Sophie Jordan – Infernale

infernale
Von klein auf hörte ich Wörter wie begabt, Überdurchschnittlich. Begnadet.
Ich hatte all diese Wünsche, wollte etwas werden.
Jemand.
Niemand sagte: Das geht nicht.
Niemand sagte: Mörderin.

 

Als Davy in einem DNA-Testpositiv auf das Mördergen Homicidal Tendency Syndrome (HTS) getestet wird, bricht ihre heile Welt zusammen. Sie muss die Schule wechseln, ihre Beziehung scheitert, ihre Freunde fürchten sich vor ihr und ihre Eltern meiden sie. Aber sie kann nicht glauben, dass sie imstande sein soll, einen Menschen zu töten. Doch Verrat und Verstoß zwingen Davy zum Äußersten. Wird sie das werden, für das alle Welt sie hält und vor dem sie sich am meisten fürchtet – eine Mörderin?

 

Sophie Jordan ♣ Infernale
Loewe ♣ 380 Seiten ♣  17,95 € ♣ 5/5 Punkte
1. Teil der Trilogie

 

Davy ist der Traum von einem Kind. Keine Probleme mit irgendwas. Ein Wunderkind. Ein fantastisches Gehör. Davy spielt mehrere Instrumente, hat eine wunderschöne Stimme und bereits eine Zusage für Juilliard, als alles ganz anders kommt. Nachdem man das HTS-Gen entdeckt hatte, bricht überall Panik aus. Das Mörder-Gen verunsichert die Menschheit.

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Victoria Aveyard – Die Farben des Blutes 01 – Die rote Königin

Victoria Aveyard ♣ Die Farben des Blutes 01 – Die rote Königin
Carlsen ♣ 512 Seiten ♣  19,99 € ♣ 4/5 Punkte
Rot oder Silber – Mares Welt wird von der Farbe des Blutes bestimmt. Sie selbst gehört zu den niederen Roten, deren Aufgabe es ist, der Silber-Elite zu dienen. Denn die – und nur die – besitzt übernatürliche Kräfte. Doch als Mare bei ihrer Arbeit in der Sommerresidenz des Königs in Gefahr gerät, geschieht das Unfassbare: Sie, eine Rote, rettet sich mit Hilfe besonderer Fähigkeiten! Um Aufruhr zu vermeiden, wird sie als verschollen geglaubte Silber-Adlige ausgegeben und mit dem jüngsten Prinzen verlobt. Dabei ist es dessen Bruder, der Thronfolger, der Mares Gefühle durcheinander bringt. Doch von jetzt an gelten die Regeln des Hofes, Mare darf sich keine Fehler erlauben. Trotzdem nutzt sie ihre Position, um die aufkeimende Rote Rebellion zu unterstützen. Sie riskiert dabei ihr Leben; und das vieler anderer. Denn ihr Eingreifen setzt einen gefährlichen, tötdichen Tanz in Gang, bei dem Prinz gegen Prinz steht. Verstand gegen Herz- Und Mare zwischen allen.
Dytopie kollidiert mit fantastischen Elementen. Prinzessin werden, düstere Zeiten der Unterdrückung – alles Dinge die wir irgendwie schon kennen, und doch schafft es Victoria Aveyard im ersten Teil von Die Farben des Blutes eine einzigartige Atmosphäre zu schaffen, die mich Seite für Seite neu verzauberte. Im Dümpel der Dystopien mal wieder etwas das heraussticht und mich vom Hocker hauen konnte!
Meine Meinung

Dystopie kann jeder. Fast schon wie jeder ein Buch schreiben kann. Und während sie so wie Pilze aus dem Boden sprießen, warten wir auf das Blümchen zwischen all dem Unkraut. Auch wenn die Kulisse in Die rote Königin sehr brutal und düster erscheint, scheinen hier auch die politischen Motive und Fäden stärker durchdacht und ausgearbeitet worden zu sein. Etwas, auf das ich mich in einem dystopischen Roman eigentlich immer am meisten freue.

Die Welt ist geteilt in zwei Gruppen von Menschen: jene mit silbernem und jene mit rotem Blut. Mare, zugehörig zu den Roten, veruscht in einer Stadt Geld zu stehlen, um sich damit vom Kriegsdienst frei zu kaufen., was in einer Katastrophe für ihre Familie endet. Eines Abends trifft sie auf einen Fremden, der ihr Geld gibt, und ihr kurz darauf Arbeit für den Silbernen-Adel verschafft. Dort unter den Augen aller zeigen sich Mares besondere Fähigkeiten, die sonst nur mit silbernem Blut verbunden sind. Um die Sache zu vertuschen nimmt die Königsfamilie sie unter einem falschen Vorwand bei sich auf.

Die politische Situation im Land und die Auswirkungen der Rebellion sind allgegenwärtig, verleihen dem Buch dadurch eine bittere Unternote. Dadurch wird man ständig daran erinnert, dass obwohl Mare nun in der vermeintlich friedlichen Welt lebt, dort draußen, außerhalb der Schlossmauern ein Krieg tobt.

Die sehr vielen Charaktere werden meines Erachtens dafür aber leider oft nur oberflächlich vorgestellt. Vielleicht auch nur, weil Mare sich den Charakteren nicht weiter nähert und besser kennenlernt und wir eben doch nur so viel erfahren wie sie selbst. Aber auch Charaktere die ihr näher stehen fehlt es leider ein wenig an Tiefgang. An dieser Stelle freue ich mich schon auf den nächsten Teil um hier vielleicht mehr zu erfahren.
Protagonistin Mare selbst konnte mich leider auch nicht völlig von sich überzeugen. Ist in manchen Büchern eine Dreiecksbeziehung spannend aufgestellt, haben wir hier eine Art von Vierecksbeziehung, die den Bogen ein wenig überspannt. Empfand ich als unnötig. Zumal Mare hier sehr unreif wirkte und mir teilweise echt auf die Nerven ging.

Fazit
Mit Die rote Königin hat Victoria Aveyard eine neue Trilogie ins Rollen gebracht, auf dessen Fortsetzung ich unglaublich gespannt bin. Mit herausragenden Beschreibungen und Ideen konnte mich das Buch verzaubern. Lediglich die Charaktere schwächeln etwas.

Ein großes Muss für Fans von „Die Tribute von Panem“ und „Red Rising“

Kiera Cass – Die Selection Reihe

Sind die Cover nicht einfach unsagbar schön? Alleine die Cover sind ja tatsächlich schon ein Kaufgrund für sich, ganz unabhängig vom Inhalt. Und ganz ehrlich? Auch ich bin den Covern verfallen und hatte das Gefühl den ersten Teil der Selection Reihe nur deswegen unbedingt im Regal haben zu müssen. Bei solchen Dingen denkt mein Kopf nicht mehr rational, wenn er denn überhaupt noch denkt.
Nachdem ich den ersten Teil gelesen hatte, setze bei mir zunächst die Ernüchterung ein und meine Erwartungen an den zweiten Teil schrumpften. Würde ich den dritten überhaupt jemals lesen? War ich da in eine böse Cover-Falle geraten? Nachdem ich jetzt schließlich alle drei Bücher gelesen habe, kann ich auf jeden Fall sagen: Ausgezeichnetes Marketing.
Ich hab selber noch nie den „Bachelor“ im Fernsehen gesehen. Ich konnte mir aber trotzdem ganz gut vorstellen, was andere meinten, wenn sie die Bücher mit der Serie verglichen. Die Idee hinter der Buchreihe hatte irgendwas magisches, was mich trotz aller Klischees irgendwie doch sehr anzog. Die Reihe hatte was Mädchen-Märchenhaftes, was mich auch davon absehen ließ, dass an ganz ganz vielen Stellen das Potenzial nicht ausgeschöpft wurde. Der Schwerpunkt der Reihe lag eben einfach auf dem Casting. Darauf das America nicht in das perfekte Bild passte, rund herum um schöne Kleider und den Traum kleiner Mädchen vielleicht eines Tages Prinzessin werden zu können.
Zielgruppe sind laut Verlagswebsite (habe extra noch mal nachgeschaut) Jugendliche ab ca. 14 Jahren. Und vielleicht bin ich mit Anfang 20 da jetzt mittlerweile doch ein wenig rausgewachsen. Gerade was so politische Dinge in der Geschichte angeht hätte man viel mehr erzählen können. Ausgerechnet der erste Band ist was das angeht sehr mager und führt einen nicht mal richtig in die Welt Illeá ein. Sehr schade. Und wo doch jetzt so viele Dystopien auf dem Markt sind, sind es doch auch solche Dinge die die eine Dystopie von der anderen unterscheiden, oder erwarte ich da zu viel?
Mein abschließendes Fazit zum Abschluss der Reihe fällt dennoch positiv aus. Ich hab mich sehr gut unterhalten gefühlt, auch wenn America mir als Protagonistin nicht sehr gut gefallen hat. Während sich andere Charaktere entwickelten, hatte ich bei ihr immer das Gefühl sie ist auf der Stelle stehen geblieben und hat die gleichen Fehler immer wieder gemacht. Ich war hin- und hergerissen und konnte mich tatsächlich nicht so ganz einfach für eine abschließende Bewertung entscheiden. Habe mich dann aber für großzügige 4 Schildkröten entschieden, weil es eben doch irgendwo mehr als Durchschnitt war.
 Aussichten

Ich persönlich habe nur die drei Hauptbände (so nenne ich sie jetzt einfach mal) gelesen. Ehrlich gesagt finde ich den ganzen Firlefanz um die Kurzgeschichten Bücher ein wenig übertrieben und werde sie wohl nicht lesen. Das ist mir ein wenig zu viel des Guten. Auf Grund des Erfolgs wurde die Reihe ja offenbar auch noch fortgesetzt und bereits ab dem 23. Juli kann man die deutsche Übersetzung des Vierten Teils kaufen.

Alleine die Tatsache, dass es einen Vierten Teil gibt, spoilert ja gewissermaßen bereits das Ende vom Abschluss des dritten Teils. Ich bin auf dieses vierte Buch wirklich sehr gespannt. Wieder ein Casting. Obwohl das Ziel doch war die Kasten abzuschaffen. Werden das jetzt tatsächlich 3 Bücher um die Kronprinzessin? Irgendwie hatte ich gehofft die Reihe innerlich mit Der Erwählte abschließen zu können. Das Cover vom vierten ist aber erneut wieder so schön und es reizt mich ja dann doch ein wenig. Ich lasse das einfach noch ein bisschen auf mich zukommen.

Kiera Cass – Der Erwählte

Kiera Cass ♣ Der Erwählte
Fischer ♣ 384 Seiten ♣  16,99 € ♣ 4/5 Punkte
3. Teil der Selection Trilogie

 

35 perfekte Mädchen waren angetreten. Nun geht das Casting in die letzte Runde: Vier Mädchen träumen von der Krone Illeás und einer Märchenhochzeit. America ist noch immer die Favoritin des Prinzen, doch auch ihre Jugendliebe Aspen umwirbt sie heftig. Sie zögert, denn sie liebt beide. Doch jetzt ist der Moment der Entscheidung gekommen: America hat ihr Herz vergeben, mit allen Konsequenzen. Komme, was wolle …

Ursprünglich durch das wunderschöne Cover angezogen gelangte der erste Teil der Selection-Reihe in meinen Besitz. Nach einem holprigen Einstieg konnte mich dann der zweite Teil doch etwas mehr davon überzeugen, dass ich das hier lesen möchte. Die vielen Kurzgeschichten Bücher um die Reihe herum und die Ankündigung, dass es nach dem dritten Teil doch noch weitergehen sollte haben mich dann aber wieder abgeschreckt.

Jetzt habe ich es aber tatsächlich doch geschafft das Buch mit Begeisterung in einem Rutsch zu lesen und ich möchte euch auch sehr gerne sagen warum…

Meine Meinung
Irgendwie will man nach zwei Büchern ja dann doch wissen, wie es ausgeht, oder? Wenn ich bereits fand, dass der zweite Teil bei weitem mehr Tiefgang hatte als der erste, dann befindet sich Teil drei auf jeden Fall auf einem ähnlichen Niveau. Das Charakternetz von ursprünglich über 40 Charakteren, eben alleine 35 Casting-Teilnehmerinnen, ist jetzt zum Ende der Reihe gewaltig geschrumpft. Neben Americas drei letzten Konkurrentinnen Celeste, Kriss und Elise, sind da noch Kronprinz Maxon, Aspen sowie Americas Zofen. Damit wurde es dann doch überschaubarer. Obgleich man einfach sagen muss, dass es einfach viel zu viele Charaktere für so eine kurze Geschichte sind.
Mir hat sehr gut gefallen wie die Beziehungen unter den letzten vier Mädchen sich entwickelten, dass wir ein bisschen hinter die Fassade und Motive der einzelnen Mädchen schauen konnten. Das war zuvor einfach nicht möglich und wurde für mich im Abschlussband dann doch noch sehr gut, wenn auch spät, umgesetzt.
Die Dreiecksbeziehung zwischen America, Maxon und Aspen klärt sich letztlich auf und hat einen sehr schönen Abschluss gefunden. Wobei ich hier tatsächlich einigen anderen Meinungen zustimmen muss. America erscheint mir hier an einigen Stellen sehr selbstsüchtig und unfair. Insgesamt hat sie mir mit ihrem ewigen hin und her als Protagonistin auch nicht ganz so gut gefallen.
Mir hat sehr gut gefallen wie dann doch versucht wurde die politischen Hintergründe der Rebellen ins Buch einzubauen. Letztlich muss ich aber sagen: Für eine Dystopie war mir das nicht ausreichend.
 Fazit
Der Erwählte (ich dachte übrigens immer das Buch hieße Die Erwählte) war ein sehr gelungener Abschluss der Trilogie. Ich konnte das Buch auch ohne große Probleme lesen, obwohl der zweite Teil für mich schon eine Weile zurück lag.

Pierce Brown – Red Rising

Pierce Brown ♣ Red Rising
 Heyne  ♣ 560 Seiten ♣  16,99 € ♣ 5/5 Punkte
Wenn du Gerechtigkeit willst, musst du dafür kämpfen! Der junge Darrow lebt in einer Welt, in der die Menschheit die Erde verlassen und die Planeten erobert hat. Bei der Besiedlung des Mars kommt ihm eine wichtige Aufgabe zu, das jedenfalls glaubt Darrow, der in den Minen im Untergrund schuftet, um eines Tages die Oberfläche des Mars bewohnbar zu machen. Doch dann erkennt er, dass er und seine Leidensgenossen von einer herrschenden Klasse ausgebeutet werden. Denn der Mars ist längst erschlossen, und die Oberschicht lebt in luxuriösen Städten inmitten üppiger Parklandschaften. Sein tief verwurzelter Gerechtigkeitssinn lässt Darrow nur eine Wahl: sich gegen die Unterdrücker aufzulehnen. Dabei führt ihn sein Weg zunächst ins Zentrum der Macht. Der unerschrockene Darrow schleust sich in ihr sagenumwobenes Institut ein, in dem die Elite herangezogen wird. Denn um sie vernichtend schlagen zu können, muss er einer von ihnen werden…

Geboren als Roter lebt Darrow in den Tunneln unter der Marsoberfläche. Jeden Tag setzt er unter schwerster Arbeit sein Leben dafür aufs Spiel, den Mars für die Menschen von der Erde bewohnbar zu machen. Denn die Überbevölkerung wurde irgendwann ein Problem und Darrow wurde von den Pionieren auf dem Mars geboren, für ein besseres Leben. Schmerzlich muss Darrow dann aber erkennen, dass all das, was er lernte und er für sein Lebensziel hielt eine große Lüge ist…

 

 

Meine Meinung
In Red Rising taucht man ein. Und zwar im wahrsten Sinne des Wortes taucht man zu Beginn mit Darrow, dem Höhlentaucher, in die dunklen Minen unter der Marsoberfläche ein. Mitten in der Geschichte angekommen fiel es mir gerade auf den ersten Seiten ein wenig schwer mich zurechtzufinden. Das Kennenlernen von Charakteren und ihrem Umfeld findet nur nebenher statt, während die Geschichte von Anfang an hohes Tempo an den Tag legt. Wir lernen Charaktere kennen und müssen uns aber dann schnell daran gewöhnen, dass wir sie bald wieder verlieren können. Wie auf dem Schachbrett spielen sie ihre Rolle und verschwinden dann. Außer Darrow, unserem Protagonisten, fällt es sehr schwer Bindungen zu den Charakteren aufzubauen und so bleibt Darrow die einzige Zentrale Person im Gesamten Buch.

Die Kulisse um Red Rising hat etwas Außergewöhnliches. Eingeteilt in unterschiedliche Kasten, wird Darrow in die Unterste, die der niedrigen Roten, hineingeboren. Er kennt nichts anderes als die Tunnel unter der Marsoberfläche. Sein Ziel ist es, den Mars für die Menschheit vorzubereiten. Wie in allen Dystopien kommt es zu einer Art von Aufstand. Darrow wird gegen seinen Willen darin verwickelt und lernt auf brutale Art die Wahrheit kennen: Der Mars ist längst bewohnbar. Und so stülpt sich über die Welt, die Darrow bisher kannte eine Art Kuppel: Die glanzvolle und luxoriöse Welt der Oberschicht. Und um seine Familie und Freunde zu rächen wird Darrow einer von ihnen, ein Goldener.

Bis zu diesem Zeitpunkt war mir noch gar nicht so ganz klar worum es in dem Buch wirklich geht. Sehr aktionslastig und mit vielen Wendepunkten hat man bei Red Rising das Gefühl bereits Mitten in einem zweiten oder dritten Band der Dystopie zu stecken, dabei geht es gerade erst los. Charaktere kommen und gehen. Darrow bleibt und so kommt fast alles sehr unerwartet. Der Spannungsbogen fällt, nachdem er sehr schnell sehr weit oben ist, bis zur letzten Seite eigentlich nicht ab. Ich hab das Buch zugeklappt und gedacht: Verdammt, wann geht’s jetzt weiter?

Fazit

Im Meer der vielen Dystopien und Trilogien ist Red Rising ein außergewöhnliches Buch, das in allen Punkten positiv hervorsticht. Ohne große Abstriche machen zu müssen kann ich Red Rising bloß jedem Dystopien-Liebhaber empfehlen. Wer durch den Anfang kommt und dem Buch ein paar Seiten Zeit gibt wird nicht enttäuscht werden!

 Reihe
Red Rising ist der erste Teil einer Trilogie. Im englischen Original ist bereits Anfang  diesen Jahres die Fortsetzung „Golden Son“ erschienen. Für die Übersetzung gibt es derzeit noch keinen Erscheinungstermin.