Eva Völler – Auf ewig dein & Zeitenzauber

Das hier wird eine wohl mal ganz andere und verrücktere Rezension als sonst. Ganz frisch erschienen ist Auf ewig dein, der Auftakt zur neuen Trilogie von Eva Völler. Diese schließt an den Abschluss der Zeitenzauber Trilogie an.
Ich habe im Juni zunächst Auf ewig dein und danach Die magische Gondel gelesen, weil mich das Cover so begeistert hat und ich den ultimativen Test wagen wollte: Kann man die neue Reihe lesen, ohne die Vorgeschichte zu kennen?

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Mein erstes Halbjahr 2017 – Jugendromane

Mein Halbjahres-Rückblick Teil 2 befasst sich wie bereits angekündigt mit genau den fünf Jugendromane, die für mich besonders waren. Ich hoffe hiermit, die Bücher, dem ein oder anderen ans Herz legen zu können. Das Lesen lohnt sich in allen Fällen sehr!

 

 The sun is also a star von Nicola Yoon

Ihr aktueller im Kino laufender Titel „Du neben mir“ hat mich bereits verzaubert. Und auch ihr neues Buch fasziniert mit zwei ganz tollen, aber unterschiedlichen Charakteren. Die Stadt die niemals schläft präsentiert sich von ihrer multikulturellen Seite und erzählt die traurige Geschichte eines jungen Mädchens, das abgeschoben werden soll. Ein einziger Tag, der von Stunden der Hoffnung und Verzweiflung geprägt ist.

In einem fremden Wald von Doris Dörrie

Diese Novelle lässt einen nicht mehr los. Erzählt wird die Geschichte des kleinen Mädchens Pula, das von ihrer Mutter losgeschickt wurde, damit sie ein besseres Leben führen kann, ohne Angst vor den Monstern, die ihre Heimat zerstört haben. Ganz alleine ist Pula auf dem Schlauchboot und alleine läuft sie weiter und weiter. Sie wagt immer nur einen kurzen Blick aufs Handy, einen kurzen Blick zum Foto ihrer Familie, bevor der Akku des Gerätes endgültig aufgibt. Aber Pula gibt nicht auf. Doch dann erreicht sie diese Hütte im Wald.
In einem fremden Wald ist traurig und emotional geladen. Man möchte helfen und ist beim Lesen doch so gelähmt.

 

Cavaliersreise von Mackenzie Lee

Dies ist tatsächlich erst mein zweites Königskind und ich hatte so viel Spaß beim Lesen. Das Buch entführt in eine spannende Story ins 18. Jahrhundert und wir beobachten die abenteuerliche Reise des jungen adeligen Monty zu sich selbst. Es gibt ganz viel zu Lachen und ist dennoch so ernst. Mir hat es sehr gut gefallen, wie das Thema Homosexualität in einem historischen Roman verpackt wurde. Die Liebesgeschichte ist nicht so ausgeprägt, deswegen würde ich es eigentlich auch mehr als einen Abenteuerroman bezeichnen.

Eden Summer von Liz Flanagan

Eden Summer liest sich schnell und leicht weg, trotzdem hatte es den einen oder anderen Moment bei dem ich innehalten, gar eine Träne verdrücken musste. Wie schrecklich kann der Tag nur werden, wenn die beste Freundin vermisst wird? Wer offen für etwas kurzweiliges für zwischendurch ist, der kann mit Eden Summer wohl nichts falsch machen.

 

Fangirl von Rainbow Rowell

Ich glaube Fangirl dürfte das Buch für Booknerds werden. Einfach ein Buch für jeden, der für etwas schwärmt. Ich habe früher selbst Fanfiktions geschrieben und habe mich immer und immer wiedererkennen können. Ihr müsst Fangirl einfach lesen!

 

Ganz viele liebe Grüße

Chrissi

 

Krystyna Kuhn – Monday Club – Das erste Opfer

Krystyna Kuhn ♣ Monday Club – Das erste Opfer ♣
Oetinger ♣ 384 Seiten ♣  16,99 € ♣ 4/5 Punkte
Kann ein Mensch zwei Mal sterben? Ein perfides Spiel um Wahn und Wahrheit!

Bei der sechzehnjährigen Faye Mason wurde bereits in früher Kindheit idiopathische Insomnie diagnostiziert, eine seltene Schlafkrankheit. Die schlaflosen Nächte hinterlassen Spuren: Oft kann sie Wirklichkeit und Fantasie nicht unterscheiden. Da geschieht etwas Entsetzliches: Fayes beste Freundin Amy kommt bei einem Autounfall ums Leben. Doch wenig später begegnet sie der totgeglaubten Amy auf der Straße. Halluziniert sie? Oder ist Amy noch am Leben? Faye sollte besser nicht zu viele Fragen stellen, auch nicht zum Monday Club, in dem alle wichtigen Leute der Stadt Mitglied sind.

Meine ersten Erfahrungen mit Krystyna Kuhn habe ich bereits mit „Das Tal – Das Spiel“ gesammelt. Packend und spannend erzählt, kann ich nicht behaupten, dass es am Schreibstil lag, warum ich die Reihe nie weiter fortgesetzt habe. Vielmehr war es der verwirrende Plot, der mich durcheinander brachte. Die Kunst den Protagonisten und den Leser aufs Glatteis zu führen, führt Frau Kuhn auch in ihrer neuen Trilogie um den Monday Club fort. So undurchsichtig und verworren, wie man es selten wiederfindet…

Meine Meinung
Dass ich Monday Club unbedingt lesen wollte, das stand völlig außer Frage. Es war eines der ersten Bücher, das mir in der Vorschau direkt ins Auge gesprungen ist. Denn zur Abwechslung hatten wir hier mal wieder eine interessante Geschichte, die nicht als Dystopie oder Fantasy-Roman angelegt ist. Gerade im Jugendbuch ist es fast schon schwierig geworden dazwischen etwas anderes zu finden.

Eingetaucht in die Welt von Faye, verschwimmen die Grenzen von Realität und Träumerei ein wenig. Faye leidet an einer seltenen Schlafkrankheit. Oft kann sie gar nicht schlafen und muss Tabletten nehmen, die es ihr erst ermöglichen die Augen für eine gewisse Zeit überhaupt schließen zu können. Stellt euch mal vor ihr wärt unglaublich müde und könntet aber nicht einschlafen. Ich mag dieses Gefühl wirklich gar nicht.
Doch wenn Faye unter den Medikamenten wach wird oder trotzdem nicht schläft, dann vermischen sich ihre Wahrnehmungen und letztlich kann sie sich nachher nicht mehr genau daran erinnern, ob sie Dinge nun wirklich erlebt hat, oder nur geträumt.
Diese Idee fand ich wirklich interessant und teilweise auch gut umgesetzt. Für mich als Vielleser war es aber relativ schnell ersichtlich, was nun tatsächlich passiert war und was nicht. Hier hätten die Dinge ruhig noch viel weiter verschwimmen dürfen.

Was mich insgesamt ein wenig gestört hat, war das an einigen Stellen sehr klischeehafte Gesamtbild. Dies Stach immer wieder sehr exemplarisch hervor und störte das sonst so außergewöhnliche Buch. Gerade die Charaktere um Faye herum waren meines Erachtens doch sehr durchschaubar. Obgleich das Ende des Buches nicht vorhersehbar war.

Fazit
Einmal das Buch zugeklappt wollte ich sofort das nächste haben. Die Verstrickungen waren spannend, logisch und bis zum Schluss nicht zu durchschauen. Bloß die Charaktere waren meiner Meinung ein bisschen schwach im Gegensatz zum Rest des Buches. Ein spannendes Mystery-Abenteuer, welches ich gerne weiterverfolgen werde!

Melanie Raabe – Die Falle

Melanie Raabe ♣ Die Falle
btb ♣ 320 Seiten ♣  11,99 € ♣ 5/5 Punkte
Sie stellt ihm eine Falle. Aber ist er wirklich ein Mörder?

Die bekannte Romanautorin Linda Conrads, 38, ist ihren Fans und der Presse ein Rätsel. Seit gut elf Jahren hat sie keinen Fuß mehr über die Schwelle ihrer Villa am Starnberger See gesetzt. Trotz ihrer Probleme ist Linda höchst erfolgreich. Dass sie darüber hinaus eine schreckliche Erinnerung aus der Vergangenheit quält, wissen nur wenige. Vor vielen Jahren hat Linda ihre jüngere Schwester Anna in einem Blutbad vorgefunden – und den Mörder flüchten sehen. Das Gesicht des Mörders verfolgt sie bis in ihre Träume. Deshalb ist es ein ungeheurer Schock für sie, als sie genau dieses Gesicht eines Tages über ihren Fernseher flimmern sieht. Grund genug für Linda, einen perfiden Plan zu schmieden – sie wird den vermeintlichen Mörder in eine Falle locken. Doch was ist damals in der Tatnacht tatsächlich passiert?

Seit nun mehr als elf Jahren hat die Schriftstellerin Linda ihr Haus nicht mehr verlassen. Ihr eigenes Gefängnis redet sie sich selbst immer aufs Neue schön. Viele interpretieren ihren Rückzug als Schuldeingeständnis. Der Mord an ihrer Schwester ist längst in Vergessenheit geraten, als sie den Mörder eines Morgens im Fernsehen wiedersieht.
Mit einem Buch im Buch schafft es Melanie Raabe die Ebenen verschwimmen zu lassen, so dass auch der Leser am Ende nicht mehr genau weiß wem er Glauben schenken soll.
Das Buch im Buch
Die Falle ist ein Buch das sich auf zwei Ebenen abspielt, welche im unmittelbaren Zusammenhang zueinander stehen. Hauptszenerie des Buches ist natürlich die Geschichte um die Schriftstellerin Linda Conrads, die sich nach dem Mord an ihrer Schwester immer weiter zurückgezogen hat. Soweit dass sie nicht einmal mehr ihr Haus verlässt. Ihre Assistentin kümmert sich um ihre Einkäufe und führt auch ihren Hund aus. Diese Schiene des Buches funktioniert auch völlig frei, ohne die zweite.
Nachdem Linda den Mörder ihrer Schwester im Fernsehen gesehen hat, plant die eigentliche Romanautorin einen Krimi, und lädt besagten Journalisten zu einem Interview zu sich ein. Dort will sie ihn ganz konkret stellen und natürlich auch des Mordes an ihrer Schwester überführen.

Die zweite Ebene des Buches ist dieser Krimi, den Linda Conrads verfasst hat. Hier versucht Linda ihre Erinnerungen an den Mord an ihrer Schwester zu verarbeiten und verfasst diesen als Kriminalroman. Diesen bekommt der Leser ebenfalls in Auszügen zu lesen. So erfahren wir auch einiges um die Ereignisse von vor elf Jahren. Dabei verwischen aber natürlich Realität und Fiktion.

 Meine Meinung
Melanie Raabes Schreibstil hat ein bisschen was poetisches. Das Buch hat kunstvoll ausgeschmückte Szenen, in denen man sich verlieren kann, so wie die Protagonistin sich in ihrem Haus, ihrer eigenen Welt gewissermaßen verliert. An manchen Stellen besitzt das Buch, durch Nutzung des Staccato-Stils, auch den Ausdruck einer gewissen Nüchternheit, mit der sich Linda Conrads durch ihren Alltag quält.

Und obwohl man zu Beginn des Buches von unserer Protagonistin schon eine Lösung serviert bekommt, schafft es Frau Raabe, dass man sich immer wieder fragt: War das wirklich so? Plötzlich zweifelt man an sich. Wie gut hat man aufgepasst? Habe ich wirklich nichts überlesen? Vielleicht lügt sie ja doch? Das macht es unheimlich spannend die Geschichte wirklich bis zum Ende zu verfolgen.

Fazit
Mit sehr großer Vorfreude habe ich das Buch begonnen. Genauso gerne habe ich es gelesen. Mit ganz persönlicher Note und einem außergewöhnlichen Schreibstil wird das Buch noch lange in Erinnerung bleiben. Große Leseempfehlung!

Elisabeth Herrmann – Der Schneegänger

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Am Freitag, den 13.03.2015 machten wir Leipzig unsicher. Und wie ich bereits mehrfach erwähnt habe: Die Lesung mit Frau Herrmann war ganz großes Kino. 2013 habe ich sie zum ersten Mal live gehört. Auch damals schon war ich sehr begeistert und seither habe ich schon einige ihrer Bücher gelesen. Umso größer war die Freude, dass ich zur Leipziger Buchmesse die Chance bekam sie erneut zu treffen.

 

Wer schon mal auf einer Lesung mit Elisabeth Herrmann war, der weiß: Das Ganze ist eine One-Woman-Show. Und die macht sie wirklich toll. Am Freitag präsentierte sie uns „Der Schneegänger“ ihren zweiten Krimi mit der ehemaligen Streifenpolizistin „Sanela Beara“, die mir auch in diesem Buch wieder sympathisch war und sich nicht unterkriegen lässt.
Der Abend bestand aber nicht bloß aus dem reinen Lesen aus dem Buch, das ich ja schon gelesen hatte. Eine lockere Einführung über ihre Bücher allgemein und die Arbeiten zur Verfilmung ihrer Bücher stimmte einen auf einen tollen Abend ein.
Elisabeth Herrmann hat ein Händchen dafür, welche Stellen sie am besten liest um auf das Buch neugierig zu machen. Da frage ich mich auch: Warum liest sie ihre Bücher nicht selbst als Hörbuchsprecherin ein? Eine Autorenlesung käme bei ihr auf jeden Fall sehr gut rüber!
Die Fragerunde nach der Lesung kam sehr gut beim Publikum an. Und Frau Herrmann plaudert offensichtlich auch sehr gerne aus dem Nähkästchen. Viele Fragen drehten sich auch um die Arbeit mit Jan Josef Liefers, der in den Verfilmungen um Herrmanns Anwalt Vernau die Hauptrolle spielt.
Nach meiner zweiten Lesung mit Frau Herrmann kann ich nur sagen: Gerne wieder. Die Frau ist einfach unglaublich sympathisch und menschlich.

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Da wir vor der Messe noch nicht 100% entschieden hatten, wo es überall hingeht, hatte ich leider mein Exemplar von Der Schneegänger nicht mit in Leipzig. In der Lehmanns Media Buchhandlung habe ich mir dann allerdings noch kurzentschlossen das Hörbuch Seefeuer gekauft. Wie auch das Hörbuch zu Schattengrund ebenfalls gelesen von Laura Maire. Das Hörbuch haben wir auf der Rückfahrt von der Messe begonnen und inzwischen zuende gehört.  Es hat uns sehr gut gefallen. Laura Maire liest großartig.