Kevin Sands – Der Blackthorne-Code

20161122_155743»Verrate es niemandem«
Bis zu dieser rätselhaften Warnung war Christopher Rowe eigentlich zufrieden mit seinem Leben als Lehrling des Apothekermeisters und Alchemisten Benedict Blackthorn. Er hatte ein Dach über dem Kopf, sein Meister lehrte ihn nicht nur, wie man Mittel gegen Warzen herstellt, sondern auch wie man verschlüsselte Botschaften knackt und Rätsel löst. Doch das alles ändert sich, als eine Serie mysteriöser Morde London heimsucht. Fast immer sind es Alchemisten, die getötet werden. Christopher spürt, dass sein Meister in Gefahr ist. Ihm bleibt nur wenig Zeit, die Mörder zu enttarnen und hinter ein Geheimnis zu kommen, das so mächtig ist, dass es die Welt zerstören kann …

Kevin Sands | Der Blackthorne-Code
dtv | 330 Seiten | 15,95 € |

Mein empfohlenes Lesealter: ab 11 Jahren
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Jeffrey Archer – Spiel der Zeit

Jeffrey Archer ♣ Spiel der Zeit
Heyne ♣ 560 Seiten ♣  9,99 € ♣ 4/5 Punkte
1. Teil der Clifton Saga
Die Schicksale zweier Familien. Eine verborgene Wahrheit. Das Ringen um Freundschaft und Liebe.

England um 1930: Der junge Harry Clifton wächst an den Hafendocks von Bristol heran, seine Mutter Maisie muss sich mit harter Arbeit durchschlagen. Um den Tod von Harrys Vater, der angeblich im Krieg gefallen ist, rankt sich ein Geheimnis. Harrys Leben nimmt eine Wendung, als er das Stipendium für eine Eliteschule erhält. Er tritt ein in die Welt der Reichen und lernt Giles Barrington sowie dessen Schwester Emma kennen, Erben einer Schifffahrts- Dynastie. Harry verliebt sich in Emma, ohne zu ahnen, dass die Schicksale ihrer Familien auf tragische Weise miteinander verknüpft sind …

Als großer Ken Follett Fan war ich bereits nachdem ich den Klappentext in der Vorschau entdeckt hatte Feuer und Flamme und wartete gespannt auf das Erscheinen von Spiel der Zeit. Wer Follett kennt, der wird von Spiel der Zeit völlig überrascht werden. Wie durch eine Collage hindurch begleitet der Leser Harry Clifton von Kindesbeinen an, bis er in die große Welt hinaus zieht. Und obwohl es doch so völlig anders war als ich erwartet hatte, war ich doch sehr, sehr angetan von dem Buch.
Worum es geht
Harry Clifton wird von seiner Mutter Maisie alleine großgezogen. Dem Jungen wird eine Zukunft in den Docks vorhergesagt, so wie schon sein Vater und sein Onkel ihr Leben verbrachten. Doch Harry ist viel cleverer als man ahnen möchte. Und singen kann er! Durch ein Stipendium erlangt er Zutritt zu einer Privatschule. Von da an nimmt sein Leben eine rasche Wendung. Doch aus einem für Harry unerkennbarem Grund gibt es Menschen, die ihm und seiner Familie immer und immer wieder absichtlich Steine in den Weg legen.
Der Aufbau
Ich würde Spiel der Zeit gerne als eine Collage bezeichnen. Das Buch puzzelt sich aus den unterschiedlichsten Perspektiven zusammen, wie die Schichten einer Zwiebel und lassen das Ganze doch sehr komplex ausschauen.
Die unterschiedlichen Teile des Buches beginnen immer mit einem kurzen Kapitel aus der Ich-Perspektive eines Charakters und werden dann im weiteren Verlaufe von einem personalen Erzähler fortgeführt. Dabei überschneiden sich die Abschnitte der Personen immer wieder und wir erleben einen bereits bekannten Teil der Geschichte aus einem neuen Blickwinkel. Als Leser entdeckt man auch immer neue Charakterzüge von bereits bekannten Figuren.
Im Fokus aller Erzählungen stehen Protagonist Harry Clifton und seine Mutter Maisie, denen immer wieder schwere Schicksalsschläge wiederfahren.
Interessant fand ich auch wie Geheimnisse unter den Charakteren und zwischen den verschiedenen Perspektiven ihre Wellen schlugen. Technisch gesehen ein sehr gelungener Roman!
Meine Meinung
Ich hatte zu Beginn ein paar Probleme mit dem Buch. Es brauchte einige Seiten bis ich wirklich in die Geschichte hineingefunden hatte. Hätte ich keine Geduld mitgebracht, wäre mir ein tolles Buch entgangen. Während ich mir anfänglich ein wenig mehr Atmosphäre gewünscht hätte, stand in Spiel der Zeit die Familiengeschichte mit all ihren Facetten einfach viel weiter im Vordergrund, als ich es erwartet hätte. Diese wurde allerdings sehr gut durchdacht gestaltet. Auch wenn man einige Geheimnisse irgendwie erahnen konnte, wurde es durch die Vielschichtigkeit des Romans niemals langweilig.
Fazit
Spiel der Zeit ist eine verflochtene Familiengeschichte, wie ich es bereits in Die Erben von Somerset von Leila Meacham sehr mochte. Mit sehr toll gestalteten Charakteren, die man schnell liebgewinnt und einer tollen Aussicht auf eine Fortsetzung. Achtung: Der Klappentext von Teil 2 spoilert ja so dermaßen! Wer also Spiel der Zeit noch gerne lesen möchte, sollte sich an dieser Stelle noch nicht mit der Fortsetzung auseinandersetzen.

Große Leseempfehlung für regnerische Herbsttage.

Christina Kabus – Töchter des Nordlichts

Christina Kabus | Töchter des Nordlichts
Lübbe | 559 Seiten | 4/5 Punkte

 

DURCH DIE JAHRHUNDERTE GETRENNT. DURCH EINE GEMEINSAME GESCHICHTE VEREINT

Oslo, 2011. Nora ist längst erwachsen, als sie von ihren samischen Wurzeln erfährt. Instinktiv spürt sie, dass sie ihr Glück erst finden wird, wenn sie in das Land ihrer Urahnen reist. Doch die Sami und ihre Kultur erscheinen ihr zunächst fremd. Bis sie auf den charismatischen Hundezüchter Mielat trifft. Gemeinsam mit ihm begibt sie sich auf die Spuren ihrer Vorfahren. Dabei stößt sie auf die Geschichte des samischen Mädchens Áilu, das vor fast hundert Jahren in der eisigen Finnmark lebte. Schon bald ahnt sie, dass Áilus ungeheuerliches Schicksal eng mit ihrer eigenen Familiengeschichte verknüpft ist.
Erwartungen
Der erste Teil „Im Land der weiten Fjorde“ aus dem letzten Jahr hatte mir sehr gut gefallen und so stieß die Anfrage, ob ich auch den zweiten Teil lesen möchte, bei mir natürlich auf große Freude.
Die Geschichte von Nora, die im ersten Teil nur eine Nebenrolle hatte, wird in „Töchter des Nordlichts“ fortgeführt und der Leser soll Nora auf die dunkle Seite der Geschichte Norwegens begleiten. Darauf war ich also wirklich sehr gespannt. Gefreut habe ich mich auch auf ein Wiedersehen mit Bekannten Gesichtern, die einen durch die Geschichte begleiten. Zudem durfte ich beim auspacken des Buches bereits feststellen, dass das Cover irgendwie ein wenig leuchtet. Gefiel mir sehr gut und steigerte auf jeden Fall die Vorfreude enorm!

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Danielle Stevens – Wo die Nelkenbäume blühen

Sanielle Stevens | Wo die Nelkenbäume blühen
Mira Taschenbuch | 380 Seiten | 3/5 Punkte
Mit freundlicher Unterstützung von Blogg dein Buch und Mira Taschenbuch
Trauernd reist Lena nach Sansibar – in das Land, in dem die Nelkenbäume blühen. Auf der Gewürzplantage der Bennetts will sie das Werk ihres verstorbenen Verlobten Andy Bennett beenden und dessen Familiengeschichte aufschreiben.
Doch den Ort, an dem alles begann, droht der britische Geschäftsmann Stephen Alister mit dem Bau eines Luxushotels zu zerstören. Um das Andenken der Bennetts zu bewahren, setzt Lena alles daran, de Plantage zu retten und facht unwissend eine alte Fehde an. Ausgerechnet in der finsteren Vergangenheit liegt der Schlüssel zu einer glücklichen Zukunft für Lena.
Erster Eindruck
Wir haben in diesem Jahr keinen sehr echten Winter, aber Kälte und Nässe sind trotzdem nicht so wirklich meine Freunde. Das Cover alleine lädt irgendwie schon sehr gut in ein Urlaubsfeeling ein und der Klapptext verspricht mir ein Buch auf das ich mich sehr „für zwischendurch“ freue.
Meine Meinung
Das Buch beschreibt die Familiengeschichten auf Sansibar auf zwei Ebenen. Ebene eins ist natürlich die Gegenwart und Ebene zwei spielt Ende des 19. Jahrhunderts. Anfänglich hat mir die zweite Ebene in der Vergangenheit besser gefallen als die Geschehnisse in der Gegenwart. Noch nie zuvor hatte ich mich mit Sansibar beschäftigt und die Ereignisse um den Sklavenhandel und wie sich so langsam eine Fraktion dagegen entwickelte war anhand der Schicksale dreier junger Frauen die aus Deutschland hergekommen waren sehr interessant zu beobachten. Dadurch dass die Haupthandlung natürlich in der Gegenwart lag und die Episoden der Vergangenheit nur zwischengeschoben waren, war man die ganze Zeit sehr gespannt darauf wie es weiter ging.
Besonders authentisch fand ich die Vergangenheitsepisoden auch deswegen, weil diese sich zu Beginn nicht mit Kitsch und Liebeleien beschäftigten.
Die Entwicklungen in der Gegenwart gefielen mir von Beginn an Stückchenweise weniger. Zumal die Protagonisten für ein emfpinden ihr eigentliches vorhaben irgendwie sehr schnell aus den Augen zu verlieren scheint. Es erscheint mir sehr ehrenhaft die Plantage retten zu wollen, doch erfahren wir irgendwie viel zu wenig über die Familiengeschiche, die einem eigentlich ja im Klapptext versprochen wurde. Anfänglich hatte ich ja gedacht dass beide Ebenen irgendwann an einen Punkt kommen würden, wo die Fäden zusammenlaufen, aber das tun sie am Ende dann doch irgendwie nicht. Personen in den Vergangenheitsepisoden tragen zwar wohl die gleichen Nachnamen wie Personen in der Gegenwart, aber der absolute Knotenpunkt, wer da mit wem wie genau zusammenhängt, fehlt.
Das Ende des Buches konnte mich leider überhaupt nicht überzeugen und das auf beiden Handlungsebenen. Zum einen wurde es mir auf der Vergangenheitsebene zu kitschig und ich hätte am Ende viel mehr über die ploitische Entwicklung erfahren wollen und zum anderen gefiel es mir in der Gegenwart nicht wie Lena alle Stricken reißen ließ. Auch die Entwicklung bezüglich ihres besten Freundes gefiel mir nicht. Kam aber letztlich doch irgendwie nicht sehr überraschend. War aber Fehl am Platz.
Ein Happy End gabs ganz am Ende natürlich. Trotzdem war es insgesamt sehr offen, was mir dahingehend gut gefallen hat, dass es kein absolutes „Und wenn sie nicht gestorben sind..“ gab.
Fazit
Ausgesucht hatte ich mir dieses Buch tatsächlich für einen Nachmittag so zwischendurch. Und genau dafür ist es definitiv auch gedacht. Sehr viel von den historischen Hintergründen, die ich sehr interessant gefunden hätte, konnte man also leider nicht erwarten. Es ist also nicht mehr und nicht weniger als das weswegen ich mich auf das Buch gefreut hatte. Eigentlich sehr Schade. Daher gibt es von mir 3 von 5 Punkte.

Matt Beynon Rees – Mozarts letzte Arie

Matt Beynon Rees | Mozarts letzte Arie
C.H.Beck Verlag| 318 Seiten | 4/5 Punkte
Wien, 5. Dezember 1791: Mozart stirbt aber ebenso wenig wie er selbst der glaube, vergiftet worden zu sein, will seine Schwester Maria Anna, genannt „Nannerl“, an einen natürlichen Krankheitsverlauf glauben. Sie reist nach Wien und ermittelt auf eigene Faust.
Vierzig Jahre später überreicht sie auf dem Totenbett ihrem Neffen das Journal ihrer Reise, das auch die gefährliche Wahrheit enthält.
Ein spannend geschriebener, historischer Krimi über Mozart und die Zauberflöte, Wahrheit und Lüge, Komplotte und Geheimdienste und das ewige Band der Geschwisterliebe.
Realität und Fiktion
Mittlerweile sind es bald mehr als 7 Jahre her, dass ich in der Schule Musikunterricht hatte. Meine letzte Stunde zu Mozart und der Zauberflöte dürfte wohl noch länger zurück liegen. Eine grobe Ahnung und ein paar Fakten behält man vielleicht im Hinterkopf, aber das meiste vergisst man ja leider dann doch wieder, wenn man sich nicht wirklich mit dieser Epoche oder der Thematik beschäftigt. Genaue Fakten um den Tod von Mozart kenne ich nicht. Auch habe ich mich nie genauer mit seinem genauen Umfeld beschäftigt und kann demnach nicht sagen: „Da hat der Autor aber schlecht recherchiert!“ Das möchte ich auch eigentlich gar nicht.
Der besonders spannende Reiz an diesem Buch war mit Sicherheit das Geflecht um eine reale Person. Und für mein empfinden ist es dem Autor sehr gut gelungen Realität und Fiktion ineinander verschwimen zu lassen. Es gab auf jeden Fall Dinge die ich sehr abwägig fand, als das sie wirklich wahr gewesen sein könnten, aber das ist dann auch die künstlerische Freiheit des Autors und das hat mir an diesem Buch sehr gut gefallen.
Meine Meinung
Wer dieses Buch liest taucht ein wenig ein in das Wien des 18. Jahrhunderts. Wenn ich das Buch Daheim gelesen hätte, hätte ich mir mit Sicherheit auch immer die passende Musik zu den einzelnen Szenen herausgesucht und angehört, den die waren immer sehr gut angegeben. Jetzt wo ich einige Stücke nachträglich gehört habe kann ich nur sagen: Sie umrahmen das Buch perfekt!
Auch wenn es zeitlich natürlich nicht sehr zusammen passt, erinnerten mich einige Szenen ein bisschen an Arthur Schnitzlers Traumnovelle (1926) und als großer Dan Brown Fan fand ich die Andetungen bezüglich Freimaurer und Illuminati natürlich auch sehr gut eingefädelt. Vielleicht machte es das ganze an einigen Ecken ein bisschen weniger realistisch, aber brachte es doch auf etwas rundes Ganzes.
Fazit
Tatsächlich würde ich das Buch als einen sehr leichten Krimi bezeichnen in dem nicht Mord und Totschlag die Hauptrolle spielen. Für Fans von Historischen Romanen dürfte das Werk aber auf jeden Fall interessant sein! Von mir gibt es 4 Schildkröten und einen Herzlichen Dank für dieses tolle Weihnachtsgeschenk!!!