Eschbach – Der Jesus Deal

Wenn Sie mit einer Zeitmaschine in die Zeit von Jesu Kreuzigung reisen könnten – würden Sie versuchen ihn zu retten?
Wer hat das originale Jesus-Video gestohlen? Stephen Foxx war immer überzeugt, dass es Agenten des Vatikans gewesen sein müssen und dass der Überfall ein letzter Versuch war, damit ein unliebsames Dokument aus der Welt zu schaffen.
Es ist schon fast zu spät, als er die Wahrheit erfährt: Tatsächlich steckt eine Gruppierung dahinter, von deren Existenz Stephen zwar weiß, von deren wahrer Macht er aber bis dahin nichts geahnt hat. Die Videokassette spielt eine wesentliche Rolle in einem alten Plan von unglaublichen Dimensionen – einem Plan, der nichts weniger zum Ziel hat als das Ende der Welt, wie wir sie kennen…

Andreas Eschbach | Der Jesus Deal
Lübbe Audio | 442 Minuten 
Keine Empfehlung

Es ist schon einige Jahre her, da hatte ich das Hörbuch zum Jesus-Video mit großer Begeisterung gehört. Auf die Fortsetzung war ich sehr gespannt. Zum Auffrischen der Story habe ich zunächst den ersten Teil ein weiteres Mal gehört. Erschreckend wie viel man doch vergisst. An die Auflösung habe ich mich so gut wie gar nicht erinnern können. Beide Teile werden sehr gut von Sprecher Matthias Koeberlin gelesen. Damit fühlte sich auch das Eintauchen in die zweite Geschichte zunächst sehr einfach an.Weiterlesen

Pierdomenico Baccalario – Der Zauberladen von Applecross

applecross
Pierdomenico Baccalario ♣ Der Zauberladen von Applecross
cbj audio ♣ 3 CDs ♣  12,99 € ♣ 4/5 Punkte
Finley McPhee erlebt das Abenteuer seines Lebens! Finley McPhees Leben verläuft ziemlich eintönig, bis die Lilys plötzlich in Applecross auftauchen und ihren geheimnisvollen Laden eröffnen. Von da an geschehen eine ganze Menge merkwürdiger Dinge in dem kleinen schottischen Ort. Für so manch einen wäre das Grund genug, schnell das Weite zu suchen. Nicht aber für Finley McPhee! Obwohl er es bis dahin nicht mit außer Kontrolle geratenen Magiertötern, nächtlichen Geistererscheinungen und rachedurstigen Meeresriesen zu tun hatte

Als mir von dieser Geschichte vorgeschwärmt wurde, da hatte ich etwas ganz anderes erwartet. Aber mit ganz viel Magie und Herzblut in der Feder, rutscht man auch als Zuhörer ganz schnell in ein schönes, fantastisches Abenteuer, das sofort einlädt zum Dortbleiben. Eine atmosphärische Geschichte mit facettenreichen Charakteren, die einem Rätsel aufwerfen und die man liebhaben muss.

Meine Meinung
Meine Meinung Finley ist ein sehr naturverbundenes Kind. Deswegen geht er viel, viel lieber Angeln, als zur Schule. Total clever und aufgeweckt erlebt er die Welt um sich herum. Immer an seiner Seite sein Hund Dusty. Finley weiß, wie wichtig es vielleicht wäre zur Schule zu gehen, aber die meisten Dinge dort interessieren ihn einfach nicht. Sein älterer Bruder hat bereits die Schule abgebrochen. Und die Schafsfarm seines Vaters interessiert ihn auch nicht wirklich. Nicht gerade die besten Voraussetzungen für ein harmonisches Familienleben, aber dennoch schlägt sich die Familie McPhee tapfer. Und meistert gemeinsam alle Hürden. Als eines Nachmittags die Schulleitung im Wohnzimmer der McPhees sitzt
, weiß Finley genau: Jetzt gibt es Ärger. Doch was man sich für ihn als Strafarbeit überlegt hatte, entpuppt sich für Finley als beste Ferienbeschäftigung überhaupt und lässt ihn in ein Abenteuer rutschen, von dem er vorher nicht mal zu träumen geahnt hätte.

 Fazit
Der Zauberladen von Applecross ist eine wunderschöne Geschichte für Jung und Alt, für Jungen und Mädchen. Egal ob selbst gelesen, die Printausgabe ist super schön illustriert, oder auch von Patrick Mölleken vorgelesen: man taucht ab in ein Abenteuer. Finley macht es einem absolut nicht schwer ihn zu mögen. Eine tolle Geschichte, die trotz Fantasy-Elementen realitätsnah bleibt und den Leser einfach nur verzaubert.

Jeff VanderMeer – Auslöschung

Jeff VanderMeer |  Auslöschung
Verlag Antje Kunstmann |  240 Seiten | 16,95 € | 4/5 Punkte

 

Seit ein mysteriöses “Ereignis” vor mehr als dreißig Jahren das Gebiet erschütterte, ist Area X von einer unsichtbaren Grenze umgeben. Niemand weiß genau, was geschieht, aber es gibt Gerüchte von einer sich verändernden und die Reste der menschlichen Zivilisation überwundernden Natur, einer Natur, die ebenso makellos und bezaubernd wie verstörend und bedrohlich ist. Zuständig für das Gebiet ist eine geheime Regierungsorganisation, die sich “Southern Reach” nennt und den Auftrag hat, herauszufinden, was hinter der Grenze geschieht. Aber keine der Expeditionen, die “Southern Reach” in das Gebiet entsandte, um Erklärungen für das Unerklärbare zu finden, hatte bisher Erfolg. Die meisten Expeditionen endeten in Katastrophen,bei denen letztlich alle Mitglieder ums Leben kamen, und die Zeit, um Antworten zu finden, wird knapp, denn Area X scheint sich auszudehnen.

Vier Frauen machen sich auf die abenteuerliche Reise nach Area X. Sie befinden sich bereits auf der Zwölften Expedition ins Ungewisse. Elf Reisen endeten bereits auf tragische Weise, weil die Teilnehmer sich gegenseitig umbrachten oder als gebrochene Menschen zurückkehrten. Keiner weiß so genau wie Area X entstand und was es damit auf sich hat. Bloß eins ist gewiss: Die Stille ist trügerisch…

 Aufbau & Charaktere
Bei Auslöschung handelt es sich um den Bericht einer Biologin über die zwölfte Expedition nach Area X. Und wenn ich sage Bericht, dann meine ich auch Bericht. Geschildert aus der Ich-Perspektive, werden alle Dinge zu den Charakteren auf einem rudimentären Niveau gehalten. Wir erfahren also nicht wie die Charaktere heißen, wo sie herkommen oder was genau sie dazu bewegt hat an der Expedition teilzunehmen. Alle Charaktere werden auf ihre Funktion in Area X beschränkt: Anthropologin, Landvermesserin, Psychologin und Biologin. Wenn ich mich richtig erinnere, wissen sie die Namen der anderen auch tatsächlich nicht, oder sind zumindest angehalten in ihren Berichten alles persönliche abseits von Area X außen vor zu lassen, so dass eine nachfolgende Expedition die Zusammenhänge nachvollziehen kann.
Einige werden jetzt sagen: Sowas bescheuertes. Ein Charakter braucht Charakter, Herz und Seele. Dazu gehört auch die Vorgeschichte, ein Namen usw. – Da würde ich grundsätzlich Recht geben. An dieser Stelle macht das Ganze aber durchaus Sinn und trägt zur Atmosphäre bei.
Einzig zur Biologin erfährt man ein paar nähere Details. Aus ihrer Sicht ist die Geschichte schließlich geschrieben. Sehr mysteriös erscheint mir vor allem die Psychologin. Sie hat die drei anderen hypnotisiert um sie über die Grenze nach Area X zu bringen und hat die anderen auch irgendwie unter Kontrolle.
 Meine Meinung
Das Ungewisse hat großen Reiz. Damit spielt der Autor in diesem Buch sehr stark. Alle Informationen erfährt man nur Häppchenweise, wenn man überhaupt welche bekommt.
Die Einführung von Charakteren, wie man sie sonst von Büchern kennt entfällt hier gänzlich. Stattdessen erfährt man ein paar Dinge zu den Expeditionen zuvor, was mit den Teilnehmern geschah und was sie herausgefunden haben. Aber das alles füllt eigentlich eine große Leere. Denn obwohl die Entstehung von Area X bereits 30 Jahre und elf Expeditionen zurück liegt, weiß man wirklich wenig.
Gleich am ersten Tag entdecken sie wenig abseits des Basislagers einen “Turm”, so nennt die Biologin ihn. Einen “Tunnel” sagen die anderen drei. Und ob nun Tunnel oder Turm – Er steht nicht in ihren Karten. Nicht in einer. Dabei ist das Ding, dessen Wendeltreppe in die Erde ragt, an dessen Wänden merkwürdige Pflanzen wachsen und Wörter stehen, nicht zu übersehen. Zu blöd, dass sich die Linguistin im Team bereits vor Aufbruch der Expedition entschieden hat daheim zu bleiben.
Ich konnte sehr gut in die Atmosphäre abtauchen und hab den Bericht ein wenig gelesen, wie man es vielleicht eher bei einem Reisebricht tut. Da spielen die Charaktere auch nicht immer so die große Rolle. An Spannung fehlte es an keiner Stelle. Die vielen Beschreibungen unterstützen wunderbar das Kopfkino. Man tappt im Dunkeln, hinter jeder Ecke kann man etwas vermuten, um was es sich handelt kann man nur erahnen. Top!
 Fazit
Mich sprach bereits der Klapptext sehr an und ich wurde keinesfalls enttäuscht. Auslöschung ist mal etwas völlig anderes als ich es bisher so kannte und war eine sehr lohnenswerte Abwechslung. Die Geschichte ist noch sehr offen, aber die nächsten beiden Teile sind auch schon in Reichweite. Freue mich auf die Fortsetzung!

Lauren Oliver – Panic

Lauren Oliver | Panic
Carlsen | 368 Seiten | 17,99 € | 3/5 Punkte
HEATHER hatte nie vor, an dem verbotenen Spiel für Schulabgänger teilzunehmen. Denn der Gewinn ist zwar hoch, aber der Einsatz auch, und sie ist keine Kämpferin. Doch schnell wird ihr klar, dass es nur den richtigen Grund braucht, um dabei sein zu wollen. Und dass Mut auch eine Frage der Notwendigkeit ist.
DODGE war sich immer sicher, dass er bei Panic mitmachen würde. Er hat keine Angst, denn es gibt ein Geheimnis, das ihn durchs Spiel pushen wird. Aber um zu gewinnen, muss man seine Gegner kennen.

Jedes Jahr zum Ende des Schuljahres findet ein Spiel statt, bei dem man alles gewinnen kann – oder nichts. Schon mehrfach sind bei Panic Schüler gestorben. Und trotzdem ist es auch in diesem Jahr wieder das Ereignis des Jahres. Eigentlich hielt Heather nicht so viel von der Sache. Bis ihr Freund Matt mit ihr Schluss macht und sie ganz alleine dasteht. Die Wut, Enttäuschung und Verzweiflung treiben sie dazu. Ob das eine gute Idee war, fragt sie sich gleich am nächsten Tag. Aber Aussteigen gibt es nicht. Zumindest nicht für Heather…

Das Spiel
Ich fand die Grundidee die hinter Panic steckt super spannend. Es war einer der Gründe, warum ich das Buch unbedingt lesen wollte. Eine Art Trimagisches Turnier in der amerikanischen Kleinstadt für Schulabgänger. Mit Punkterichter und Kommentator. Jeder Schüler der Highschool zahlt für jeden Tag des Schuljahres einen Dollar. Das ganze Geld kommt am Ende des Jahres in einen Pott. Die beiden anonymen Punkterichter, die nach einem mir unbekannten System ausgewählt werden, und der Gewinner teilen sich am Ende des Sommers das Geld. Im Jahr von Heathers Teilnahme handelt es sich für den Gewinner um die stolze Summe von 67.000 Dollar.
Woher Panic kommt weiß niemand so genau. Aber in der Kleinstadt Carp gibt es nichts. Und aus dem Nichts heraus, aus einer Laune, entstand Panic.

 Charaktere
Auch wenn man dem Klappentext bloß Heathter und Dodge entnehmen kann und die Geschichte in ihren Perspektiven immer zwischen den beiden wechselt, so dreht sich das Buch doch um drei Charaktere. Heather und Dodge, die an Panic teilnehmen und Bishop. Bishop ist Heathers bester Freund, der von Anfang an seine beschützende Hand über sie hält. Keiner der Charaktere konnte mich vollkommen überzeugen, aber Bishop war mir insgesamt doch am liebsten.
Heathers und Dodges Beweggründe an Panic teilzunehmen leuchten mir bei beiden nur in Maßen ein und reißen mich absolut nicht vom Hocker. Heather z.B. ist Panic zuvor vollkommen abgeneigt, taucht zum Anfangsritual nur auf, weil ihre beste Freundin Nat teilnehmen möchte. Als dann ihr Exfreund mit seiner neuen Flamme dort aufkreuzt brennen bei ihr alle Sicherungen durch. Okay, klar, Kurzschlussreaktion, aber dafür dann gleich an Panic teilnehmen? Das war für mich nicht nachvollziehbar. Sie wollte ihn ja gar nicht zurück haben. Panic konnte oder sollte ihn also nicht beeindrucken. Was wollte sie sich denn dann damit beweisen? Im späteren Verlauf entwickelt sie allerdings einen Grund weiterzumachen, der in meinen Augen sehr viel mehr Sinn macht.

 Meine Meinung
Zwischen den einzelnen Spielrunden zogen sich die Seiten für mich sehr quälend langsam dahin. Und auch hatte ich gerade bei den spektakulären Szenen immer den Eindruck… Ja also irgendwie fehlen mir dafür die Worte. Ich würde es mit “trocken” oder “nüchtern” beschreiben. Die Szenen blieben irgendwie emotionslos. Mitreißen konnten sie mich nicht. Auch als einer fast vom Auto angefahren oder vom Tiger angefallen wurde, blieb das Ganze, wie auch das gesamte Grundgerüst des Buches ziemlich leblos. Woran genau das liegt, kann ich nicht genau sagen. Es ist aber ein elementarer Punkt, der mich am Buch sehr gestört hat!

 Fazit
Auch wenn ich mit dem Stil, in dem das Buch gehalten wurde ein paar Probleme hatte, wollte ich doch wissen wie es ausgeht und wer vielleicht hinter all dem steckt. Leider muss ich sagen, dass bei Panic an vielen Stellen das Potenzial der Grundidee und der Charaktere einfach nicht ausgeschöpft wurde.

Kristina Ohlsson – Glaskinder

Kristina Ohlsson | Glaskinder
cbt | 222 Seiten | 12,99 € | 4/5 Punkte

Glück und Glas    –

      Wie leicht bricht das?

 

Billie will nicht umziehen, und doch kauft ihre Mutter ein Haus auf dem schwedischen Land, das Billie so gar nicht geheuer ist. Bald schon passieren merkwürdige Dinge und Billie erfährt, dass es in dem Haus immer wieder zu schrecklichen Unglücksfällen gekommen ist. Gemeinsam mit Aladdin, dem Nachbarsjungen, und ihrer besten Freundin Simona macht Billie sich auf, das Rätsel zu lösen.
Und als ihrer Mutter etwas zustößt, müssen die Freunde sich beeilen, denn es heißt, die Glaskinder gehen in dem Haus um und dulden keine neuen Bewohner…

Warum ich das Buch lesen wollte…

Kristina Ohlsson ist mir schon seit längerem ein Begriff. Die Schwedin war im Außen- und Verteidigungsministerium aktiv und veröffentlichte bereits 2009 ihren ersten Krimi Aschenputtel in Schweden. Dieser wurde 2013 von mir bereits begeistert gelesen und rezensiert. Als ich in der Vorschau dann ihr erstes Kinderbuch entdeckt habe war ich Feuer und Flamme. Das Cover selber verrät nicht ganz so viel und gefällt mir in dieser schlichten Art sehr gut.

Das Buch wurde 2013 mit dem renomierten Kinderbuchpreis von Sveriges Radio ausgezeichnet.

 Meine Meinung
Bloß die dunklen Vögel auf dem Cover und der Klappentext lassen ahnen, dass es sich bei dem Buch um eine abenteuerliche Geschichte handelt. Die Stimmung ist von Anfang an sehr bedrückend und die Spannungen zwischen Billie und ihrer Mutter sind spürbar.
Die Autorin schafft eine Atmosphäre und Situation, in die sich viele Kinder in Billies Alter (12) mit Sicherheit sehr gut hineinversetzen können. Unstimmigkeiten zwischen Kindern und Eltern sind schließlich etwas ganz natürliches. Billie ist zudem ein kleiner Sturkopf und war mir schnell sympathisch.
Das alte Haus in dem Billie und ihre Mutter unterkommen wirkt dagegen tatsächlich ein wenig unheimlich. Es dauert allerdings einige Seiten bevor man wirklich was erfährt. Die Beziehung zwischen Billie und ihrer Mutter, die Billie bloß immer wieder vorwirft sich nicht auf die neue Situation einzulassen, belastet den Fortgang der Geschichte doch ein kleines bisschen. Das Verhalten von Billies Mutter fand ich an einigen Stellen nicht nachvollziehbar und sehr unfair. Vielleicht war es für die Geschichte, so nötig. Gefallen hat mir das so allerdings nicht.
Wer schon mal etwas von der Glasknochenkrankheit gehört hat und weiß, was es damit auf sich hat, der kann sich schon vor dem Lesen ein Bild malen, worum es in “Glaskinder” geht. Allerdings kommt dies erst viel zu weit am Ende heraus und so liest man sehr schnell voran, ohne diesbezüglich einen Schritt weiter zu kommen. Das fand ich schon ein wenig ärgerlich.
 Was mir besonders gut gefallen hat…
Die Geschichte war an keiner Stelle absolut vorhersehbar. Das Rätsel bekam nach und nach immer weitere Aspekte und war dabei in keinster Weise unrealistisch. Auch die Aufdeckung und alles was sich darum herum rankte, war gut geschildert und wirkte nicht konstruiert. Das Buch hatte einfach einen sehr schönen Abschluss und man ging aus der “Gruselgeschichte” mit einem positiven Gefühl heraus, was meines Erachtens für ein Kinderbuch für die Altersstufe ab 10+ auf jeden Fall noch sehr wichtig ist!