Emma Garnier – Grand Hotel Angst

Italien, März 1899. Die junge Nell reist mit ihrem Mann Oliver an die ligurische Küste, um in Bordighera ihre Flitterwochen zu verbringen. Das Paar logiert im luxuriösen Grandhotel Angst. Nell ist von dem großartigen Gebäude, dem exotischen Hotelpark und dem Blick aufs funkelnde Meer fasziniert. Doch zu ihrer Überraschung kennt Oliver nicht nur bereits das Personal und einige Gäste, sie scheinen auch Geheimnisse zu teilen. Als ein Hotelgast überraschend verstirbt, beginnt Nell, nachzuforschen. Und stößt auf eine Geschichte von Schuld und Verrat – und auf eine unheimliche Legende, die sie in ihren Bann zieht. Bis sie plötzlich selbst im Verdacht steht, ein Verbrechen begangen zu haben …

Emma Garnier | Grand Hotel Angst
Penguin Verlag | 315 Seiten | 13,00 €
Danke an der Verlag für das Leseexemplar!

Nell hatte sich die Flitterwochen ein wenig anders vorgestellt. Direkt bei der Ankunft im Hotel jagt der erste Schauer über ihren Rücken. Jemand verwechselt Nell mit einer anderen Frau, die vor Jahren im Hotel umgebracht wurde. Die Sache wird schnell als eine Legende abgetan, doch Nell lässt die Sache irgendwie nicht los.

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Natasha Friend – No. 9677

Wer braucht schon einen Vater? Sie sicher nicht, davon ist Hollis fest überzeugt – bis ihr Halbbruder Milo in ihr Leben tritt. Denn er will ihren gemeinsamen Vater finden und braucht Hollis’ Hilfe. Aber warum sollte sie bei so einer Schnapsidee mitmachen? Immerhin kennt sie Milo kaum, mal ganz zu schweigen von dem „Vater“, der sie in einem Reagenzglas gezeugt hat. Einem Mann, dessen Namen sie nicht einmal weiß. Und das ist auch verdammt gut so.

Richtig abgefahren aber wird es, als Milo herausfindet, dass sie nicht die einzigen Kinder von Samenspender No. 9677 sind. Widerwillig lässt sich Hollis auf die Spurensuche ein – und stellt fest: Familie ist das, was man daraus macht.

Natasha Friend | No. 9677
Magellan Verlag | 330 Seiten | 17,00 €


Mein empfohlenes Lesealter: ab 12 Jahren
 

Wenn ich No. 9677 in der Hand halte und das Buch anlächle, dann fällt mir zunächst immer ein Titel von Richard David Precht ein: “Wer bin ich und wenn ja wieviele?”
Inhaltlich haben die beiden Bücher nur marginal etwas gemeinsam, denn  No. 9677 beschäftigt sich auch sehr mit den Fragen: Wer bin ich? Woher komme ich? Was macht mich aus? Was macht Familie aus?

Und das Buch gibt so wunderbare Antworten!

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Kevin Sands – Der Blackthorne-Code

20161122_155743»Verrate es niemandem«
Bis zu dieser rätselhaften Warnung war Christopher Rowe eigentlich zufrieden mit seinem Leben als Lehrling des Apothekermeisters und Alchemisten Benedict Blackthorn. Er hatte ein Dach über dem Kopf, sein Meister lehrte ihn nicht nur, wie man Mittel gegen Warzen herstellt, sondern auch wie man verschlüsselte Botschaften knackt und Rätsel löst. Doch das alles ändert sich, als eine Serie mysteriöser Morde London heimsucht. Fast immer sind es Alchemisten, die getötet werden. Christopher spürt, dass sein Meister in Gefahr ist. Ihm bleibt nur wenig Zeit, die Mörder zu enttarnen und hinter ein Geheimnis zu kommen, das so mächtig ist, dass es die Welt zerstören kann …

Kevin Sands | Der Blackthorne-Code
dtv | 330 Seiten | 15,95 € |

Mein empfohlenes Lesealter: ab 11 Jahren
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Jeffrey Archer – Spiel der Zeit

Jeffrey Archer ♣ Spiel der Zeit
Heyne ♣ 560 Seiten ♣  9,99 € ♣ 4/5 Punkte
1. Teil der Clifton Saga
Die Schicksale zweier Familien. Eine verborgene Wahrheit. Das Ringen um Freundschaft und Liebe.

England um 1930: Der junge Harry Clifton wächst an den Hafendocks von Bristol heran, seine Mutter Maisie muss sich mit harter Arbeit durchschlagen. Um den Tod von Harrys Vater, der angeblich im Krieg gefallen ist, rankt sich ein Geheimnis. Harrys Leben nimmt eine Wendung, als er das Stipendium für eine Eliteschule erhält. Er tritt ein in die Welt der Reichen und lernt Giles Barrington sowie dessen Schwester Emma kennen, Erben einer Schifffahrts- Dynastie. Harry verliebt sich in Emma, ohne zu ahnen, dass die Schicksale ihrer Familien auf tragische Weise miteinander verknüpft sind …

Als großer Ken Follett Fan war ich bereits nachdem ich den Klappentext in der Vorschau entdeckt hatte Feuer und Flamme und wartete gespannt auf das Erscheinen von Spiel der Zeit. Wer Follett kennt, der wird von Spiel der Zeit völlig überrascht werden. Wie durch eine Collage hindurch begleitet der Leser Harry Clifton von Kindesbeinen an, bis er in die große Welt hinaus zieht. Und obwohl es doch so völlig anders war als ich erwartet hatte, war ich doch sehr, sehr angetan von dem Buch.
Worum es geht
Harry Clifton wird von seiner Mutter Maisie alleine großgezogen. Dem Jungen wird eine Zukunft in den Docks vorhergesagt, so wie schon sein Vater und sein Onkel ihr Leben verbrachten. Doch Harry ist viel cleverer als man ahnen möchte. Und singen kann er! Durch ein Stipendium erlangt er Zutritt zu einer Privatschule. Von da an nimmt sein Leben eine rasche Wendung. Doch aus einem für Harry unerkennbarem Grund gibt es Menschen, die ihm und seiner Familie immer und immer wieder absichtlich Steine in den Weg legen.
Der Aufbau
Ich würde Spiel der Zeit gerne als eine Collage bezeichnen. Das Buch puzzelt sich aus den unterschiedlichsten Perspektiven zusammen, wie die Schichten einer Zwiebel und lassen das Ganze doch sehr komplex ausschauen.
Die unterschiedlichen Teile des Buches beginnen immer mit einem kurzen Kapitel aus der Ich-Perspektive eines Charakters und werden dann im weiteren Verlaufe von einem personalen Erzähler fortgeführt. Dabei überschneiden sich die Abschnitte der Personen immer wieder und wir erleben einen bereits bekannten Teil der Geschichte aus einem neuen Blickwinkel. Als Leser entdeckt man auch immer neue Charakterzüge von bereits bekannten Figuren.
Im Fokus aller Erzählungen stehen Protagonist Harry Clifton und seine Mutter Maisie, denen immer wieder schwere Schicksalsschläge wiederfahren.
Interessant fand ich auch wie Geheimnisse unter den Charakteren und zwischen den verschiedenen Perspektiven ihre Wellen schlugen. Technisch gesehen ein sehr gelungener Roman!
Meine Meinung
Ich hatte zu Beginn ein paar Probleme mit dem Buch. Es brauchte einige Seiten bis ich wirklich in die Geschichte hineingefunden hatte. Hätte ich keine Geduld mitgebracht, wäre mir ein tolles Buch entgangen. Während ich mir anfänglich ein wenig mehr Atmosphäre gewünscht hätte, stand in Spiel der Zeit die Familiengeschichte mit all ihren Facetten einfach viel weiter im Vordergrund, als ich es erwartet hätte. Diese wurde allerdings sehr gut durchdacht gestaltet. Auch wenn man einige Geheimnisse irgendwie erahnen konnte, wurde es durch die Vielschichtigkeit des Romans niemals langweilig.
Fazit
Spiel der Zeit ist eine verflochtene Familiengeschichte, wie ich es bereits in Die Erben von Somerset von Leila Meacham sehr mochte. Mit sehr toll gestalteten Charakteren, die man schnell liebgewinnt und einer tollen Aussicht auf eine Fortsetzung. Achtung: Der Klappentext von Teil 2 spoilert ja so dermaßen! Wer also Spiel der Zeit noch gerne lesen möchte, sollte sich an dieser Stelle noch nicht mit der Fortsetzung auseinandersetzen.

Große Leseempfehlung für regnerische Herbsttage.

Christina Kabus – Töchter des Nordlichts

Christina Kabus | Töchter des Nordlichts
Lübbe | 559 Seiten | 4/5 Punkte

 

DURCH DIE JAHRHUNDERTE GETRENNT. DURCH EINE GEMEINSAME GESCHICHTE VEREINT

Oslo, 2011. Nora ist längst erwachsen, als sie von ihren samischen Wurzeln erfährt. Instinktiv spürt sie, dass sie ihr Glück erst finden wird, wenn sie in das Land ihrer Urahnen reist. Doch die Sami und ihre Kultur erscheinen ihr zunächst fremd. Bis sie auf den charismatischen Hundezüchter Mielat trifft. Gemeinsam mit ihm begibt sie sich auf die Spuren ihrer Vorfahren. Dabei stößt sie auf die Geschichte des samischen Mädchens Áilu, das vor fast hundert Jahren in der eisigen Finnmark lebte. Schon bald ahnt sie, dass Áilus ungeheuerliches Schicksal eng mit ihrer eigenen Familiengeschichte verknüpft ist.
Erwartungen
Der erste Teil “Im Land der weiten Fjorde” aus dem letzten Jahr hatte mir sehr gut gefallen und so stieß die Anfrage, ob ich auch den zweiten Teil lesen möchte, bei mir natürlich auf große Freude.
Die Geschichte von Nora, die im ersten Teil nur eine Nebenrolle hatte, wird in “Töchter des Nordlichts” fortgeführt und der Leser soll Nora auf die dunkle Seite der Geschichte Norwegens begleiten. Darauf war ich also wirklich sehr gespannt. Gefreut habe ich mich auch auf ein Wiedersehen mit Bekannten Gesichtern, die einen durch die Geschichte begleiten. Zudem durfte ich beim auspacken des Buches bereits feststellen, dass das Cover irgendwie ein wenig leuchtet. Gefiel mir sehr gut und steigerte auf jeden Fall die Vorfreude enorm!

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