Neues Futter für ausgehungerte Leseratten

Frischer Wind in die Bude, das können wir doch alle mal gebrauchen. Mir geht der Lesestoff zwar noch nicht aus, aber ich musste ja doch die meisten meiner Schätze vorerst in Münster lassen. Aktuell weiß ich gar nicht genau wo ich meine Bücher alle „lagern“ soll, aber mir fehlt ein wenig meine natürliche Umgebung. Wenn ich den Schreibtisch allerdings noch weiter zustelle, dann komme ich die Tage gar nicht mehr an meine Tastatur. Das wäre dann auch etwas schlecht, nicht wahr?

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Neuzugänge im November – Letzten Einkäufe vor Weihnachten?

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Hallo zusamen,

Im November ist meine Liste mit Neuzugängen tatsächlich überschaubar geblieben. Darauf bin ich tatsächlich ein kleines bisschen stolz, nachdem es im Oktober nach der Buchmesse, doch ein wenig über die Stränge geschlagen war. Mein Jahresziel: den SUB zu verkleinern, werde ich beim besten Willen nicht mehr schaffen. Mit großer Freude kann ich aber sagen, dass diese drei neuen Schätze nicht lange auf dem SUB lagen. Zwei habe ich bereits gelesen.Weiterlesen

Sophie Jordan – Infernale

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Von klein auf hörte ich Wörter wie begabt, Überdurchschnittlich. Begnadet.
Ich hatte all diese Wünsche, wollte etwas werden.
Jemand.
Niemand sagte: Das geht nicht.
Niemand sagte: Mörderin.

 

Als Davy in einem DNA-Testpositiv auf das Mördergen Homicidal Tendency Syndrome (HTS) getestet wird, bricht ihre heile Welt zusammen. Sie muss die Schule wechseln, ihre Beziehung scheitert, ihre Freunde fürchten sich vor ihr und ihre Eltern meiden sie. Aber sie kann nicht glauben, dass sie imstande sein soll, einen Menschen zu töten. Doch Verrat und Verstoß zwingen Davy zum Äußersten. Wird sie das werden, für das alle Welt sie hält und vor dem sie sich am meisten fürchtet – eine Mörderin?

 

Sophie Jordan ♣ Infernale
Loewe ♣ 380 Seiten ♣  17,95 € ♣ 5/5 Punkte
1. Teil der Trilogie

 

Davy ist der Traum von einem Kind. Keine Probleme mit irgendwas. Ein Wunderkind. Ein fantastisches Gehör. Davy spielt mehrere Instrumente, hat eine wunderschöne Stimme und bereits eine Zusage für Juilliard, als alles ganz anders kommt. Nachdem man das HTS-Gen entdeckt hatte, bricht überall Panik aus. Das Mörder-Gen verunsichert die Menschheit.

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Madeleine Reiss – Ich lass dich nicht los

Madeleine Reiss ♣ Ich lass dich nicht los
Goldmann ♣ 352 Seiten ♣  9,99 € ♣ 4/5 Punkte
„Ich hab dich lieb, jeden und jeden Tag.“ 
Unzählige Male hat Carrie diesen Satz zu ihrem fünfjährigen Sohn Charlie gesagt, so auch an jenem Sommertag an der Küste von Norfolk, als ein langer Schatten auf ihr Leben fiel: Sie hatte nur für einen Moment die Augen geschlossen, und als sie sie wieder aufschlug, war Charlie fort. Auch drei Jahre später bestimmt dieses traumatische Ereignis noch Carries Leben, als sie zufällig die alleinerziehende Mutter Molly kennenlernt. Doch noch können die beiden Frauen nicht ahnen, dass an jenem Tag am Strand eine Verbindung entstanden ist, die ihrer beider Schicksal bestimmen wird …
Welche Verbindung besteht wohl zwischen zwei Müttern, die sich an einem Tag am Strand zufällig treffen und dann direkt wieder aus den Augen verlieren? Für Carrie ist es der schlimmste Tag in ihrem Leben. Der Tag an dem sie Charlie verlor.

Eine Geschichte über das Loslassen und Weitermachen.
 Meine Meinung
Zu verfolgen wie Carrie ihren Alltag meistert, nach dem Verlust ihres einzigen Kindes fand ich schaurig, aber auch meisterhaft. Eine schwierige Situation, mit der in diesem Buch wirklich sehr vorsichtig umgegangen wird.
Zu Beginn wird einem die Verbindung der beiden Mütter nicht sehr deutlich. Der regelmäßige Wechsel zwischen den Erinnerungen und aktuellen Erlebnissen von Carrie und Molly, sorgen für ein sehr verzwicktes vorankommen innerhalb der Geschichte. Es dauert sehr lange bis die Geschichte wirklich Fahrt aufnimmt. Das Buch an sich ist aber sehr schnell gelesen.
 In ihrer Verzweiflung klammert sich Carrie an jeden Strohhalm. Denn die Leiche von Charlie wurde nie gefunden. Mollys Sohn lernte Charlie an jenem Tag am Strand kennen und auch wenn sich die Jungen danach nie wieder sahen, hat Mollys Sohn plötzlich einen Imaginären Freund, der auf den Namen Charlie hört. Anfangs fand ich das sehr befremdlich. Als dann Carrie von ihrer Mutter zu einem Medium geschleppt wird , das Stimmen aus dem Jenseits empfängt, wird es noch viel abstruser. Das Ganze gleitet irgendwann ins unglaubwürdige ab.
 Fazit
 Insgesamt fand ich Ich lass dich nicht los doch sehr spannend, auch wenn alle Szenen rund um das Medium für mich sehr fantastisch erschienen. Das ist einfach nichts für mich. Trotzdem fand ich die traurigen Situationen der Mütter sehr fürsorglich gestaltet. Das Buch war ein ständiges auf und ab. Ein starkes Wechselbad der Gefühle.

Paula Hawkins – Girl on the Train

Paula Hawkins ♣ Girl on the Train
blanvalet ♣ 448 Seiten ♣  12,99 € ♣ 5/5 Punkte
Jeden Morgen pendelt Rachel mit dem Zug in die Stadt, und jeden Morgen hält der Zug an der gleichen Stelle auf der Strecke an. Rachel blickt in die Gärten der umliegenden Häuser, beobachtet ihre Bewohner. Oft sieht sie ein junges Paar: Jess und Jason nennt Rachel die beiden. Sie führen – wie es scheint – ein perfektes Leben. Ein Leben, wie Rachel es sich wünscht.

Eines Tages beobachtet sie etwas Schockierendes. Kurz darauf liest sie in der Zeitung vom Verschwinden einer Frau – daneben ein Foto von »Jess«. Rachel meldet ihre Beobachtung der Polizei und verstrickt sich damit unentrinnbar in die folgenden Ereignisse …

Rachel verfolgt immer wieder den gleichen Tagesrhythmus und denkt sich Geschichten zu den Bewohnern der Häuser aus, an denen ihr Zug morgens entlang driftet. Geschichten von Prinz und Prinzessin, mit denen sie ihr eigenes elendiges Leben kompensieren möchte. Das ganze hilft ein kleines bisschen um sich einzurden alles wäre ok so. Doch eines Morgens beobachtet sie die Prinzessin auf der Terrasse ihres Hauses mit einem anderen Mann. Schockiert bricht Rachels Weltbild zusammen und sie wird schlagartig an die Realität zurück erinnert. Erinnert an ihr eigenes Schicksal…
Meine Meinung
Es gibt einige Dinge an Girl on the Train, die das Buch für mich von der Masse abheben und die Geschichte zu etwas besonderem gemacht haben. Anfangen würde ich aber vielleicht am liebsten damit, dass ich das Buch nicht als Thriller bezeichnen würde. Auch haben wir keine absolut eindeutigen Elemente eines Krimis und so würde ich auch eindeutig sagen, dass es sich bei Girl on the Train um einen sehr spannenden Roman handelt. So wie es eben auch auf dem Cover des Buches deklariert wird. Ganz unabhängig davon, dass es in der Presse als „Thriller des Jahres“ beworben wird. Ich kann dem nicht wirklich zustimmen.

Trotzdem war das Buch ein großer Page-Turner für mich. Spannend! Seite für Seite! Protagonistin Rachel ist ein sehr vielseitiger Charakter, den man weder mögen noch hassen muss. Irgendwie bleibt man als Leser immer noch auf einer sehr distanzierten beobachtenden Seite. Obgleich ich zwischendurch Mitleid mit ihr hatte, hat mir gerade die Beobachter-Position sehr gut gefallen.
Rachel ist auch wirklich kein Charakter den man mit vollem Enthusiasmus in sein Herz schließt. Sie ist dem Alkoholismus verfallen und ihr Leben ist nach der Scheidung völlig aus den Fugen geraten. Und obwohl sie vor ein paar Monaten ihren Job verloren hat, pendelt sie noch immer jeden Morgen nach London und wieder zurück, um den Schein für ihre Mitmenschen aufrecht zu erhalten.
Ihre Geschichte ist an einigen Stellen wirklich tragisch und eine Verkettung trauriger Ereignisse. Man kann aber im Endeffekt niemandem die vollkommene Schuld für alles geben.

Die Beleuchtung aller Ereignisse aus mehreren Perspektiven, durch die sich die Geschichte erst zusammen puzzelte, fand ich sehr gut gelungen. Neben Megan, der vermissten Frau, die Rachel über Monate beobachtet hat, rückt auch die neue Frau von Rachels Ex-Mann Anna in den Fokus. Denn Anna und Tom wohnen ein paar Häuser neben Megan. Rachels alter Wohngegend. Und während Rachel zwischen Fantasien, Erinnerungen und der Realität im Alkoholsuff hin und her taumelt, läuft der Täter noch frei herum. Eine sehr komplexe Geschichte, bei der man erst am Ende die Erleuchtung findet.

 Fazit
 Mir hat Girl on the Train von der ersten bis zur letzten Seite gefallen. Bereits im ersten Drittel hatte ich eine Vermutung bezüglich des Täters, der sich letztlich bewahrheitete. Trotzdem war es auf keiner Seite langweilig und ich wartete darauf herauszufinden, wie man den Täter überführt. Wirklich sehr lesenswert.