Kevin Sands – Der Blackthorne-Code

20161122_155743»Verrate es niemandem«
Bis zu dieser rätselhaften Warnung war Christopher Rowe eigentlich zufrieden mit seinem Leben als Lehrling des Apothekermeisters und Alchemisten Benedict Blackthorn. Er hatte ein Dach über dem Kopf, sein Meister lehrte ihn nicht nur, wie man Mittel gegen Warzen herstellt, sondern auch wie man verschlüsselte Botschaften knackt und Rätsel löst. Doch das alles ändert sich, als eine Serie mysteriöser Morde London heimsucht. Fast immer sind es Alchemisten, die getötet werden. Christopher spürt, dass sein Meister in Gefahr ist. Ihm bleibt nur wenig Zeit, die Mörder zu enttarnen und hinter ein Geheimnis zu kommen, das so mächtig ist, dass es die Welt zerstören kann …

Kevin Sands | Der Blackthorne-Code
dtv | 330 Seiten | 15,95 € |

Mein empfohlenes Lesealter: ab 11 Jahren
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Pierdomenico Baccalario – Der Zauberladen von Applecross

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Pierdomenico Baccalario ♣ Der Zauberladen von Applecross
cbj audio ♣ 3 CDs ♣  12,99 € ♣ 4/5 Punkte
Finley McPhee erlebt das Abenteuer seines Lebens! Finley McPhees Leben verläuft ziemlich eintönig, bis die Lilys plötzlich in Applecross auftauchen und ihren geheimnisvollen Laden eröffnen. Von da an geschehen eine ganze Menge merkwürdiger Dinge in dem kleinen schottischen Ort. Für so manch einen wäre das Grund genug, schnell das Weite zu suchen. Nicht aber für Finley McPhee! Obwohl er es bis dahin nicht mit außer Kontrolle geratenen Magiertötern, nächtlichen Geistererscheinungen und rachedurstigen Meeresriesen zu tun hatte

Als mir von dieser Geschichte vorgeschwärmt wurde, da hatte ich etwas ganz anderes erwartet. Aber mit ganz viel Magie und Herzblut in der Feder, rutscht man auch als Zuhörer ganz schnell in ein schönes, fantastisches Abenteuer, das sofort einlädt zum Dortbleiben. Eine atmosphärische Geschichte mit facettenreichen Charakteren, die einem Rätsel aufwerfen und die man liebhaben muss.

Meine Meinung
Meine Meinung Finley ist ein sehr naturverbundenes Kind. Deswegen geht er viel, viel lieber Angeln, als zur Schule. Total clever und aufgeweckt erlebt er die Welt um sich herum. Immer an seiner Seite sein Hund Dusty. Finley weiß, wie wichtig es vielleicht wäre zur Schule zu gehen, aber die meisten Dinge dort interessieren ihn einfach nicht. Sein älterer Bruder hat bereits die Schule abgebrochen. Und die Schafsfarm seines Vaters interessiert ihn auch nicht wirklich. Nicht gerade die besten Voraussetzungen für ein harmonisches Familienleben, aber dennoch schlägt sich die Familie McPhee tapfer. Und meistert gemeinsam alle Hürden. Als eines Nachmittags die Schulleitung im Wohnzimmer der McPhees sitzt
, weiß Finley genau: Jetzt gibt es Ärger. Doch was man sich für ihn als Strafarbeit überlegt hatte, entpuppt sich für Finley als beste Ferienbeschäftigung überhaupt und lässt ihn in ein Abenteuer rutschen, von dem er vorher nicht mal zu träumen geahnt hätte.

 Fazit
Der Zauberladen von Applecross ist eine wunderschöne Geschichte für Jung und Alt, für Jungen und Mädchen. Egal ob selbst gelesen, die Printausgabe ist super schön illustriert, oder auch von Patrick Mölleken vorgelesen: man taucht ab in ein Abenteuer. Finley macht es einem absolut nicht schwer ihn zu mögen. Eine tolle Geschichte, die trotz Fantasy-Elementen realitätsnah bleibt und den Leser einfach nur verzaubert.

Auf den Spuren des Buches in London & Oxford

london-2Letzte Woche war es soweit. Nach großer Vorfreude stand London direkt vor der Tür. Und die Vorfreude konnte dann auch nicht durch die nächtliche Verspätung des Busses geschmälert werden.
Mittwoch ganz spät abends um 23.30 ging es mit dem Bus in Düsseldorf los. Am Donnerstag gegen 11 Uhr (Ortszeit) erreichten wir dann endlich London. Lange haben wir durchgehalten. Als wir mit dem Bus die Fähre in Dover verließen wurde ich schon ganz unruhig.

Für mich war es die erste Reise über die See nach England. Damit ging ein ganz großer Traum für mich in Erfüllung. Als Buchliebhaberin hatte ich im Reiseführer natürlich schon ein paar spezielle buchige Ziele markiert und möchte sie euch natürlich nicht vorenthalten.

oxford-1Gestartet hat unsere Buch-Reise am Freitag in Oxford. Überhaupt war Oxford eines der Highlights unserer Reise. Wer die Universitätsstadt noch nicht besichtigt hat, dem kann ich dies nur ans Herz legen. Uns hat es dort super gefallen. Nicht zuletzt weil wir uns dort ein paar Original-Drehorte der Harry Potter Filme angeschaut haben.
In der Stadt angekommen führte unser Reiseleiter uns als erstes zum Christ Church College, dessen Speisesaal als Vorlage für die Große Halle diente. In den Warner Brothers Studios wurde er für den Dreh extra nachgebaut.
Der Eintritt ins College war allerdings so teuer, dass wir uns das Geld für die Besichtigung eines der anderen Colleges gespart haben.
Der Garten des Christ Church College diente im Übrigen auch noch einem anderen bekannten Autor als Inspiration. Lewis Carroll, seinerzeit  Mathematikdozent am College schrieb hier an Alice im Wunderland.

Wir haben uns stattdessen das New College von innen angeschaut. Und auch wenn er nicht so groß war, der Speisesaal dort war ebenfalls schon echt beeindruckend. Dort durften wir leider keine Fotos machen. Im Innenhof vom Kreuzgang wurden 2004/2005 Szenen von Harry Potter und der Feuerkelch gedreht. Wer sich erinnert: Unter dem Baum wurde Draco Malfoy in ein Frettchen verwandelt.

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Anschließend waren wir noch bei Blackwell. Einem super tollen Buchlanden. Dort hätte sich wohl jeder von uns wohl gefühlt. Ich hätte ihn am liebsten auch nicht mehr verlassen und wäre direkt eingezogen. Richtig urig und gemütlich. 4km Regalfläche und 10.000m²!!!
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Was habe ich gekauft: Einige Postkarten, Buttons und einen britischen Atlas. So einen wollte ich schon ewig haben. Aber vorm Kauf wollte ich unbedingt einen Blick hineinwerfen. Auf der Rückfahrt im Bus war ich damit dann auch längere Zeit beschäftigt.
Freitagnachmittag erreichte unser Bus wieder London. Geplant war ein Spaziergang. Start: Baker Street über den Hyde Park bis zum Waterstones am  Piccadilly Circus. Eigentlich wollten wir uns im Hyde Park noch die Statue von Peter Pan anschauen. Aber ich hatte bei der Planung doch ein wenig Unterschätzt wie lange wir brauchen würden. Zwischen Baker Street und Hyde Park stand aber bereits die nächste Buchhandlung auf unserem Programm.
Daunt Bookshop in 83 Marylebone High Street, gilt mit ihrem Glasdach als eine der schönsten Buchhandlungen Londons. Die Belletristik ist hier zusammen mit den Sachbüchern und Reiseführern nach Ländern sortiert. Das Geländer der Empore oben ist so gebaut, dass es als Buchablage genutzt werden kann.
 Zum Abschluss des Tages waren wir am Freitag noch bei Waterstones. Der größten Buchhandlung Europas. Bücher auf über 5 Etagen. Ich muss aber ehrlich sagen: Während ich drin war, kam es mir irgendwie gar nicht so riesig vor. Außerdem haben mir die anderen Buchhandlungen die ich am Freitag schon alle von innen gesehen hatte, besser gefallen. Ich bin echt zu verwöhnt, oder?
Gekauft hab ich bei Waterstones aber trotzdem etwas: Enid Blytons englisches Original von Hanni und Nanni. Die ersten drei Teile von St. Clare’s in einem Band. Ich hab früher als Kind Hanni und Nanni geliebt. Bücher, Hörspielkassetten, Zeichentrick-Serie. Irgendwann musste dann halt mal das Original her. Ich hab mir fest vorgenommen es noch dieses Jahr anzufangen.Am Samstag sind wir morgens zuerst nach Kings Cross gefahren. Welcher Harry Potter Fan kann es sich schon leisten London wieder zu verlassen, ohne Am Gleis 9 3/4 gewesen zu sein? Ich hatte ganz kurz die Möglichkeit in Foto ohne Belagerung des Gepäckwagens zu machen. Denn es war wirklich richtig, richtig voll dort. Um sich für ein Foto anzustellen hatten wir einfach nicht genug Zeit und Geduld mitgebracht. Beim nächsten Mal! Wir kommen mit Sicherheit wieder!

 Beste Grüße
Chrissi

Sonja Kaiblinger – Verliebt in Serie 02 – Lilien und Luftschlösser

Sonja Kaiblinger ♣ Lilien und Luftschlösser
Loewe ♣ 320 Seiten ♣  14,95 € ♣ 5/5 Punkte
Nachdem Jasper Abby aus der Soap in die Realwelt gefolgt ist, gerät sie gewaltig in Erklärungsnot. Deborah tobt, Jasper ist ziemlich verwirrt, aber zugleich fasziniert von New York. Gerade als Abby überlegt, ob Jasper vielleicht doch ganz nett (oder sogar mehr als nett?) ist, kündigt sich auch schon der nächste Sprung in die Serie an. Dort plant Bösewicht DeWitt eine neue Intrige. Aber wieso will er die Ashworths um jeden Preis ruinieren? Mithilfe von Tante Gladys und Hausmädchen Clarissa kommt Abby einem unglaublichen Familiengeheimnis auf die Spur.
Für Ashworth‘ Erben Julian ein Happy End zu finden, ist gar nicht so leicht wie Abby sich das vorgestellt hatte. Denn immer und immer wieder kommen andere Probleme hinzu oder Figuren pfuschen ihr dazwischen. Und Jaspers Ausflug nach New York, all seine vielen Fragen, machen es ihr auch nicht gerade leichter. Irgendeinen Weg muss es doch geben. Was sie dabei aber nicht vergessen darf ist: Am Ende möchte sie in New York bleiben und nicht in der Serie…
Meine Meinung
Der zweite Teil von Verliebt in Serie setzt nahtlos an den ersten Teil an und Abby verstrickt sich selbst immer weiter in das Geschehen der Serie ein. Ihre Verkupplungsversuche für Julian scheinen nicht die gewünschte Wirkung zu haben, da sich Julian offensichtlich viel mehr für Abby interessiert, als ihr lieb ist. Und auch Julians jüngerer Bruder Jasper scheint doch nicht bloß das schwarze Schaf der Familie zu sein und wird Abby immer sympathischer. Doch dann wird die Familie bedroht und Abby begibt sich auf ein Abenteuer, das ihr noch gefährlich werden könnte.

Waren die Charaktere im ersten Teil noch sehr stereotypisch, so erreicht der zweite Teil hier bei einigen Charakteren eine Tiefe, die ich so niemald erwartet hätte. Gerade Jasper und Tante Gladys erscheinen mir immer mehr menschlicher und wuchsen mir ans Herz. Abby mit ihrer ausgeflippten Art, die sich durch die ganze Situation kämpft, kämpfte sich ebenfalls immer mehr in mein Leserherz.
Auch die Titel der beiden Bücher: Rosen und Seifenblasen, Lilien und Luftschlösser – erlangen hier jetzt noch mal eine ganz andere Bedeutung. Ich bin äußerst gespannt wie sich der dritte Teil hier einreihen wird.

Wie auch sonst vorm Fernseher bei einer Serie, lässt Sonja Kaiblinger den Leser mit den Charakteren mitfiebern. Man fragt sich immer: Wann erfahren die Charaktere das, was wir gerade in einer anderen Szene gelesen haben? Da ist es schon praktisch, wenn man daheim eine Schwester vorm Fernseher hat, die die aktuelle Folge aufnimmt!
Die Verwebungen von Abbys Leben in New York und dem in Ashworth Park werden auf wundersame Weise immer enger und bieten noch so viel Potenzial für den abschließenden Band. Ob wir dann wohl auch erfahren, mit wem sich Abbys Mutter trifft, und ob das überhaupt eine Bedeutung hat?

Fazit
Abermals konnte mich die Autorin mit ihrer noch so kitschigen Fortsetzung zum ersten Teil restlos überzeugen. Die Charaktere wirken noch toller vor der Serien-Kulisse als zuvor. Zudem wurde ein Spannungsbogen aufgebaut, auf dessen Ausgang im dritten Teil ich schon sehr, sehr gespannt bin.

Jeffrey Archer – Spiel der Zeit

Jeffrey Archer ♣ Spiel der Zeit
Heyne ♣ 560 Seiten ♣  9,99 € ♣ 4/5 Punkte
1. Teil der Clifton Saga
Die Schicksale zweier Familien. Eine verborgene Wahrheit. Das Ringen um Freundschaft und Liebe.

England um 1930: Der junge Harry Clifton wächst an den Hafendocks von Bristol heran, seine Mutter Maisie muss sich mit harter Arbeit durchschlagen. Um den Tod von Harrys Vater, der angeblich im Krieg gefallen ist, rankt sich ein Geheimnis. Harrys Leben nimmt eine Wendung, als er das Stipendium für eine Eliteschule erhält. Er tritt ein in die Welt der Reichen und lernt Giles Barrington sowie dessen Schwester Emma kennen, Erben einer Schifffahrts- Dynastie. Harry verliebt sich in Emma, ohne zu ahnen, dass die Schicksale ihrer Familien auf tragische Weise miteinander verknüpft sind …

Als großer Ken Follett Fan war ich bereits nachdem ich den Klappentext in der Vorschau entdeckt hatte Feuer und Flamme und wartete gespannt auf das Erscheinen von Spiel der Zeit. Wer Follett kennt, der wird von Spiel der Zeit völlig überrascht werden. Wie durch eine Collage hindurch begleitet der Leser Harry Clifton von Kindesbeinen an, bis er in die große Welt hinaus zieht. Und obwohl es doch so völlig anders war als ich erwartet hatte, war ich doch sehr, sehr angetan von dem Buch.
Worum es geht
Harry Clifton wird von seiner Mutter Maisie alleine großgezogen. Dem Jungen wird eine Zukunft in den Docks vorhergesagt, so wie schon sein Vater und sein Onkel ihr Leben verbrachten. Doch Harry ist viel cleverer als man ahnen möchte. Und singen kann er! Durch ein Stipendium erlangt er Zutritt zu einer Privatschule. Von da an nimmt sein Leben eine rasche Wendung. Doch aus einem für Harry unerkennbarem Grund gibt es Menschen, die ihm und seiner Familie immer und immer wieder absichtlich Steine in den Weg legen.
Der Aufbau
Ich würde Spiel der Zeit gerne als eine Collage bezeichnen. Das Buch puzzelt sich aus den unterschiedlichsten Perspektiven zusammen, wie die Schichten einer Zwiebel und lassen das Ganze doch sehr komplex ausschauen.
Die unterschiedlichen Teile des Buches beginnen immer mit einem kurzen Kapitel aus der Ich-Perspektive eines Charakters und werden dann im weiteren Verlaufe von einem personalen Erzähler fortgeführt. Dabei überschneiden sich die Abschnitte der Personen immer wieder und wir erleben einen bereits bekannten Teil der Geschichte aus einem neuen Blickwinkel. Als Leser entdeckt man auch immer neue Charakterzüge von bereits bekannten Figuren.
Im Fokus aller Erzählungen stehen Protagonist Harry Clifton und seine Mutter Maisie, denen immer wieder schwere Schicksalsschläge wiederfahren.
Interessant fand ich auch wie Geheimnisse unter den Charakteren und zwischen den verschiedenen Perspektiven ihre Wellen schlugen. Technisch gesehen ein sehr gelungener Roman!
Meine Meinung
Ich hatte zu Beginn ein paar Probleme mit dem Buch. Es brauchte einige Seiten bis ich wirklich in die Geschichte hineingefunden hatte. Hätte ich keine Geduld mitgebracht, wäre mir ein tolles Buch entgangen. Während ich mir anfänglich ein wenig mehr Atmosphäre gewünscht hätte, stand in Spiel der Zeit die Familiengeschichte mit all ihren Facetten einfach viel weiter im Vordergrund, als ich es erwartet hätte. Diese wurde allerdings sehr gut durchdacht gestaltet. Auch wenn man einige Geheimnisse irgendwie erahnen konnte, wurde es durch die Vielschichtigkeit des Romans niemals langweilig.
Fazit
Spiel der Zeit ist eine verflochtene Familiengeschichte, wie ich es bereits in Die Erben von Somerset von Leila Meacham sehr mochte. Mit sehr toll gestalteten Charakteren, die man schnell liebgewinnt und einer tollen Aussicht auf eine Fortsetzung. Achtung: Der Klappentext von Teil 2 spoilert ja so dermaßen! Wer also Spiel der Zeit noch gerne lesen möchte, sollte sich an dieser Stelle noch nicht mit der Fortsetzung auseinandersetzen.

Große Leseempfehlung für regnerische Herbsttage.