M. L. Stedman – Das Licht zwischen den Meeren

M. L. Stedan | Das Licht zwischen den Meeren
Limes | 444 Seiten | 5/5 Punkten

 Ob richtig oder falsch – manchmal muss man seinem Herz folgen.

 1926, Janus Rock. Auf einer abgelegenen Insel im Westen Australiens arbeitet Tom Sherbourne als Leuchtturmwärter. Mit seiner Frau Isabel führt er ein erfülltes Leben fern einer Welt im Umbruch. Nur eines trübt ihr Glück: Ein Kind bleibt ihnen verwehrt.
Bis sie eines Morgens am Strand ein Ruderboot entdeckenm in dem die Leiche eines Mannes liegt – und ein neugeborenes Baby. Während Tom die Küstenwache alarmieren will, schließt Isabel das kleine Mädchen in die Arme – und für immer in ihr Herz. Gegen Toms Willen nehmen sie das Kind als ihr eigenes an und nennen es Lucy. Zwei Jahre später kehren sie aufs Festland zurück – und müssen erkennen, dass ihre Entscheidung das Leben eines anderen Menschen zerstört hat…
Das Buch & Ich
Erstmals auf dieses Wunderwerk aufmerksam geworden bin ich Mitte des Jahres bei einer Gewinnspiel-Verlosung. Den Klappentext fand ich richtig spannend. Ich habe in diesem Jahr ja bereits einige Bücher gelesen die in Australien spielen, da konnte sich dieses Buch sehr schön mit einreihen. Gelesen habe ich es bereits Ende November und beenden konnte ich es dann in den ersten Dezembertagen. Als Start in einen neuen Monat war es ganz wundervoll.
Charaktere
Kann an ein Buch lieben, wenn einem der Großteil an Charakteren unsymmpathisch ist? Mit dieser Frage musste ich mich bei diesem Buch jetzt bereits mehrfach auseinandersetzen. Selten ist es mir so schwer gefallen Charaktere ins Herz zu schließen. Meistens passiert es ja ganz einfach so, ohne das man es merkt. Bei „Das Licht zwischen den Meeren“ war das irgendwie ganz anders. Irgendwie stand sich da ein so ungleiches Paar gegenüber, bei dem ich mit dem weiblichen Part so gar nicht warm werden konnte. Auf der einen Seite hatten wir Tom Sherbourne, denn ich am Ende des ganzen Buches wohl als die Selbstloseste Personen des ganzen Buches bezeichnen würde. Der eine Frau wie Isabel gar nicht verdient hatte. Und trotzdem ist er bis zum ganz bitteren Ende an ihrer Seite geblieben. Ich konnte dem Charaktere von Isabel auf all den Seite leider nicht viel abgewinnen.
Auf der anderen Seite zu diesem Ungleichen Paar hatten wir noch Hannah Roennfeldt, die leibliche Mutter der kleinen Lucy, auch  Grace genannt.Das Buch war in drei Teile aufgeteilt. Die Vorgeschichte, die dazuführte das Tom und Isabel das Baby behielten, einem zweiten Teil der die gemeinsame Zeit mit Lucy beschreibt bis zu dem Zeitpunkt wo die Sache auffliegt und einem dritten Teil der alles umfasst, was danach passiert.

Ich muss dabei auch anmerken, dass ich Isabel bis zur Mitte des Buches sogar noch in Ordnung fand. Das was der Leser für sie empfand, Mitleid, war eigentlich auch genau das was Isabel vermeiden wollte. Sie wollte nicht, dass sie Leute sie so mitleidig ansahen oder über sie sprachen. Ihre Trauer darüber und den Schmerz über drei Fehlgeburten mag ich gar nicht nachzuempfinden und mir auch gar nicht vorstellen zu können, trotzdem nahm ihr Charakter dann eine so negative Entwicklung, dass ich mich bloß immer wieder fragen konnte: Du hast selbst drei Kinder verloren, wie kannst du soetwas tun? 

Während das Kind Lucy, erstmals auf den Namen Grace getauft, eigentlich gar nicht weiß wie ihr geschieht und bei der ganzen Sache gar keiner an das Kindeswohl denkt, sondern bloß daran, wer Recht hat, zerbricht das Kind ja doch irgendwie an der Situation von ihren vermeintlichen Eltern getrennt zu sein und nun bei einer ihr völlig fremden Frau zu sein, die sie Mama nennen soll. Lediglich Hannahs Schwester erscheint mir der einzige Charakter im Buch zu sein, der erkennt, dass man hier nicht auf sein Recht pochen darf. Ich fand es so unglaublich traurig wie zwei Frauen so egoistisch um ein Kind kämpfen können ohne dabei an irgendwas anderes als ihr eigenes Recht zu denken.

Fazit

Die Geschichte um das kleinen Baby das in einem Ruderboot gefunden und von Tom und Isabel als ihr eigenes aufgenommen wurde, um dann später festzustellen, dass es ein Fehler war, war so traurig und gefühlvoll beschrieben. Eigentlich reichen ein paar Sätze zu diesem Buch gar nicht aus um in die Tiefe zu gehen, die das Buch einem bietet.

Ganz egal wie man das Blatt dreht oder wendet: Ganz am Ende konnte das Buch so oder so kein Happy End haben. Den bei dem Kampf um ein Kind, geht am Ende ja immer jemand leer aus. Ich kann an dieser Stelle gar nicht sagen, ob ich das Ende so mochte. Irgendwie war mir klar, dass es so kommen musste. Trotzdem hat mich die Geschichte so gefesselt und an mir gezerrt. Am Ende habe ich mich gefragt, ob es mir überhaupt zusteht so über Isabel urteilen zu dürfen, aber mir erschien ihr Verhalten immer so egoistisch, dass ich sie einfach nicht mögen konnte. Den Egoismus den ich bei Hannah hingegen sehen konnte, fand ich dahin gehend irgendwie nachvollziehbarer. Bin ich da jetzt unfair?

Jedenfalls bleibt mir nichts anderes zu sagen, als dass mich dieses Buch ganz verzaubert und fasziniert hat. Von mir gibts Volle Punktzahl für dieses Drama.

Besten Dank an den Limes Verlag für das Leseexemplar!

12 Bücher im Schuhkarton

Könnt ihr euch erinnern? Es ist noch gar nicht so lange her. Anfang des Monats habe ich in einer Rezension den Auftakt zu William Stuart Longs Australien Saga vorgestellt. Die Verbannten haben mich so in ihren Bann gezogen, also bin ich direkt einen Tag später losgezogen und wollte den nächsten Band kaufen.
Stehe ich also extra früh und fahre in die Stadt, freue mich wie ein kleines Kind auf Weihnachten, und dann? Pustekuchen. Die Reihe wird gar nicht mehr verkauft! Da habe ich erst mal große Augen gemacht. So eine Schnade. Das Buch lag wohl doch ein paar Jahre zu lang ungelesen in meinem Bücherregal.
– Egal. Ich wollte sie haben. Alle 12! Und da begann dann die Suche. Ich schaute hier und da. Und dann habe ich es in Kauf genommen sie gebraucht zu kaufen. Bei eBay wurde ich fündig. Mein Freund war so nett und ersteigerte sie mir in der letzten Woche. Und heute? Heute kamen sie an. Alle 12. Schön säuberlich verpackt in einem Schuhkarton. Sie haben direkt einen tollen Platz in meinem Regal bekommen. Und heute Abend werde ich wohl direkt mit dem zweiten Band weiterlesen.

Barbara Wood – Dieses goldene Land

Barbara Wood | Dieses goldene Land
Fischer Verlag | 557 Seiten | 4/5 Punkten

 

Die junge Hannah bricht in die endlosen Weiten Australiens auf, um ihr Glück zu suchen. Ihre Liebe zu dem Naturforscher Neal führt sie in die mystische Welt der Aborigines, mit dem Outlaw Jamie gerät sie auf eine abenteuerliche Schatzsuche. Dort, im Herzen der Wildnis, muss sie ihren Traumpfad finden.

 

Zum Aufbau des Buches:
Das Buch spielt Mitte des 19. Jahrhunderts und beginnt mit einem kurzen ersten Kapitel, von ca. 38 Seiten, welches ich gerne als Prolog bezeichnen würde. Danach folgen 3 Mittelteile, die ich gerne aufteilen würde in einen kurzen ersten Teil, der die Überfahrt nach Australien behandelt, einen sehr langen Teil, der Hannas Leben in Adelaide behandelt und einen wieder etwas kürzeren Teil, der nach einen Zeitsprung ansetzt und ihr Leben in Melbourne beschreibt. Abgeschlossen wird das Buch von einem letzten Kapitel, dass ich gerne als Epilog bezeichnen würde.
Zudem ist das Buch aufgeteilt in 50 unterschiedlich lange Kapitel und behandelt insgesamt eine Zeitspanne von 7 Jahren (April 1846 bis Mitte des Jahres 1853).

 

Ein paar Worte zum Inhalt:
Zu Beginn des Buches ist die junge Hannah Conroy Anfang 20 und hat gerade ihre Ausbildung zur Hebahmme beendet. Da sie im viktorianischen England keine Chance sah selbst Ärztin zu werden um in die Fußstapfen ihres Vaters zu treten, verschreibt sie sich der Geburtshilfe. An einem sehr finsteren Abend wird ihr Vater zu einem vornehmeren Partienten gerufen um bei einer Endbindung zu helfen, da der Hausarzt auf sich warten lässt. Mutter und Kind schweben in Gefahr. Beim Eintreffen des Hausarztes werden Hannah und ihr Vater dann des Hauses verwiesen, da ihre Hilfe nicht mehr benötigt würde. Als dann Mutter und Kind beide sterben schiebt man es Hannahs Vater in die Schuhe der kurz darauf stirbt. Hannah sieht in England keine Zukunft mehr, da man den Ruf ihres Vaters ruiniert hat und so begiebt sie sich auf ein Schiff, dass sie nach Australien bringen soll.Während der Überfahrt lernt sie über die Monate hinweg den Naturforscher und Fotografen Neal Scott besser kennen und hilf ihm auf den richtigen Weg. Der Abschied bei ihrer Ankunft in Australien fällt ihr sehr schwer. Doch sie versprechen sich gegenseitig ein Wiedersehen im kommenden Jahr, worauf sie beide sehr Sehnsüchtig hinfiebern.
Gleich bei ihrer Ankunft in Adelaide macht Hanna Bekanntschaft mit den unterschiedlichsten Menschen, die ihr sowohl helfen wollen ein Leben als Hebamme in Australien aufbauen zu wollen, als auch jene die ihre Freundlichkeit ausnutzen. So gerät sie direkt zu Beginn in den einen oder anderen Konflikt.

 

Beinahe verpassen sich Neal und Hannah bei seiner Ankunft in Adelaide, denn Neal muss direkt weiter, hat sich einer Expeditionstruppe angeschlossen und kann nur einen Tag bleiben. Zu gern würde sie ihm folgen, doch sie hat gerade damit begonnen sich einen Namen zu machen und kann ihre neuen Patienten nicht im Stich lassen. So trennen sich ihre Wege ein weiteres Mal.
Kurz darauf wird Hannah zu einem verwundeten gerufen, Jamie O`Brian. Bereits mehrfach ist sie dem Kleinkriminellen begenet. Sie beschließt ihn auf seine Schatzsuche zu begleiten.
Meine Meinung:
Ich möchte inhaltlich nicht alles vorweg nehmen, deswegen mache ich hier jetzt mal einen Schnitt und überlasse den Rest ganz eurem eigenen Lesevergnügen. Insgesamt ist der Lesefluss sehr gut und flüssig. Allerdings mache ich vielleicht auch gerade jetzt einen Schnitt, da die darauffolgenden 100 Seiten für mich sehr anstrengend waren. Ich hatte sehr viel Spaß beim Lesen, allerdings machte es Spannungsmäßig in der Mitte für mich einen Knacks. Es war sehr langatmig und mir fehlte der Antrieb. Trotzdem hab ich natürlich zuende gelesen, da ich natürlich wissen wollte ob es für Hannah ein Happy End gibt. Dieses kam am Ende dann aber leider doch etwas zu plötzlich und schnell. An der Stelle hat die Autorin dann leider etwas gespart.
Trotzdem gefiel mir die Thematik und die Beschreibungen sehr gut. Es war ein einigen Stellen sehr gefühlvoll und in keinsterweise kitschig oder übertrieben. Von daher gibt es von mir 4 von 5 Sterne für einen sehr tollen Australienroman.