Ava Dellaira – Love Letters to the Dead

Ava Dellaira | Love Letters to the Dead
cbt ♣ 413 Seiten ♣ 17,99 €♣ 5/5 Punkte
Es beginnt mit einem Brief. Laurel soll für ihren Englischunterricht an eine verstorbene Persönlichkeit schreiben. Sie wählt Kurt Cobain, den Lieblingssänger ihrer Schwester May, die ebenfalls viel zu früh starb. Aus dem ersten Brief wird eine lange Unterhaltung mit toten Berühmtheiten wie Janis Joplin, Amy Winehouse und Heath Ledger. Denn die Toten verstehen Laurel besser als die Lebenden. Laurel erzählt ihnen von der neuen Schule, ihren neuen Freunden und Sky, ihrer großen Liebe. Doch erst als sie die Wahrheit über sich und ihre Schwester May offenbart, findet sie den Weg zurück ins Leben und kann einen letzten Brief an May schreiben…

Nach dem Tod ihrer Schwester May wünsch sich Laurel nur eines: Normalität. Ihre Mutter ist nach Kalifornien gezogen, hat sie im Stich gelassen. Und ihre religiöse Tante und ihr Dad erdrücken sie mit ihrer Zuneigung. Bloß die neue Schule, auf der niemand weiß was mit ihr und May passiert ist, gibt ihr ein wenig Sicherheit und Zuversicht. Trotzdem nistet sich das Geheimnis um Mays Tod immer weiter in ihr Gewissen. Bloß Sky vermag es, langsam in ihr innerstes Vorzudringen und sie vor ihren eigenen Gefühlen zu bewahren.

 Aufbau & Charaktere

Love Letters to the Dead ist ein Briefroman. Der Reihe nach richtet Laurel ihre Briefe an berühte Personen, die ihr im Leben schon irgendwie mal über den Weg gelaufen sind. Sei es im Kino, beim Lesen von Gedichten, ober beim Hören von Musik. Eigentlich war es bloß eine Aufgabe im Englischunterricht. Doch Laurels Brief an Kurt Cobain ist viel zu persönlich, als dass sie ihn ihrer Lehrerin zu lesen geben kann. Dann schreibt sie noch einen Brief, und noch einen. Die Briefe werden zu ihrer Rettung durch den Tag. Und auch wenn sie niemand liest, fühlt sie sich verstanden. Weil ihr jemand zuhört, so wir früher nur May zuhören konnte.
May war Laurels Anker während der Scheidung ihrer Eltern. Aber als jüngeres Geschwisterkind hat sie selbst gar nicht bemerkt, wie sehr die Scheidung ihre Schwester verletzt hat. May war die große, starke für sie zwei. Doch jetzt da sie tot ist, fühlt sich Laurel alleingelassen. Und hat auch Schuldgefühle, über die sie mit niemandem sprechen kann.
Nicht mit Natalie und Hannah, ihren neuen Freunden an der Schule. Auch nicht – erst recht nicht – mit Tante Amy oder ihrem Dad. Erst Sky, ihrer großen Liebe, kann sie sich langsam offenbaren. Und Licht ins Dunkle bringen, über die letzte Nacht mit ihrer Schwester.
 Meine Meinung
Briefromane sind nicht so mein Ding – So meine Einstellung vorher. Auch die Ich-Perspektive und Tagebücher lese ich sonst nicht so gern. Vielleicht hatte ich zuvor aber auch bloß immer die falschen Bücher zwischen den Pfoten? Jedenfalls hat dieses Buch meine Einstellung dazu grundlegend geändert.
Love Letters to the Dead bringt einen ganz Nah an Laurels Innerstes, an ihre zerbrochene Seele. Nichts vermag es ihr wieder auf die Füße zu helfen. Und man fühlt mit ihr. Mit dem Schreiben der Briefe beginnt sie im Unterricht und muss dabei feststellen, dass es ihr unheimlich gut tut sich zu offenbaren. Diese Briefe sind für sie eine Art Heilprozess, bei dem wir sie begleiten dürfen. Ich finde hier gerade die Art, wie wir Laurel begleiten können sehr persönlich gewählt. Anders als in einem Tagebuch. Es ist in einem Stil gehalten, den zu lesen ich sehr angenehm fand. Das tagtägliche sehr gut kombiniert mit ihren allgemeinen Empfindungen und ihrem Fortschritt sich zu öffnen. Auf die gleiche Weise sind auch die Persönlichkeiten, an die Laurel schreibt, in die Geschichte verwoben. Wenn sie mit Sky über Kurt Cobain und seine Musik spicht, geht der nächste Brief eben auch an ihn und Laurel erinnert sich dann noch an eine weitere Szene mit Cobain und ihrer Schwester.
Die Charaktere hatten irgendwie alle “ihr Fett weg”, wie meine Oma sagen würde. Keiner war so richtig normal. Ecken und Kanten waren gut verständlich begründet. Das unterstützt mich beim nachvollziehen ihrer Handlungen und ließ sie mir alle ans Herz wachsen.
 Fazit
Laurel reift an ihrem ersten Jahr an der Highschool. Trotz des schwere Gepäcks von Schuldgefühlen und Kummer um den Tod ihrer Schwester lässt sie sich nicht unterkriegen. Am Ende konnte mich das Buch zu Tränen rühren und tief mitnehmen. Große Leseempfehlung für mein Jugendbuch Highlight in diesem Frühjahr!

Francesca Segal ♣ Die Arglosen

 Francesca Segal | Die Arglosen
 Kein & Aber  | 432 Seiten | 22,90 € | TB: 12,90 € | 5/5 Punkte
Zwölf glückliche Jahre sind Adam und Rachel schon zusammen, und niemand ist überrascht, als sie ihre Verlobung bekannt geben. Alles ist perfekt: Sie haben einen gemeinsamen Freundeskreis, Adam arbeitet in der Anwaltskanzlei seines Schwiegervaters, und sie werden in jener Gemeinde im Nordwesten Londons eine Familie gründen, in der sie selbst aufgewachsen sind.

Doch plötzlich taucht Rachels Cousine Ellie auf, und Adam fühlt sich gefährlich hingezogen zu der gleichzeitig wilden und verletzlichen jungen Frau. Zum ersten Mal in seinem Leben ist er gezwungen, seine Welt infrage zu stellen und alle bisherigen Entscheidungen neu zu bewerten.

  Thema und Aktualität
 Aufgewachsen in einer behüteten, kleinen jüdischen Gemeinde im Nordwesten Londons kennen Adam und Rachel es nicht anders. Ihr kleines Leben innerhalb einer Seifenblase scheint perfekt und wird sich auch nicht allzu sehr verändern. Als Ellie auftaucht bringt sie Adams und Rachels Welt durcheinander und lässt Adam langsam aber sicher an seinem eigenen Weltbild zweifeln. Ist das wirklich alles was er vom Leben möchte?
In “Die Arglosen” geht es um einen jungen Mann, der erst noch herausfinden muss, was er vom Leben möchte. Was kann in der heutigen Gesellschaft aktueller sein, als sich selbst zu finden?

   Charaktere
Adam ist ein Produkt seines Umfelds. Der Druck, der durch eine Gemeinde oder Gruppe auch in der heutigen Zeit noch auf junge Menschen ausgeübt wird, wird in diesem Buch ganz deutlich dargestellt und kann vom Leser sehr gut nachempfunden werden. Rachel und er sind bereits zwölf Jahre glücklich vereint. Schon als Teenager kamen sie zusammen. So wuchs Adam in seine Rolle, des verantwortungsvollen Schwiegersohns und Ehemann hinein. Alle Weichen wurden für sie bereits gestellt. Ein Entgleisen schien demnach nicht mal vorstellbar. Und da Adam es gar nicht anders kennt, ist das bis zum Auftauchen von Ellie auch alles, was er wirklich vom Leben möchte.
Rachel macht es Adam auch sehr einfach sich auf diesem festgelegten Schienennetz zu bewegen. Denn sie erwartet von ihm auch nichts anderes. So traurig wie dieser Alltagstrott auch klingen mag: Rachel liebt Adam und Adam liebt Rachel. Eigentlich kann diese beiden Säulen nichts erschüttern.
Als Ellie zu Beginn der Hochzeitsvorbereitungen aus New York in die Gemeinde zurückkehrt wird sie von allen Seiten gemieden. In Adam weckt das sofort seinen Beschützerinstinkt und auch sein Schweigervater bittet Adam, Ellie in einem Fall aus der Patsche zu helfen. Doch Ellie entpuppt sich hinter ihrer gleichgültigen, kindlichen Schale als eine zerbrechliche junge Frau, die ebenfalls nur Hilfe sucht um ihrer Familie keine Schande zu bereiten. Am liebsten würde Adam sie vor allen Gefahren und Neidern bewahren, aber seine Zuneigung zu ihr macht es ihm auf Dauer sehr schwer.
  Bewertung
“Die Arglosen” lässt uns in eine kleine, abgeschottete Welt blicken, die wir von außen meist gar nicht so wahrnehmen. Das Buch setzt auf tiefe moralische Werte und familiäre Bindungen die in unserer heutigen Gesellschaft leider ganz oft und schnell verloren gehen und zeigt wie wichtig es sein kann, aufgefangen zu werden.
Adams Zwiespalt zwischen Rachel und Ellie stellt keine Wertung des Handelns dar, sondern ist viel mehr Spiegel dafür, wie wichtig es ist, über den Tellerrand hinaus zu schauen. Egal was einem vorgelebt wird, es ist immer noch wichtig, eigene Erfahrungen zu sammeln.
Mich konnte die Geschichte von Adam, Rachel und Ellie bis zur letzten Seite fesseln. Da sich beide Damen als “Extreme eines Prototyps” zeigen konnte man in meinen Augen über das gesamte Buch hinweg keine völlige Sympathie für eine von beiden aufbauen sondern stand lediglich immer auf Adams Seite. Daher konnte ich mir auch bis zum Ende hin nicht ausmalen, wie das Buch ausgeht.  Was ja mal zur Abwechslung auch sehr toll war! Auf der anderen Seite komme ich nicht darum herum ständig über das Ende nachzudenken. Bin ich damit glücklich so? Diese Frage kann ich nicht beantworten. Ebenso wenig kann ich eine bessere Lösung vorschlagen. Es bleibt einfach zum Nachdenken im Hinterkopf!
  Fazit
Ist das Buch Gesellschaftskritisch? Ich weiß nicht, ob ich es als solches bezeichnen würde, aber ein völlig anderer Begriff fällt mir aktuell nicht ein. Der Prozess der Selbstfindung wird anhand von Adam ganz tadellos dargestellt und mitverfolgt. Ein absolut großartiges Werk.

Gavin Extence – Das unerhörte Leben des Alex Woods Oder warum das Universum keinen Plan hat

Gavin Extence | Das unerhörte Leben des Alex Woods
Limes | 478 Seiten | 5/5 Punkte

 

WENN DICH DAS SCHICKSAL TRIFFT WIE EIN SCHLAG

Alex Woods ist zehn Jahre alt, und er weiß, dass er nicht den konservativsten Start ins Leben hatte. Er weiß auch, dass man sich mit einer hellseherisch begabten Mutter bei den Mitschülern nicht beliebt macht. Und Alex weiß, dass die unwahrscheinlichsten Ereignisse eintreten können – er trägt Narben, die das beweisen.

Was Alex noch nicht weiß, ist, dass er in dem überllaunigen und zurückgezogen lebenden Mr. Peterson einen ungleichen Freund finden wird. Einen Freund, der ihm sagt, dass man nur ein einziges Leben hat und man immer die bestmöglichsten Entscheidungen treffen sollte.

Darum ist Alex, als er sieben Jahre später mit 113 Gramm Marihuana und einer Urne voller Asche an der Grenze in Dover gestoppt wird, einigermaßen sicher, dass er das Richtige getan hat.

Eindrücke

Ob ich dieses Buch wirklich lesen wollte? Darüber habe ich gleich mehrfach nachgedacht, bis es dann letztlich doch auf meiner: ICH MUSS ES LESEN-Liste gelandet ist. Irgendwie habe ich es ja nicht mit so ganz verworrenen Geschichten. Und die Tatsache dass es offenbar um einen Jungen geht, der in irgendwelche Drogen-Geschichten verwickelt ist, hat mich auch Meilenweit abgeschreckt. Den so etwas lese ich für gewöhnlich ja überhaupt nicht.
Nix. Nada. Kein Interesse!
Dann beim mehrfachen Anschauen bei uns im Laden – ich hatte es dann auch mehrfach in der Hand – wollte ich es doch irgendwie haben.
Ich finde den Klapptext ja ausgesprochen verwirrend und wusste also eigentlich nicht auf was ich mich da einlasse, aber irgendwie war ich doch sehr gespannt und hoffte dass sich hinter der hübschen Fassade was interessantes versteckt.

Ich wurde nicht enttäuscht! Weiterlesen

Autoreninterview mit Goetz Markgraf

Am 28. Oktober war ich in der Stadtbibliothek in Haan zur Lesung von “Lukas und das Geheimnis des Geisterwaldes. Im Anschluss daran versprach mir Goetz Markgraf einige Fragen per Mail zu beantworten. Daher hatte ich mit diesem Beitrag selbst eigentlich sehr wenig arbeit. Ich Danke Goetz Markgraf sehr Herzlich dafür, dass er sich die Zeit genommen hat meine Fragen so ausführlich zu beantworten!

Wann hast du mit dem Schreiben von Lukas begonnen und was hast du vorher schon so geschrieben?

Das muss im Sommer 2008 gewesen sein. Ich habe meiner Tochter damals Kinderbücher für Mädchen vorgelesen – so mit Elfen, Feen und Einhörnern. Dabei ist mir aufgefallen, dass es für Jungen nur wenig Vergleichbares gibt. Zu diesem Zeitpunkt habe ich die Grundidee für die “Lukas-Reihe”, die “Geisterwald-Trilogie” entworfen. Aus dieser Zeit stammen auch einige Textstellen.

Anfangs war es noch ein Roboter, der auf die Erde kommt. Später habe ich Außerirdische daraus gemacht, also Lebewesen. Das gibt mehr Stoff für Dialoge, Konflikte und so weiter.

Richtig zusammenhängend, sozusagen am Stück, habe ich ungefähr ein lang Jahr geschrieben, inklusive der Überarbeitung. Also von Mitte 2011 bis Mitte 2012.

Der “Lukas” ist aber nicht meine erste Geschichte, noch nicht einmal mein erster Roman.

Geschichten schreibe ich, seit ich ein Kind, beziehungsweise ein Jugendlicher gewesen bin. Etliche Kurzgeschichten, ein paar Erzählungen, aber auch ein angefangener Roman sind schon entstanden. Alles rund um die Bereiche Fantasy und Science Fiction, also ganz allgemein der “Phantastik”.

Wie kommt man auf die Idee ein Kinder-/Jugendbuch zu schreiben, dass sich so intensiv mit dem Weltraum beschäftigt? Eigenes Interesse?

Der Weltraum hat mich immer schon fasziniert. Ich bin mit Krieg der Sterne, Raumschiff Enterprise, Perry Rhodan, Captain Future und solchem Zeug groß geworden. Aber auch abgesehen von erdachten Geschichten fasziniert mich der “echte” Weltraum. Ich verschlinge geradezu populärwissenschaftliche Bücher oder Podcast zum Thema Physik und Astronomie.
Aber warum ein Kinder-/Jugendbuch? Keine Ahnung. Vielleicht weil ich ein Buch schreiben wollte, wie ich es als Kind selber gerne gelesen hätte.
Für Kinder zu schreiben, ist klasse. Kinder sind ein faszinierendes und sehr ehrliches Publikum. Ich erzähle meinen eigenen Kindern sehr gerne Geschichten und ich vermittle auch gerne Wissen. Ich liebe es, wenn sie mit großen Augen dasitzen und staunen. Ganz offen, ganz ehrlich, ganz da.

Aber ist der Markt für Kinderbücher nicht schon total überschwemmt?

Das höre ich auch immer wieder und ein Blick in die Buchhandlungen scheint dem Recht zu geben: Die Regale sind gut gefüllt. Vor allem mit Reihen, teilweise endlos langen Reihen.

Trotzdem bin ich der Meinung, dass mein Buch eine Nische füllt, in der es keine oder nur wenig andere Bücher gibt. Viele aktuelle Titel sind Fantasy-Geschichten. Es geht um Feen, Elfen, griechische Götter, Zauberei oder Vampire. In meinem Buch geht es um den Weltraum. Hier wird das Angebot schon kleiner.

Außerdem ist mit wichtig, dass die Geschichte seriös und realistisch ist. Ja, das geht, eine realistische Geschichte mit Außerirdischen! Alle Personen sollen sich möglichst so verhalten, wie sich Menschen im realen Leben auch verhalten würden. In Kinderbüchern sind Kinder häufig mega-toll, während die Erwachsenen dümmlich oder dämlich sind. Das finde ich blöd. Warum muss das so sein?

Auch die Physik stimmt in meinem Buch. Natürlich nicht die Technik der Außerirdischen, die ist reine Fantasie. Oder sollte ich sagen: Wunschtraum? Aber alles andere: Die Planeten und anderen Himmelskörper, die Beschaffenheit der Oberfläche, wie sich die Schwerkraft anfühlt, all das habe ich versucht so genau wie möglich zu recherchieren und zu beschreiben.

Ich finde es immer wieder nervig, wenn in Kinderbüchern steht, dass man “auf einem Stern landet”. Dann denke ich mir: “Hoffentlich haben die gute Schuhe!” Die Oberflächentemperatur unseres Sterns, der Sonne, liegt bei gut und gerne 5.000 Grad! Da landet man doch lieber auf einem Planeten oder einem Mond, oder?

Findest du dich in der Rolle von Nicos Vater selbst in der Geschichte wieder?

Nein, Nicos Vater ist nicht autobiografisch. Vielmehr ist das eine Wunschgestalt, ein Vater, wie ihn Lukas vielleicht gerne hätte. Ein Vater, der sogar eine eigene Sternwarte im Haus hat!

Dazu ist Nicos Papa begeisterungsfähig und im Kern noch ein Kind. Daher rührt natürlich auch Nicos prinzipiell gute Laune, trotz all der Anfeindungen, die er tagtäglich erlebt.

Allerdings ist nichts und niemand perfekt. Sozusagen als Gegengewicht zu dem vielleicht perfekten Vater habe ich Nico die Mutter weggenommen – ein absolut grausames Schicksal, das ich niemandem wünsche! Auch ist der Professor stets zu Hause, was Nico nicht toll findet. Manchmal seht sich Nico nach “normalen” Eltern, wie Lukas sie hat.

Trotzdem ist mir wichtig, das Gespann Nico / Professor Sönderborg als funktionierende Einheit darzustellen. Die beiden haben sich trotz oder gerade wegen ihrer Lebenssituation zusammengerauft und stehen zueinander. Genau diese Einheit wird ab dem zweiten Band noch ziemlich wichtig.

Wie bist du an deinen Verlag gekommen und wie lange hast du ihn gesucht?

Ich bin hier wohl die Ausnahme von der Regel. Wie heißt es so schön: “Manchmal hat man eben Glück”.

Als ich den “Lukas” fertig geschrieben und weitgehend überarbeitet hatte, habe ich eine Arbeitsprobe an www.romansuche.de geschickt. Dort findet eine Vorprüfung statt, nach der entschieden wird, ob ein Text auf der Website veröffentlicht wird oder nicht. Das hat zu meiner großen Freude geklappt.

Tja, und dann hat der sich gerade neu gegründete Verlag Edition Ecrilis unter anderem auf genau dieser Seite nach ihrem ersten Schwung an Autoren umgeschaut. Denen hat meine Arbeitsprobe gefallen, und sie haben mich kontaktiert. Ja, richtig gehört. Der Verlag hat mich kontaktiert.

Ich habe natürlich zuerst an einen Druckkostenzuschussverlag gedacht. Doch wurde mir schnell klar, dass Ecrilis keiner ist, und dass ich ein riesiges, seltenes Glück gehabt habe.

Wieso wurde das Buch zuerst nur als E-Book veröffentlicht?

Wie schon gesagt, Edition Ecrilis wurde erst 2012 gegründet. Der Verlag ist zunächst auf Nummer Sicher gegangen – was ich absolut verstehen kann. Zuerst wurden alle Bücher nur als E-Book veröffentlicht. Um das Risiko zu begrenzen. Aber auch, damit der Verlag sehen konnte, welche Bücher in der freien Wildbahn wie ankommen.

Diese erste Veröffentlichung war schon eine unglaubliche Freude und Aufregung. Mein Buch online bei Amazon – wow! Ich war sogar einer meiner ersten Kunden, denn ich musste einfach mein Buch auf meinem Handy haben. Einen Kindle hatten wir da noch nicht.

Und dann kam im Frühjahr 2013 der nächste Hammer. Der Verlag wollte jetzt auch Bücher drucken und der “Lukas” sollte dabei sein. An dem Tag war ich wie auf Wolken!

Das Ende vom ersten Teil kam für mein Empfinden sehr unerwartet bzw. zu plötzlich. Ist der zweite Teil schon in Arbeit? Was erwartet uns da?

Echt? Unerwartetes und plötzliches Ende? Das kann ich ja gar nicht verstehen! (lacht) Spaß beiseite!

Das Buch “Lukas und das Geheimnis des Geisterwaldes” ist an und für sich durchaus eine abgeschlossene Geschichte, die ein klares Ende hat. Allerdings machen Lukas und seine Freunde kurz vor Schluss eine ganz besondere Entdeckung. Lukas’ außerirdische Freunde sind überzeugt, dass diese Entdeckung nichts zu bedeuten hat – und damit könnte sich der Leser oder die Leserin auch zufrieden geben. Nur Lukas ist skeptisch, er vermutet Größeres hinter der Entdeckung. Und wird Recht behalten. Nicht umsonst heißt der Untertitel: “Band 1 der Geisterwald-Trilogie”.

Wie schon gesagt habe ich mir den Handlungsrahmen irgendwann 2008 ausgedacht. Und zwar den für die ganze Trilogie. “Lukas und das Geheimnis des Geisterwaldes” ist der Auftakt zu einem größeren Handlungsbogen, der sich im Band 2 weiter ausrollt und erst im Band 3 zum Ende kommt.

Der zweite Band ist schon geschrieben, aktuell arbeite ich am Band 3.

Goetz Markgraf – Lukas und das Geheimnis des Geisterwaldes

Goetz Markgraf | Lukas und das Geheinis des Geisterwaldes
Edition Ecrilis | 336 Seiten | 4/5 Punkte
1/3 Teilen
Der elfjährige Lukas und sein Freund Nico sind fasziniert von einem geheimnisvollen grünen Leuchten im Geisterwald. Durch Zufall stoßen sie auf die Quelle des Lichtes. Eine turbolente Zeit beginnt, in der die beiden Jungen außerirdische Freunde finden, entscheidend zur Lösung eines kniffeligens Problems beitragen und abenteuerliche Reisen weit über die Grenzen unseres Planeten unternehmen.
Ein spannendes und mitreißendes Buch, das nebenbe Wissen über den Weltraum vermittelt.
Über den Autor
Goetz Markgraf schreibt seit vielen Jahren Kurzgeschichten rund um das Thema Science Fiction und Fantasy. Mit »Lukas und das Geheimnis des Geisterwaldes« stellt er seinen Debut-Roman vor und gleichzeitig den Auftakt einer mehrteiligen Reihe rund um den elfjährigen Lukas und seine Abenteuer im Weltraum.
Beruflich arbeitet Goetz Markgraf als Softwareentwickler, ist verheiratet und hat drei Kinder.
Zum Inhalt
Lukas ist neu in der Stadt. Der stetige Regen während der letzten Tage sind der Grund warum er in die Klasse kommt und ihn nur unbekannte Gesichter anschauen. Als er sich seinen neuen Platz aussuchen darf, setzt er sich zu Nico und eine wunderbare Freundschaft beginnt. Denn Lukas und Nico verbindet das gemeinsame Interesse zum Weltraum und diversen Comic-Serien. Doch Nico wird von den anderen Schülern gemieden. Den er und sein Vater wohnen am Geisterwald. Lukas hält das ganze Gerede für Blödsinn, bis er die Geschichten über den Wald gehört und das grüne Leuchten im Wald mit eigenen Augen gesehen hat.
Meine Meinung
Für mich war das Buch der Einstieg in ein ganz anderes Genre. Bisher habe ich um Sci-Fiction Geschichten immer einen großen Bogen gemacht und abgesehen von den Star Wars Filmen konnte mich auch noch nichts anderes für diese Thematik begeistern. “Lukas und das Geheimnis des Geisterwaldes” ist ein sehr schöner Einstieg in das Genre und bietet gerade jungen Lesern auch einen schönen Überblick über unser Sonnensystem und die Gesetze der Schwerkraft. Auch wenn das Buch eine Zielgruppe von jüngeren Lesern ansprechen soll, werden aber auch Erwachsene mit Sicherheit ihren Spaß daran haben diese schöne Geschichte zu lesen. Besonders für Einsteiger von Sci-Fiction Büchern wird dieses Buch mit Sicherheit gefallen.
Mir gefällt bereits das Cover sehr gut und die Charaktere sind nicht bloß schwarz und weiß. Da es sich um ein Kinderbuch handelt, ist das Buch natürlich nicht sehr kompelx, aber es stellt doch den Anfang einer Trilogie da und hat einen Cliffhänger, der ein offenes Ende darstellt. Für mich kam das Ende sogar sehr plötzlich. Eigentlich hätte es nahtlos weitergehen können. Daher bin ich gespannt auf den nächsten Teil, der für alle Leser noch sehr viel bereithalten wird.
Für den Auftakt der Trilogie gibt es von mir 4 Punkte.