Kevin Sands – Der Blackthorne-Code

20161122_155743»Verrate es niemandem«
Bis zu dieser rätselhaften Warnung war Christopher Rowe eigentlich zufrieden mit seinem Leben als Lehrling des Apothekermeisters und Alchemisten Benedict Blackthorn. Er hatte ein Dach über dem Kopf, sein Meister lehrte ihn nicht nur, wie man Mittel gegen Warzen herstellt, sondern auch wie man verschlüsselte Botschaften knackt und Rätsel löst. Doch das alles ändert sich, als eine Serie mysteriöser Morde London heimsucht. Fast immer sind es Alchemisten, die getötet werden. Christopher spürt, dass sein Meister in Gefahr ist. Ihm bleibt nur wenig Zeit, die Mörder zu enttarnen und hinter ein Geheimnis zu kommen, das so mächtig ist, dass es die Welt zerstören kann …

Kevin Sands | Der Blackthorne-Code
dtv | 330 Seiten | 15,95 € |

Mein empfohlenes Lesealter: ab 11 Jahren
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Ursula Poznanski – Elanus

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Es ist klein. Es ist leise. Es sieht alles.

Jona ist siebzehn und seinen Altersgenossen ein ganzes Stück voraus, was Intelligenz und Auffassungsgabe betrifft. Allerdings ist er auch sehr talentiert darin, sich bei anderen unbeliebt zu machen und anzuecken. Auf die hervorgerufene Ablehnung reagiert Jonas auf ganz eigene Weise: Er lässt sein privates Forschungsobjekt auf seine Neider los: eine Drohne. Klein, leise, mit einer hervorragenden Kamera ausgestattet und imstande, jede Person aufzuspüren, über deren Handynummer Jona verfügt. Mit dem, was er auf diese Weise zu sehen bekommt, kann er sich zur Wehr setzen gegen Spott und Häme.
Doch dann erfährt er etwas, das besser unentdeckt geblieben wäre, und plötzlich schwebt er in tödlicher Gefahr.

Ursula Poznanski | Elanus
Loewe Verlag | 416 Seiten | 14,95 € |

Mein empfohlenes Lesealter: ab 14 Jahren
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Krystyna Kuhn – Monday Club – Das erste Opfer

Krystyna Kuhn ♣ Monday Club – Das erste Opfer ♣
Oetinger ♣ 384 Seiten ♣  16,99 € ♣ 4/5 Punkte
Kann ein Mensch zwei Mal sterben? Ein perfides Spiel um Wahn und Wahrheit!

Bei der sechzehnjährigen Faye Mason wurde bereits in früher Kindheit idiopathische Insomnie diagnostiziert, eine seltene Schlafkrankheit. Die schlaflosen Nächte hinterlassen Spuren: Oft kann sie Wirklichkeit und Fantasie nicht unterscheiden. Da geschieht etwas Entsetzliches: Fayes beste Freundin Amy kommt bei einem Autounfall ums Leben. Doch wenig später begegnet sie der totgeglaubten Amy auf der Straße. Halluziniert sie? Oder ist Amy noch am Leben? Faye sollte besser nicht zu viele Fragen stellen, auch nicht zum Monday Club, in dem alle wichtigen Leute der Stadt Mitglied sind.

Meine ersten Erfahrungen mit Krystyna Kuhn habe ich bereits mit „Das Tal – Das Spiel“ gesammelt. Packend und spannend erzählt, kann ich nicht behaupten, dass es am Schreibstil lag, warum ich die Reihe nie weiter fortgesetzt habe. Vielmehr war es der verwirrende Plot, der mich durcheinander brachte. Die Kunst den Protagonisten und den Leser aufs Glatteis zu führen, führt Frau Kuhn auch in ihrer neuen Trilogie um den Monday Club fort. So undurchsichtig und verworren, wie man es selten wiederfindet…

Meine Meinung
Dass ich Monday Club unbedingt lesen wollte, das stand völlig außer Frage. Es war eines der ersten Bücher, das mir in der Vorschau direkt ins Auge gesprungen ist. Denn zur Abwechslung hatten wir hier mal wieder eine interessante Geschichte, die nicht als Dystopie oder Fantasy-Roman angelegt ist. Gerade im Jugendbuch ist es fast schon schwierig geworden dazwischen etwas anderes zu finden.

Eingetaucht in die Welt von Faye, verschwimmen die Grenzen von Realität und Träumerei ein wenig. Faye leidet an einer seltenen Schlafkrankheit. Oft kann sie gar nicht schlafen und muss Tabletten nehmen, die es ihr erst ermöglichen die Augen für eine gewisse Zeit überhaupt schließen zu können. Stellt euch mal vor ihr wärt unglaublich müde und könntet aber nicht einschlafen. Ich mag dieses Gefühl wirklich gar nicht.
Doch wenn Faye unter den Medikamenten wach wird oder trotzdem nicht schläft, dann vermischen sich ihre Wahrnehmungen und letztlich kann sie sich nachher nicht mehr genau daran erinnern, ob sie Dinge nun wirklich erlebt hat, oder nur geträumt.
Diese Idee fand ich wirklich interessant und teilweise auch gut umgesetzt. Für mich als Vielleser war es aber relativ schnell ersichtlich, was nun tatsächlich passiert war und was nicht. Hier hätten die Dinge ruhig noch viel weiter verschwimmen dürfen.

Was mich insgesamt ein wenig gestört hat, war das an einigen Stellen sehr klischeehafte Gesamtbild. Dies Stach immer wieder sehr exemplarisch hervor und störte das sonst so außergewöhnliche Buch. Gerade die Charaktere um Faye herum waren meines Erachtens doch sehr durchschaubar. Obgleich das Ende des Buches nicht vorhersehbar war.

Fazit
Einmal das Buch zugeklappt wollte ich sofort das nächste haben. Die Verstrickungen waren spannend, logisch und bis zum Schluss nicht zu durchschauen. Bloß die Charaktere waren meiner Meinung ein bisschen schwach im Gegensatz zum Rest des Buches. Ein spannendes Mystery-Abenteuer, welches ich gerne weiterverfolgen werde!

Lucie Whitehouse – Eine perfekte Lüge

Lucie Whitehouse ♣ Eine perfekte Lüge
Berlin Verlag ♣ 320 Seiten ♣  11,99 € ♣ 4/5 Punkte
Ist es die große Liebe? Oder ein Fremder in meinem Bett?

Als Hannah an einem Tag im Sommer Mark begegnet, ist es um sie geschehen. Die beiden ziehen zusammen, heiraten, das vollkommene Glück. Doch als Mark nach einer Geschäftsreise plötzlich spurlos verschwunden ist, beschleicht Hannah ein ungutes Gefühl. Weshalb ist ihr Mann nicht zu erreichen? Warum sind all seine Papiere verschwunden? Wieso wurde ihr Konto geplündert? Und wer ist die Fremde, die dauernd anruft? Hannah beschließt zu handeln. Doch je mehr Fragen sie stellt, desto weniger Antworten bekommt sie. Gefangen in einem schier endlosen Labyrinth von Rätseln, wird ihr langsam klar, dass Mark keineswegs der Sunnyboy ist, für den sie ihn immer gehalten hat. Und bald hegt sie einen grauenhaften Verdacht…

Das Cover erinnert mich irgendwie an die Rose aus Die Schöne und das Biest. Und auch der Klappentext lässt einen bösen Beigeschmack erahnen. Lucie Whitehouse schafft es unsere Protagonistin Hannah, aber auch den Leser, immer fester um ihren Finger zu wickeln, um dann ein großes Loch aufzureißen, aus dem es kein Entkommen gibt…
Meine Meinung

Eine Frau will ihren Mann von der Geschäftsreise am Flughafen abholen, er taucht nicht auf und bleibt verschwunden. Danach ruft sie alle möglichen Leute an und wird immer nervöser, deckt hier und da komische Dinge auf… Also so langsam klingt es nach einem sehr dick aufgetragenem Buch mit etlichen Klischees, das am Ende in einer Mordermittlung im Nachmittagsfernsehn endet. Ja danach klingt es vielleicht ein bisschen. Der Einstieg in „Eine perfekte Lüge“ fiel mir tatsächlich auch etwas schwerer. Einfach weil ich dachte: Du weißt sowieso, was als nächstes passiert. Spätestens als Hannahs Ehemann am nächsten Tag anruft und sagt: „Es ist alles in Ordnung“, werde ich stutzig. An der Stelle ging es auch eigentlich erst richtig los. Lucie Whitehouse führt einen immer wieder auf die falsche Fährte und lässt den Leser ebenso überrascht zurück, wie ihre Protagonistin.
Trotzdem hatte ich ab einer gewissen Stelle eine Ahnung, die ich als Krimi-Vielleser nicht wieder loswurde. Und die sich letztlich auch bewahrheitete. Letztendlich führte dann doch alles auf den Titel des Buches zurück und hatte auf den letzten Seiten leider keinen Überraschungseffekt mehr. Den hatten wir dafür zwar an so manch anderer Stelle. Das Buch konnte mir aber leider kein so schwaches Ende ersetzen.

Unsere Protagonistin erschien mir für ihr gesamtes Umfeld und ihren Lebensstil insgesamt gesehen irgendwie ein wenig naiv. Wer gibt denn einen so super Job auf, verzichtet eigentlich auf fast alles, bricht seine Zelte ab um dann einen Mann zu heiraten, den sie gerade mal ein paar Monate kennt und wundert sich dann dass mit dem irgendwas nicht stimmt? Ich hätte es nicht gemacht.

Fazit

Das Buch war gut durchdacht und konnte sein Spannungslevel über die gesamten 300 Seiten relativ konstant halten, auch wenn es kein absoluter Pageturner war. Insgesamt habe ich mich gut unterhalten gefühlt, aber ein Krimi-Vielleser wird viel zu schnell auf des Rätsels Lösung kommen.

Tana French – Geheimer Ort

Tana French ♣ Geheimer Ort
Fischer ♣ 700 Seiten ♣  14,99 € ♣ 4/5 Punkte
5. Teil des Dubliner Morddezernats
EIN TOTER. ACHT MÄDCHEN.
EIN EINZIGER TAG FÜR DIE WAHRHEIT.

Anmutig, behütet und golden, so scheint die abgeschirmte Welt des traditionsreichen Mädcheninternats St. Kilda. Doch vor einem Jahr ist dort im Park ein Junge erschlagen worden. Nun hängt sein Bild am Schwarzen Brett – mit der Überschrift: ICH WEISS, WER IHN GETÖTET HAT. Nur eines von acht Mädchen kann die Karte aufgehängt haben. In zwei Cliquen stehen sie sich gegenüber – unverbrüchliche Freundinnen, erbarmungslose Feindinnen. Der junge Detective Stephen Moran kennt eines der Mädchen, Holly Mackey, aus einem früheren Fall und meint zu wissen, was auf dem Spiel steht. Bis er hinter den Mauern von St. Kilda selbst in das verfängliche Netz aus Träumen und Lügen gerät.

 

Vor bereits einem Jahr wurde auf dem Rasen vor dem Mädcheninternat St. Kilda die Leiche eines Jungen gefunden. Großer Presserummel, viele Befragungen, aber keine Ergebnisse. Alle Spuren laufen ins Leere. Weil alle die etwas wissen den Mund halten und lügen.
Ganz unerwartet bekommt Detective Stephen Moran die Chance seinen staubigen Schreibtisch in der Abteilung für ungelöste Fälle loszuwerden. Dafür muss er aber erstmal Detective Antoinette Conway von seinen Fähigkeiten überzeugen.
 Das Buch & ich
Nachdem ich den ersten Teil Grabesgrün zu Beginn des Jahres gelesen hatte wusste ich: Von der Autorin möchte ich noch mehr lesen. Da man mir versicherte, man könne die Bücher in der Reihe unabhängig voneinander lesen, habe ich mein Auge von Anfang an auf Geheimer Ort gelegt. Das Buch wurde mir von meiner Kollegin empfohlen und auch in der Presse war das Buch letzten Dezember gut besprochen worden. Nach der Buchmesse in Leipzig konnte ich das Buch dann endlich mein Eigen nennen. In der Zwischenzeit hatte ich allerdings bereits mehrfach auch mittelmäßige bis gar schlechte Rezensionen zu dem Buch gelesen und war unheimlich gespannt darauf was mich erwartet und wie es mir gefallen würde.
Charaktere und Szenerie
Im Fokus des inzwischen fünften Teils von Tana Frenchs Serie um das Morddezernat in Dublin stehen Detective Stephen Moran von der Abteilung für ungelöste Fälle und Detective Antionette Conway aus dem Morddezernat. Nachdem sich Holly Mackey, Schülerin an St. Kilda und Tochter von Detective Mackey, der in einem der anderen Bücher eine größere Rolle spielt, sich mit dem Foto des verstorbenen Jungen Chris Harper an Detective Moran gewendet hat, sieht er seine große Chance die Abteilung für ungelöste Fälle verlassen zu können. Detective Conway, eine Ermittlerin die sich von niemandem was sagen lässt und unter den Kollegen nicht gerade gemocht wird, lässt Moran mit zur Schule fahren und ihn die weiteren Verhöre leiten.
Holly Mackey steckt ebenfalls mitten drin. Ihre Freundinnen und vier andere Mädchen waren die einzigen die in Frage kamen das Foto an der Pinnwand, dem sogenannten Geheimen Ort aufzuhängen. Der Geheime Ort ist eine Maßnahme der Schulleitung, die gegen Mobbing vorbeugen soll. Zunächst werden alle acht Mädchen vernommen und immer wieder gerät eines von ihnen mehr oder weniger in Verdacht.
Wie ich es auch aus Grabesgrün kannte wechselte das Buch immer zwischen der aktuellen Ermittlung, die sich über einen einzigen Tag zog, und einem Handlungsstrang der in der Vergangenheit liegt. In diesem Fall zeigte der Vergangenheitsstrang immer wieder Ereignisse um die beiden Mädchencliquen vor dem Mord an Chris Harper. Dabei wurden die Ergebnisse der Ermilltungen weiter ausgeführt und genauer beleuchtet.
Meine Meinung
Die Art und Weise wie Tana French uns ihren Fall und die Kulisse präsentierte hat mir auch in Geheimer Ort wieder sehr gut gefallen. Mit einem Händchen fürs Details und wirklich sehr ausgefallenen Charakteren zeigt sie uns wieder wie gut sie ihr Handwerk versteht. Bis zum Schluss wusste ich nicht wer der Täter ist.
Ich hab mich durchweg gut unterhalten gefühlt und habe das Buch wirklich sehr genossen, dennoch kann ich einen Kritikpunkt, den ich in anderen Rezensionen entdeckt habe gut nachvollziehen:
Das Buch hatte auf jeden Fall seine Längen. Das kann man einfach nicht abstreiten. Trotzdem wüsste ich persönlich nicht so wirklich was Tana French hätte kürzen sollen ohne dass ihr gut durchdachtes Kartenhaus auseinandergefallen wäre. Vielleicht hätte die eine oder andere Lüge oder Vertuschungsaktion der Mädchen die Sache verkürzt. Aber an einer Lüge hingen immer noch so viele andere Details, dass es das Gesamtkonzept in meinen Augen zerstört hätte. In sich fand ich es vollkommen schlüssig und nachvollziehbar.
Irgendwo habe ich auch gelesen, dass es durch die Längen im Buch sehr langweilig gewesen wäre und gerade die Szenen die vor dem Mord spielten überflüssig gewesen wären. Das sehe ich anders, kann aber das Problem verstehen. Rückblickend betrachtet würde ich sagen, dass man Geheimer Ort sehr gut auch als Jugend-Krimi verkaufen könnte. Ich kann mich an keine Szene erinnern, die mich nicht davon abhalten würde das Buch auch einer 13- oder 14-jährigen in die Hand zu drücken. Als Kind habe ich selber sehr gerne Bücher und Reihen gelesen, die im Internat spielten. Nein, nicht nur Harry Potter. Und genau dieses Feeling kam in diesem Buch wieder auf. Wahrscheinlich hat es mir daher auch so gut gefallen. Wenn andere diese Leidenschaft nicht teilen, so kann ich mir vorstellen, wird ihnen das Buch vielleicht auch nicht so gut gefallen haben. Als erwachsener Krimileser erwartet man einfach etwas anderes.
 Fazit
Geheimer Ort überzeugt mit einem so gut durchflochtenen Konzept, das es einem kaum möglich macht das Ende irgendwie zu erahnen. Der Krimi hat durchaus seine Längen und ist bestimmt nicht jedermanns Sache, konnte mich aber wieder sehr gut begeistern und überzeugen.
 Die Reihe
Aktuell sind in der Reihe um das Dubliner Morddezernat fünf Teile erschienen, die alle aus der Sicht eines anderen Ermittlers erzählt werden. Offenbar sind dabei diese Charaktere eben auch enger in den Fall verwoben. Nachdem ich nun den ersten Teil Grabesgrün und den bisher neusten Teil Geheimer Ort gelesen habe, werde ich die anderen Teile mit Sicherheit auch lesen. Die Reihe ist absolut lesenswert.