Liz Flanagan – Eden Summer

„Wenn wir Eden nicht finden, werde ich mir nie, nie verzeihen, was letzten Samstagabend passiert ist.“

Obwohl die schüchterne Jess und die allseits beliebte Eden so unterschiedlich sind wie Tag und Nacht, kann nichts die beiden trennen. Bis Eden eines Tages spurlos verschwindet! Die Suche nach der vermissten Freundin konfrontiert Jess bald mit dunklen Kapiteln ihrer eigenen Vergangenheit, und dann ist da noch Liam, Edens Freund, mit dem Jess mehr verbindet als sie wahrhaben will.

Liz Flanagan | Eden Summer
Carlsen Verlag | 368 Seiten | 14,95  €


Einzeltitel
Mein empfohlenes Lesealter: ab 14 Jahren

 

Eden Summer liest sich schnell und leicht weg, trotzdem hatte es den einen oder anderen Moment bei dem ich innehalten, gar eine Träne verdrücken musste.Weiterlesen

Tommy Wallach – We all looked up

Was wäre, wenn ein riesiger Asteroid durchs All Richtung Erde trudeln würde und man eventuell nur noch zehn Wochen Zeit hätte, um all seine Wünsche und Hoffnungen in die Tat umzusetzen? Peter, Eliza, Anita und Andy müssen sich kurz vor dem Schulabschluss genau dieser Frage stellen. Ihnen bleiben zehn Wochen, um all ihre Hoffnungen und ihre Herzen in die Waagschale zu werfen, denn vielleicht, vielleicht, ist es die einzige Zukunft, die sie haben. In diesem existentiellen Carpe-Diem-Szenario stellt sich für den Sunnyboy Peter ebenso wie für die ehrgeizige Anita die Frage, was für sie wirklich zählt, und auch der sorglose Andy und die fatalistische Eliza mit ihrer Nach-mir-die-Sintflut-Haltung müssen zum ersten Mal ernsthaft ihr Leben überdenken.

Tommy Wallach | We all looked up
cbt | 448 Seiten | 12,99 € |

Mein empfohlenes Lesealter: ab 14 Jahren

In ein paar Monaten sollte es in die weite Welt hinaus gehen. Der Schulabschluss rückte in greifbare Nähe, jetzt rast ein Asteroid auf die Erde zu. Alle Hoffnungen und Wünsche rasen an ihnen vorbei. Vier Jugendliche auf dem Weg zu sich selbst. Was möchten sie denn eigentlich vom Leben?

 Charaktere

Peter, Eliza, Anita und Andy. Vier die unterschiedlicher nicht sein könnten, decken damit sehr facettenreich die unterschiedlichsten Schubladen ab.
Peter träumt von seinem Sportstipendium, zählt schon ab wie viele Kinder er und seine Freundin später haben werden.
Anita ist so in die Normen und Regeln ihres ehrgeizigen Vaters eingeengt, dass ihr eigener Wunsch Musik zu machen, zu singen, völlig in den Hintergrund geraten ist.
Eliza wird in der Schule von allen bloß als Schlampe abgestempelt, während sie doch eigentlich nur Angst hat, dass wenn ihr Vater stirbt, sie ganz allein auf der Welt sein wird.
Und der völlig verplante Andy, von allen schon als hoffnungsloser Fall abgestempelt, will einfach bloß sein eigenes Ding drehen. Von der Welt kann man ja auch nicht viel erwarten.

Mit der Aussicht auf den Asteroiden wendet sich das Blatt und die Karten werden wieder gemischt. Was bringen einem die vielen Pläne, die Schule und die Regeln, wenn sie in 10 Wochen sowieso sterben werden? Noch einmal dass machen, was sie schon immer tun wollten, ihre Träume und Ängste überdenken.

 Meine Meinung

Der Ausbruch aus ihren Umfeldern und Schubladen war sehr spannend und beeindruckend zu beobachten. Auch wenn die Charaketere sich wider ihrer Figur verhalten haben, passte es alles in den Rahmen der Umstände und machte es zu einem tollen Entwicklungsroman.
Auch perspektivisch hat der Autor etwas ganz tolles geschaffen. Wir wechseln nicht einfach nur die Perspektive zwischen den einzelnen Figuren. Meist ist es so, dass der Perspektivenwechsel an eine Szene verknüpft ist, an der zwei Figuren beteiligt sind und der Leser anschließend die andere Figur weiter begleitet. Sehr gelungen!

 Fazit
Tommy Wallach hat ein ganz großartiges Debüt hingelegt. Ein ganz junger Autor der mich sofort von sich überzeugen konnte. Was macht das Leben lebenswert? Was möchte ich von meinem Leben. Wallach skizziert die Geschichten von vier Jugendlichen, die kurz vor ihrem Schulabschluss stehen und schon Pläne fürs Leben haben und lässt sie an einer großen Katastrophe reifen.

Kevin Sands – Der Blackthorne-Code

20161122_155743»Verrate es niemandem«
Bis zu dieser rätselhaften Warnung war Christopher Rowe eigentlich zufrieden mit seinem Leben als Lehrling des Apothekermeisters und Alchemisten Benedict Blackthorn. Er hatte ein Dach über dem Kopf, sein Meister lehrte ihn nicht nur, wie man Mittel gegen Warzen herstellt, sondern auch wie man verschlüsselte Botschaften knackt und Rätsel löst. Doch das alles ändert sich, als eine Serie mysteriöser Morde London heimsucht. Fast immer sind es Alchemisten, die getötet werden. Christopher spürt, dass sein Meister in Gefahr ist. Ihm bleibt nur wenig Zeit, die Mörder zu enttarnen und hinter ein Geheimnis zu kommen, das so mächtig ist, dass es die Welt zerstören kann …

Kevin Sands | Der Blackthorne-Code
dtv | 330 Seiten | 15,95 € |

Mein empfohlenes Lesealter: ab 11 Jahren
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Nicola Yoon – Du neben mir

Nicola Yoon ♣ Du neben mir
Dressler ♣ 336 Seiten ♣  16,99 € ♣ 5/5 Punkte
Am Anfang war ein Traum. Und dann war Leben!

Wenn ihr Leben ein Buch wäre, sagt Madeline, würde sich beim Rückwärtslesen nichts ändern: Heute ist genau wie gestern und morgen wird sein wie heute. Denn Madeline hat einen seltenen Immundefekt und ihr Leben lang nicht das Haus verlassen. Doch dann zieht nebenan der gut aussehende Olly ein – und Madeline weiß, sie will alles, das ganze große, echte, lebendige Leben! Und sie ist bereit, dafür alles zu riskieren.

Nach Das Schicksal ist ein mieser Verräter, Die letzten Tage von Rabbit Hayes und Ein ganzes halbes Jahr kommt:

     DU NEBEN MIR UND ZWISCHEN UNS DIE GANZE WELT
Und es ist ein absoluter Pageturner. Mein Lieblings-Jugendbuch in diesem Herbst!
In der Welt von Madeline…
ist es kunterbunt.
Zumindest so kunterbunt wie ihr Bücherregal es eben zulässt.

Sie hat die gesamte Welt bereist,

soweit ihre Vorstellungskraft sie es erahnen ließ.
Wie sich die Welt dort draußen anhört anfühlt, schmeckt oder ausschaut,

das alles kennt sie nur aus den Büchern und Erzählungen.

Aber erzählen tut davon eigentlich nie jemand.
Denn Madeline darf das Haus nicht verlassen.

Bis jetzt hat sich Madeline mit ihrer Situation ganz gut arrangiert:

Ihre Krankenschwester ist täglich da.

Unterricht bekommt sie online.

Ihre Mutter ist immer für sie da.

Doch dann zieht Olly im Haus gegenüber ein. 
Was als harmlose Freundschaft am Fenster beginnt
wird zu einer unendlichen Sehnsucht nach dem da draußen,
was für Madeline nur den Tod bedeuten kann.
 Meine Meinung
 So fantasievoll gestaltet, ist Du neben mir eines der schönsten und berührendsten Jugendbücher, das ich seit langem gelesen habe. Seite für Seite ein Schatz. Super liebevoll gestaltet, machen die Illustrationen von Madeline, das Buch zu etwas ganz besonderem. Aufgebaut wie ein Tagebuch und auch illustriert als ein solches, wird man von Madeline einfach eingefangen. Tiefes Mitgefühl und Faszination für die Figur entsteht und lässt einen nicht mehr los. Bis zur letzten Seite.
Ich kann mich an kein Buch erinnern in dem die erste Liebe so unsagbar schön dargestellt wird.
Meine absolute Leseempfehlung für den Herbst.
Zum Lachen und Weinen.
Ein Buch das einen abholt und mitnimmt!

Paula Hawkins – Girl on the Train

Paula Hawkins ♣ Girl on the Train
blanvalet ♣ 448 Seiten ♣  12,99 € ♣ 5/5 Punkte
Jeden Morgen pendelt Rachel mit dem Zug in die Stadt, und jeden Morgen hält der Zug an der gleichen Stelle auf der Strecke an. Rachel blickt in die Gärten der umliegenden Häuser, beobachtet ihre Bewohner. Oft sieht sie ein junges Paar: Jess und Jason nennt Rachel die beiden. Sie führen – wie es scheint – ein perfektes Leben. Ein Leben, wie Rachel es sich wünscht.

Eines Tages beobachtet sie etwas Schockierendes. Kurz darauf liest sie in der Zeitung vom Verschwinden einer Frau – daneben ein Foto von »Jess«. Rachel meldet ihre Beobachtung der Polizei und verstrickt sich damit unentrinnbar in die folgenden Ereignisse …

Rachel verfolgt immer wieder den gleichen Tagesrhythmus und denkt sich Geschichten zu den Bewohnern der Häuser aus, an denen ihr Zug morgens entlang driftet. Geschichten von Prinz und Prinzessin, mit denen sie ihr eigenes elendiges Leben kompensieren möchte. Das ganze hilft ein kleines bisschen um sich einzurden alles wäre ok so. Doch eines Morgens beobachtet sie die Prinzessin auf der Terrasse ihres Hauses mit einem anderen Mann. Schockiert bricht Rachels Weltbild zusammen und sie wird schlagartig an die Realität zurück erinnert. Erinnert an ihr eigenes Schicksal…
Meine Meinung
Es gibt einige Dinge an Girl on the Train, die das Buch für mich von der Masse abheben und die Geschichte zu etwas besonderem gemacht haben. Anfangen würde ich aber vielleicht am liebsten damit, dass ich das Buch nicht als Thriller bezeichnen würde. Auch haben wir keine absolut eindeutigen Elemente eines Krimis und so würde ich auch eindeutig sagen, dass es sich bei Girl on the Train um einen sehr spannenden Roman handelt. So wie es eben auch auf dem Cover des Buches deklariert wird. Ganz unabhängig davon, dass es in der Presse als „Thriller des Jahres“ beworben wird. Ich kann dem nicht wirklich zustimmen.

Trotzdem war das Buch ein großer Page-Turner für mich. Spannend! Seite für Seite! Protagonistin Rachel ist ein sehr vielseitiger Charakter, den man weder mögen noch hassen muss. Irgendwie bleibt man als Leser immer noch auf einer sehr distanzierten beobachtenden Seite. Obgleich ich zwischendurch Mitleid mit ihr hatte, hat mir gerade die Beobachter-Position sehr gut gefallen.
Rachel ist auch wirklich kein Charakter den man mit vollem Enthusiasmus in sein Herz schließt. Sie ist dem Alkoholismus verfallen und ihr Leben ist nach der Scheidung völlig aus den Fugen geraten. Und obwohl sie vor ein paar Monaten ihren Job verloren hat, pendelt sie noch immer jeden Morgen nach London und wieder zurück, um den Schein für ihre Mitmenschen aufrecht zu erhalten.
Ihre Geschichte ist an einigen Stellen wirklich tragisch und eine Verkettung trauriger Ereignisse. Man kann aber im Endeffekt niemandem die vollkommene Schuld für alles geben.

Die Beleuchtung aller Ereignisse aus mehreren Perspektiven, durch die sich die Geschichte erst zusammen puzzelte, fand ich sehr gut gelungen. Neben Megan, der vermissten Frau, die Rachel über Monate beobachtet hat, rückt auch die neue Frau von Rachels Ex-Mann Anna in den Fokus. Denn Anna und Tom wohnen ein paar Häuser neben Megan. Rachels alter Wohngegend. Und während Rachel zwischen Fantasien, Erinnerungen und der Realität im Alkoholsuff hin und her taumelt, läuft der Täter noch frei herum. Eine sehr komplexe Geschichte, bei der man erst am Ende die Erleuchtung findet.

 Fazit
 Mir hat Girl on the Train von der ersten bis zur letzten Seite gefallen. Bereits im ersten Drittel hatte ich eine Vermutung bezüglich des Täters, der sich letztlich bewahrheitete. Trotzdem war es auf keiner Seite langweilig und ich wartete darauf herauszufinden, wie man den Täter überführt. Wirklich sehr lesenswert.