Marie Lu – Young Elites – Die Gemeinschaft der Dolche

Über Nacht verfärbten sich Adelinas wunderschöne schwarze Haare plötzlich silbern. Seit sie das mysteriöse Blutfieber überlebte, ist die Tochter eines reichen Kaufmanns gezeichnet und von der Gesellschaft verstoßen. Aber die Krankheit hat ihr nicht nur eine strahlende Zukunft genommen, sondern auch übernatürliche Kräfte verliehen. Und Adelina ist nicht die Einzige. Die Gemeinschaft der Dolche wird vom König gejagt und gefürchtet, denn mit ihren unerklärlichen Fähigkeiten sind sie imstande, ihn vom Thron zu stürzen. Doch dazu benötigen sie Adelinas Hilfe …

Marie Lu | Young Elites
Die Gemeinschaft der Dolche
Loewe Verlag | 416 Seiten | 18,95 €


1. Teil der Trilogie
Mein empfohlenes Lesealter: ab 13 Jahren

Auf das Buch habe ich mich sehr gefreut und war dann doch ein bisschen hin- und hergerissen. Aber man wächst ja an seinen Aufgaben. Mein persönliches Fazit nach diesem Buch: Auch eine schwierige Protagonistin kann mir nicht das ganze Buch kaputt machen.

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Pierdomenico Baccalario – Der Zauberladen von Applecross

applecross
Pierdomenico Baccalario ♣ Der Zauberladen von Applecross
cbj audio ♣ 3 CDs ♣  12,99 € ♣ 4/5 Punkte
Finley McPhee erlebt das Abenteuer seines Lebens! Finley McPhees Leben verläuft ziemlich eintönig, bis die Lilys plötzlich in Applecross auftauchen und ihren geheimnisvollen Laden eröffnen. Von da an geschehen eine ganze Menge merkwürdiger Dinge in dem kleinen schottischen Ort. Für so manch einen wäre das Grund genug, schnell das Weite zu suchen. Nicht aber für Finley McPhee! Obwohl er es bis dahin nicht mit außer Kontrolle geratenen Magiertötern, nächtlichen Geistererscheinungen und rachedurstigen Meeresriesen zu tun hatte

Als mir von dieser Geschichte vorgeschwärmt wurde, da hatte ich etwas ganz anderes erwartet. Aber mit ganz viel Magie und Herzblut in der Feder, rutscht man auch als Zuhörer ganz schnell in ein schönes, fantastisches Abenteuer, das sofort einlädt zum Dortbleiben. Eine atmosphärische Geschichte mit facettenreichen Charakteren, die einem Rätsel aufwerfen und die man liebhaben muss.

Meine Meinung
Meine Meinung Finley ist ein sehr naturverbundenes Kind. Deswegen geht er viel, viel lieber Angeln, als zur Schule. Total clever und aufgeweckt erlebt er die Welt um sich herum. Immer an seiner Seite sein Hund Dusty. Finley weiß, wie wichtig es vielleicht wäre zur Schule zu gehen, aber die meisten Dinge dort interessieren ihn einfach nicht. Sein älterer Bruder hat bereits die Schule abgebrochen. Und die Schafsfarm seines Vaters interessiert ihn auch nicht wirklich. Nicht gerade die besten Voraussetzungen für ein harmonisches Familienleben, aber dennoch schlägt sich die Familie McPhee tapfer. Und meistert gemeinsam alle Hürden. Als eines Nachmittags die Schulleitung im Wohnzimmer der McPhees sitzt
, weiß Finley genau: Jetzt gibt es Ärger. Doch was man sich für ihn als Strafarbeit überlegt hatte, entpuppt sich für Finley als beste Ferienbeschäftigung überhaupt und lässt ihn in ein Abenteuer rutschen, von dem er vorher nicht mal zu träumen geahnt hätte.

 Fazit
Der Zauberladen von Applecross ist eine wunderschöne Geschichte für Jung und Alt, für Jungen und Mädchen. Egal ob selbst gelesen, die Printausgabe ist super schön illustriert, oder auch von Patrick Mölleken vorgelesen: man taucht ab in ein Abenteuer. Finley macht es einem absolut nicht schwer ihn zu mögen. Eine tolle Geschichte, die trotz Fantasy-Elementen realitätsnah bleibt und den Leser einfach nur verzaubert.

Derek Landy – Skulduggery Pleasant 01 – Der Gentleman mit der Feuerhand

Derek Landy | Skulduggery Pleasant 01 | Der Gentleman mit der Feuerhand
Loewe | 352 Seiten |  9,95 € | 5/5 Punkte
Eine Kleinigkeit wie der Tod wird ihn nicht aufhalten! Er ist kein gewöhnlicher Detektiv. Er ist ein Zauberer und Meister der kleinen schmutzigen Tricks, und wenn die Umstände es erfordern, nmmt er es mit dem Gesetz nicht so genau. Er ist ein echter Gentleman. Und… er ist ein Skelett. Als Stephanie Skulduggery Pleasant das erste Mal sieht, ahnt sie noch nicht, dass sie ausgerechnet mit ihm eines ihrer größten Abenteuer erleben wird. Denn um den mysteriösen Tod ihres Onkels aufzuklären, muss sie Skulduggery in eine Welt voller Magie begleiten – eine Welt, in der mächtige Zauberer gegeneinander kämpfen, Legenden plötzlich zum Leben erwachen und in der das Böse schon auf Stephanie wartet…

Ahnungslos begleitet Stephanie ihre Eltern zur Testamentseröffnung ihres Onkels. Dort begegnet sie dem merkwürdigen Herrn Skulduggery Pleasant bereits zum zweiten Mal, hatte sie ihn doch schon nach der Beerdigung gesehen und genauer unter die Lupe genommen.
Stephanie erbt so ziemlich das Gesamte Vermögen. Das Haus, die Tantiemen, Geld. Wenn sie 21 wird, ist sie eine reiche Frau. Doch bereits an ihrem ersten Abend alleine im alten Anwesen lauert ihr das Böse auf…

 Erster Eindruck
Meinen ersten Eindruck musste ich sehr schnell wieder revidieren. Das Cover fand ich erst nicht so ansprechend. Dass Skulduggery ein Skelett ist, machte die Geschichte erst einmal nicht attraktiver. Eine Kollegin von mir sagte dann: „Das Cover muss man ignorieren. Das ist echt nicht so toll. Aber die Geschichte ist spitze.“
Irgendwann vor ein paar Wochen bin ich dann wieder  auf Skulduggery gestoßen und hab entschieden: Gib ihm einfach mal eine Chance. Das war tatsächlich eine sehr gute Idee.

Meine Meinung
Bei Skulduggery Pleasant purzelt man einfach so mitten in die Geschichte. Wenige Kapitel Einführung und man ist bereits vom Geschehen eingewickelt: Stephanies Onkel Gordon ist gestorben und sie erbt das alte Anwesen und all sein Geld. Als sie mit ihrer Mutter das alte Haus besucht und sie abends wieder fahren wollen, springt das Auto nicht mehr an. Ihre Mutter wird mit dem Auto in die Werkstatt abgeschleppt und Stephanie bleibt alleine zurück. Sie liest in der Bibliothek ihres Onkels, als nachts jemand versucht in das Haus einzubrechen. Als Stephanie es mit der Angst zu tun bekommt, eilt ihr ganz unverhofft Skulduggery Pleasant zur Hilfe.

Im Vergleich zu anderen Büchern in denen die Welt und das Universum, fast das Rad, neu erfunden und erklärt werden, ist es hier ganz anders. Der Leser purzelt mit der Protagonistin hinein, bekommt hier und da ein paar Antworten und ist aber ansonsten Beobachter. Was ist möglich, was nicht?  Wie funktioniert das mit der Magie? All diese Dinge erfährt man nur langsam und auch am Ende ist nicht alles geklärt. Man bekommt im ersten Teil der Reihe einfach einen groben Überblick. Was aber gar nicht so schlecht ist und zum Weiterlesen motiviert.
Stephanie möchte tiefer in die Welt eintauchen, ein Teil davon werden und damit ihrem langweiligen Leben entkommen. Damit es nicht auffällt geht morgens ihr Spiegelbild für sie zur Schule. Total coole Sache. Wer hätte nicht gern einen Doppelgänger, der die lästigen Alltagsdinge für einen erledigt, während man selbst auf Welt-Rettungs-Mission geht?
Skulduggery und auch die anderen wie Grässlich Schneider (der tatsächlich echt hässlich ist), die schöne China Sorrows und ihr Bruder Mister Bliss, sie alle raten Stephanie sich aus der Welt der Magie herauszuhalten. Zu gefährlich für ein kleines Mädchen. Doch Stephanie lässt sich von nichts aufhalten. Frech und wagemutig beschließt sie den Detektiv zu unterstützen. Als Skulduggery dann entführt wird, ist die große Waffenruhe in der magischen Welt in Gefahr. Keiner möchte sie brechen. Denn alle haben Angst vor der Macht de Nefarian Serpine. Nur Stephanie eilt ihrem Freund zur Hilfe.

 Fazit
Skulduggery Pleasant ist kein gewöhnlicher Charakter und entführt einen in eine geheime, magische Welt in Irland. Interessante, aber auch sehr skurrile Charaktere laden vor gemütlicher Kulisse zur Mission Welt-Retten ein. Seht aktionsreich und mit viel Humor macht es das Ganze zu etwas besonderem.

Victoria Schwab | Das Mädchen das Geschichten fängt

 Victoria Schwab | Das Mädchen das Geschichten fängt
Heyne  | 431 Seiten | 13,99 €  | 4/5 Punkte
Nach dem Tod ihres jüngeren Bruders Ben zieht die siebzehnjährige Mackenzie Bishop mit ihren Eltern in eine neue Stadt. Eine neue Wohnung, eine neue Umgebung und neue Freunde, sollen Mac dabei helfen, den Verlust des geliebten Menschen zu verarbeiten. Dabei ahnen ihre Eltern nicht, dass Mac täglich mit dem Tod in Berührung kommt – beziehungsweise mit den Toten: Mac ist ein Wächterin, die die entflohenen Lebensgeschichten der Verstorbenen einfängt und ins Archiv – eine Bibliothek, in der die Geschichten aufbewahrt werden – zurückbringt, wo sie ihre letzte Ruhe finden sollen. Doch kaum hat sich Mac in ihrem neuen Zuhause zurechtgefunden, da häufen sich die Fluchtversuche der Verstorbenen. Mac vermutet dass irgendjemand die Lebensgeschichten manipuliert. Gemeinsam mit dem ebenso attraktiven wie mysteriösen Wächter Wes versucht sie, hinter das Geheimnis des Archivs zu kommen.

 

Ein Leben nach dem Tod?

Habt ihr euch schon einmal mit dem Leben nach dem Tod auseinandergesetzt? Habt ihr euch schon eine Vorstellung davon ausgemalt, wie es sein könnte? Was mit uns passiert? Denkt ihr oft darüber nach? Oder möchtet ihr daran noch keinen Gedanken verschwenden?
In ganz vielen Büchern sterben Charaktere. Charaktere die uns ans Herz gewachsen sind. Manchmal fängt eine Geschichte aber auch eben nach dem Tod eines Charakters an und beschäftigt sich dann mit der Trauerbewältigung. Aber die meisten Bücher beschäftigen sich dann in der Regel damit, wie man den Alltag danach bewältigt. In „Das Mädchen das Geschichten fängt“ starten wir eine Reise in eine Welt zwischen Leben und Tod und begleiten Mackenzie bei ihrer Arbeit mit den Geschichten unserer Leben…

Meine Meinung

Schon wieder Wächter? Wer wird denn dieses Mal gefangen? Dämonen? Vampire? Zombies?
Nein! In Mackenzies Fall müssen die wieder zum Leben erwachten Lebensgeschichten von Menschen wieder eingefangen werden. Mit „Das Mädchen das Geschichten fängt“ präsentiert Victoria Schwab einen starken Reihenauftakt, der es in sich hat. Wer sich vorher noch keine Gedanken zum Leben nach dem Tod gemacht hat, bekommt hier ein ganz neues Modell präsentiert.  Unser ganzes Leben, unsere Erinnerungen, unsere Geschichten werden zu einer sogenannten Chronik, die im Unterirrdischen Archiv gelagert wird. Manchmal kommt es jedoch vor, dass eine solche Chronik aufwacht und in den dunklen Gängen der Narrows herumirrt. Dort muss sie sehr schnell eingefangen werden. Ansonsten verliert sich die Chronik in ihrer eigenen Verwirrung und die Erinnerungen, die Geschichte ist für immer verloren.

Das Ganze klingt erstmal ein wenig verrückt und der Einstieg in diese Geschichte fällt zunächst irgendwie auch recht schwer, weil man Vieles erst so nach und nach erfährt. Aber wenn man erstmal mitten im Geschehen ist, wird es richtig gut! Mackenzie ist Einzelgängerin. Ihr Großvater hat sie damals in das Geheimnis des Archivs eingewiesen und sie zu seiner Nachfolgerin erkoren. Außer mit ihm durfte sie nie mit jemandem über das Archiv sprechen. Da fällt es ihr wirklich sehr schwer sich Wes, einem anderen Wächter zu öffnen. Sie ist es einfach nicht gewöhnt. Auch die mysteriöse Geschichte um das Hotel, in dem sie jetzt lebt, ist spannend und bereitet beim Lesen eine echte Gänsehaut.

Die Charaktere in dieser Geschichte sind wirklich einzigartig. Der Gefühlsstrudel in dem Mackenzie steckt ist so nachvollziehbar und komplex. Auch wenn die Handlung an sich sehr gut in sich abgeschlossen ist und man das Buch auch alleinstehend lesen kann, freue ich mich doch sehr auf die Fortsetzung!

Fazit

Ein Rundum sehr gelungenes Buch für Viellese. Ich befürchte leider, dass einigen gerade der Einstieg etwas lang erscheinen könnte und wenn man nicht sehr geduldig ist, könnte man das Buch schnell zur Seite legen, aber Durchhalten lohnt sich auf jeden Fall.

Josephine Angelini | Everflame 01 – Feuerprobe

Josephine Angelini | Everflame 01 – Feuerprobe
Dressler  | 480 Seiten | 19,99 €  | 3/5 Punkte
Liebe schmerzt – Magie regiert – Feuer tröstet
Die 17-jährige Lily Proctor hat es nicht leicht. Mit ihren feuerroten Haaren fühlt sie sich immer als Außenseiterin. Zudem halten ihre lebensbedrohliche Allergien sie davon ab, so zu leben wie andere in ihrer Heimatsstadt Salem. Lily wünscht sich nichts mehr, als ein normales Highschool-Girl zu sein. Nach einer katastrophalen Partynacht will sie einfach nur verschwinden. Und genau das passiert. Wortwörtlich. Lily findet sich plötzlich in einem anderen Salem wieder, wo sie auf ihre eigene Doppelgängerin trifft. Sie gerät in einen gefährlichen Studel aus Macht, Versuchung und Liebe, mit der sie nie gerechnet hätte. Ist Lilys Doppelgängerin buchstäblich ihr größter Feind?

Erwartungen

Das Cover und der sehr spannend klingende Klappentext ziehen einen unmittelbar in ihren Bann und lassen einen zunächst mal nur schwer wieder los. Bisher hatte ich noch nichts von Josephine Angelini gelesen, habe aber schon so viel Gutes über die Göttlich-Trilogie von ihr gehört, dass ich mir Everflame auf jeden Fall mal genauer anschauen wollte.
Besonders gespannt war ich auf „das andere Salem“. Geschichten die sich um Parallelwelten ranken finde ich sehr spannend. Das gab den Ausschlag dazu, das Buch zu lesen.

Der Anfang

Zunächst mal war ich sehr begeistert davon, wie die Autorin mir bereits auf den ersten 50 Seiten Lily und ihr Umfeld näher bringen konnte. Sprachlich ist das Buch wirklich super schön und flüssig zu lesen und alle Charaktere haben so ihre Ecken, die ich gerne näher erforschen wollte. Ein super Potenzial! Besonders gut gefallen hat mir der Auftakt von Tristans und Lilys nicht vorhandener Beziehung, da bahnte sich also gleich zu Beginn schon etwas an, was nicht ganz einfach werden würde.
Auch Lilys Schwester und Mutter waren dauerhaft Charaktere die mir sehr ans Herz gewachsen sind. Ganz zu Anfang vor der Party, erinnerte mich die Szene zwischen den beiden Schwestern ein wenig an Stephen Kings „Carrie“. Sehr magisch!
Auch wenn ich selbst sehr gerne Er-/Sie- dem Ich-Erzähler bevorzuge, war es hier super einfach sich in Lilys Sicht hineinzufinden und die Geschichte zu verfolgen. Das Einfinden in das andere Salem fiel einem dadurch vielleicht sogar etwas leichter, weil man mit Lily gemeinsam die neue Welt entdecken konnte.

Persönliches Fazit

Ab dem Wechsel in das andere Salem hatte das Buch für mich leider einen Bruch. Offensichtlich habe ich mir unter dem anderen Salem etwas ganz anderes vorgestellt, auch wenn ich mit Sicherheit versucht habe, unvoreingenommen an das Buch heran zu gehen. Leider sorgte aber die neue Kulisse mit Burg und allem dafür, dass ich den Bezug und den Spaß an der Geschichte verlor.
Die Doppelgänger-Charaktere habe ich sehr gerne beobachtet. Aber im weiteren Verlauf hatte ich nicht mehr so große Freude am Lesen, wie ich es mir selbst gewünscht hätte.

An dieser Stelle ziehe ich normal gerne ein Fazit über das Gesamtwerk. Irgendwie habe ich dieses Mal aber nicht das Gefühl, dass ich dem so ganz gerecht werden kann. An sich waren nämlich Charaktere und Idee der Story wirklich sehr gut gemacht und herausgearbeitet. Ich kann also nicht sagen, dass es sich hierbei um ein schlechtes Buch handelt, sondern denke eher, dass es einfach nicht mein Fall war.
Daher  gibt es von mir 3/ 5 Schildkröten.