Wir lesen Frauen – Adventskalender 8.12. – Jana Oltersdorff

Der #WirlesenFrauen-Neujahrskalender präsentiert euch vom 1.12.2019 bis zum 6.1.2020 63 Autorinnen und ihre Werke. Lernt neue Schriftstellerinnen kennen und findet großartigen Lesestoff! Heute bei mir: Jana Oltersdorff, die ihre Chefin das Gruseln lehrte. Bei Eva auf Schreibtrieb könnt ihr heute außerdem Nina Bilinzky kennenlernen.

Schreibtrieb: Liebe Jana, hast du mal nachgeschaut, wie das Verhältnis Autor/Autorin in deinem Bücherregal ist?

Jana Oltersdorff: Ich habe es nicht im Detail geprüft, weiß aber, dass da wesentlich mehr Bücher von männlichen Autoren stehen. Woran das liegt? Ich lese bevorzugt Horror, Science-Fiction, Makabres, und da haben mich vor allem die Bücher von Stephen King, Clive Barker, Terry Pratchett und Douglas Adams beeindruckt und zu einem gewissen Grad auch in meinem eigenen Schaffen geprägt. Besonders Stephen King war meine „Einstiegsdroge“ in die Welt des Horrors. Deshalb dominieren die Werke dieser Herren mein Bücherregal. Aber wenn ich genauer hinschaue, kann ich einige großartige Bücher, geschrieben von Frauen, entdecken, allen voran die Vampirromane von Anne Rice, die Harry-Potter-Reihe von J. K. Rowling oder den sagenhaft gruseligen Roman „Winter People“ von Jennifer McMahon.

Schreibtrieb: Wie reagierst du selbst, wenn jemand sagt, dein Schreiben sei ja nur „Hobby“?

Jana Oltersdorff: Na ja, ich gebe den Leuten da oft sogar recht. In meinem Fall ist es tatsächlich so, dass ich das Schreiben nicht hauptberuflich betreibe und nicht davon leben muss – zum Glück. Ich habe mit dem Schreiben als Hobby begonnen, bis es sich so weiterentwickelt hat, dass ich es inzwischen als „semiprofessionelle Freizeitbeschäftigung“ bezeichne. Ich liebe es, ich möchte nicht mehr ohne sein und nehme es verdammt ernst damit. Und wer sagt, dass man ein Hobby nicht ernsthaft und wie ein Profi betreiben kann?

Schreibtrieb: Schreiben und alles andere vergessen, das kennst du bestimmt auch. Was passiert, wenn du beim Schreiben die Zeit vergisst?

Jana Oltersdorff: Ich wache irgendwann aus meinem Schreibflow auf und stelle fest, dass es weit nach Mitternacht ist. Ich bin eine Spät-abends-bis-in-die-Nacht-rein-Schreiberin. Problem: ich muss früh raus und fit sein für den Brotjob. Im Idealfall habe ich bis zu besagtem Moment mitten in der Nacht aber eine neue Kurzgeschichte fertig geschrieben, und das wiegt dann alles auf, auch die Augenringe und den immensen Kaffeeverbrauch am nächsten Tag.

Schreibtrieb: Bei dem Wetter habe ich fast immer eine Tasse Tee bei der Hand. Was ist dein Lieblingsgetränk für kalte Wintertage?

Jana Oltersdorff: Das ist eigentlich mein Lieblingsgetränk das ganze Jahr: Ein frisch gebrühter Kaffee mit etwas Milch. Aber hin und wieder eine schöne heiße Schokolade ist auch ein feines Getränk in der Winterzeit.

Schreibtrieb: Mhm, heiße Schokolade. Lecker. Woran schreibst du gerade?

Jana Oltersdorff: Ich arbeite an einem Buch mit Kurzgeschichten. Aber selbst für mich als erfahrene Autorin von Kurzgeschichten wird dieses Buch eine Herausforderung sein. Denn es handelt sich um sogenannte Mikrofiction, also Kürzestgeschichten mit meist nicht mehr als 250 Wörtern. Zusätzlich muss jede Geschichte in mein Lieblingsgenre Horror passen, mal subtil, mal blutig, mal einfach böse und hier und da auch ziemlich witzig. Außerdem soll dieses Buch von vorne bis hinten illustriert sein. Zu jeder einzelnen Geschichte fertigt eine junge, talentierte Künstlerin kleine Illustrationen an. Dadurch wird das Buch zu einer Gute-Nacht-Geschichten-Buch für Erwachsene, wobei ich jetzt nicht garantieren möchte, dass meine Leserinnen anschließend ruhig schlafen können. Ach ja, einen Titel hat das Buch auch schon: „Gänsehautpralinen“.

Schreibtrieb: Das klingt wirklich nach einem Leckerbissen für Leseliebhaber:innen. Wem sollte man dein Buch schenken?

Jana Oltersdorff: Es sollte auf jeden Fall eine Person sein, die sowohl Kurzgeschichten als auch spannende, gruselige Geschichten mag. Selbst mein Märchenbuch „Des Nachts im finstren Wald“ ist nichts für zartbesaitete Gemüter, denn es handelt sich um teilweise richtig unheimliche Schauermärchen. Wer sich gerne gruselt, wer kein Problem damit hat, dass eine Geschichte auch mal ziemlich böse und schlecht für die Protagonisten ausgeht, der wird vermutlich Gefallen an meinen Büchern finden.

Schreibtrieb: Was ist das tollste Kompliment, das du je zu deinen Büchern bekommen hast?

Jana Oltersdorff: Ja, also … im ersten Augenblick klang es gar nicht wie ein Kompliment, als meine Chefin, die mitgekriegt hatte, dass ich schreibe, mir verkündete, sie hätte eine meiner Kurzgeschichtensammlungen gelesen: „Oh Gott, Sie schreiben ja schreckliche Sachen. Ich lese nie wieder was von Ihnen! Da kriegt man ja Albträume!“ Aber inzwischen erzähle ich diese Anekdote immer grinsend und finde es ziemlich cool. (Und sie mochte meine Geschichten, das habe ich ihr angemerkt, es war nur so gar nicht das, was sie sonst so liest.)

Schreibtrieb: Klingt als hätte sie gar nicht geahnt, was alles in dir steckt. Lass uns zum Ende noch ein bisschen assoziieren:

Tee oder Kaffee: Kaffee!
Märchen oder Thriller: Märchen!
Heizung oder Kamin: Heizung!
Lila oder Orange: Lila!
Sofa oder Sessel: Sofa!

Blind Date gefällig?

Klappentext:

Hatten Sie auch schon einmal eine dunkle Begegnung?

Der Mann im Fahrstuhl, dessen Gesicht man nicht sieht. Ein Onlineflirt, der irgendwie außer Kontrolle gerät. Das hübsche Mädchen auf dem Jahrmarkt, das hinter seinem Lächeln etwas zu verbergen scheint. Das eigene Kind, das sich seit dieser Sache im Kindergarten merkwürdig verhält. Der vermeintlich risikofreie Seitensprung, der zum Albtraum mutiert. Der neue Nachbar, der plötzlich nachts im Waschkeller auftaucht. Oder es ist der Tod selbst, der am Ende der letzten Reise wartet.

Das Fremde, der Schatten im Nebel, die Bewegung im Augenwinkel – in den Geschichten in diesem Buch bekommen sie ein Gesicht.

Bereit für ein Blind Date auf der dunklen Seite? Dann treten Sie näher …

Für unseren #WirlesenFrauen Neujahrskalender hat Jana Oltersdorff etwas fein Unheimliches mitgebracht. Ihr könnt ein signiertes Print von Dunkle Begegnungen gewinnen, wenn ihr ausschließlich bei Eva auf Blog im Formular verratet, was euch zum Gruseln bringt.
Das Gewinnspiel bis zum 15.12.19, 23:59, der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Zum Gewinnspiel

Wir lesen Frauen – Adventskalender 4.12. – Paulina Bordihn

 

Der #WirlesenFrauen-Neujahrskalender präsentiert euch vom 1.12.2019 bis zum 6.1.2020 63 Autorinnen und ihre Werke. Lernt neue Schriftstellerinnen kennen und findet großartigen Lesestoff! Heute bei mir: Jungautorin Paulina Bordihn, die sich immer wieder von der Götterwelt inspirieren lässt. Bei Eva auf Schreibtrieb lest ihr heute ein Interview mit Dee Voight.

 

Schreibtrieb: Hallo, Paulina. Du hast bereits einige Geschichten in Anthologien veröffentlicht. Wie reagierst du, wenn jemand sagt, dein Schreiben sei ja nur “Hobby”?

Paulina Bordihn: Die Sache ist, dass ich eigentlich nichts dagegen sagen kann. Ich verdiene nicht viel an meinen Büchern und das ist ja, was für die Meisten Arbeit ausmacht. Manchmal habe ich nur das Gefühl, dass “Hobby” ein Wort ist, dass die Arbeit kleinredet, die viele nicht-selbstständige AutorInnen in ihre Bücher stecken. Klar, ich mache das alles, weil es mir Spaß macht, aber das heißt nicht, dass ich trotzdem hart dafür schufte, ein gutes Buch auf den Markt zu bringen, es verkauft zu kriegen und Co. Am Ende des Tages sollte es mich aber auch nicht stören – ich weiß, was und wofür ich es mache und sollte mich nicht von Anderen unterkriegen lassen.

Schreibtrieb: Das klingt nach einem guten Weg. Welche andere Autorin bewunderst du?

Paulina Bordihn: Nur eine? Gerade in der englischen Literatur gibt es so viele Autorinnen, auf die ich immer schwören werde. Ganz oben steht für mich aktuell Holly Black, die gerade in englisch-sprachigen Leserkreisen für ihre “The Folk of Air” Reihe bekannt ist. Jedes ihrer Bücher greift einfach von der ersten Seite, ihre Charaktere sind hinterhältig, klever, lustig und voller Emotionen. An Holly Black liebe ich, wie sie mit dem Plot spielt, wie sie Erwartungen der Leser abwendet und einen in jedem Kapitel erneut überrascht. Für mich und meine Projekte ist Holly Black ein absolutes Vorbild und ich hoffe, durch ihre Bücher auch etwas mehr über mein eigenes Schreiben lernen zu können.

Schreibtrieb: Das ist immer ein Gewinn. Wie ist das bei dir, welches ist dein Lieblingsgetränk für kalte Wintertage?

Paulina Bordihn: Im Dezember machen wir immer Pauli-gerechten Glühwein. Das ist eigentlich nur aufgewärmter Johannisbeersaft, schmeckt aber einfach nur himmlisch und mit einem kleinen Schuss Rum (natürlich nur für alle im richtigen Alter!) kann man sich die Festtage köstlich warm halten. Ansonsten trinke ich gerade im Winter sehr viele heiße Zitronen – die halten dann hoffentlich auch die fiesen Erkältungen fern von mir.

Schreibtrieb: Oh ja, einen Winter ohne heiße Zitrone kann ich mir gar nicht vorstellen. Was ist dein Patentrezept für Weihnachtsstimmung?

Paulina Bordihn: Wer mich kennt oder mir auf Instagram folgt, weiß wahrscheinlich, dass ich nicht viel brauche, um in die richtige Weihnachtsstimmung zu kommen. Weihnachten ist meine absolut liebste Zeit des Jahres und ich freue mich schon im August darauf. Für mich gibt es aber einige Zutaten, die einem Abend das richtige Weihnachtsgefühl geben. Bunte Lichterketten und Kerzen, der Duft von ausgepusteten Streichhölzern. Am Besten noch Kekse und ein gute Buch mit Weihnachtsgeschichten, dass man vor dem Adventskranz lesen kann. Aber wenn ich ehrlich bin, könnte man auch nur “Weihnachten” in meiner Anwesenheit sagen und ich explodiere in einer Wolke aus Lametta, Spekulatius und “Wham!” Platten.

Schreibtrieb: Klingt – äh – weihnachtlich^^. Wenn du nicht gerade „Last Christmas“ schmetterst, woran schreibst du dann gerade?

Paulina Bordihn: Aktuell gibt es einige Projekte, die ich im Petto habe. Ganz oben steht “AHA” (Aphrodite Hephaistos Ares) – eine Liebesgeschichte, wie der Olymp sie zuvor noch nie gesehen hat. Für 2020 arbeite ich mittlerweile auch an meiner großen Reihe zur griechischen Mythologie, die neues Licht auf altbekannte Charaktere werfen wird. Ihr merkt – in meinen Schreibprojekten geht es immer sehr göttlich vor!

Schreibtrieb: Ja, das ist mir aufgefallen. Was würdest du heute anders schreiben?

Paulina Bordihn: Vieles. So vieles. Da ich seit 2012 (mit ca. 14) Jahren Romane schreibe, kann ich mich noch gut genug an die dummen Dinge erinnern, die ich manchmal fabriziert habe, weil ich es einfach nicht besser wurde. In 2015 habe ich die erste Rohfassung eines Romanes zur germanischen Mythologie geschrieben, die am Ende aber noch zu stark von Marvel inspiriert war. Mir ist erst über die Jahre und mit mehr Recherche und Erfahrung aufgefallen, wie falsch ich viele Charaktere und Kreaturen dargestellt habe und wie viel Inspiration ich eigentlich aus den Thor-Filmen gezogen habe, ohne es zu wissen.

Und natürlich sind meine Bücher auch diverser geworden, seit ich mich aktiv mit dem Thema beschäftige. Ich möchte, dass sich Leser aller Arten in meinen Charakteren und deren Geschichten wiedererkennen können und nicht nur eine einzige Kategorie von Person.

Schreibtrieb: Das finde ich klasse. Wenn du wählen müsstest, welches ist deine liebste Figur aus deinen Büchern?

Paulina Bordihn: Das ist ja, als müsste man sich zwischen seinen Kindern entscheiden! Von den Götter-Charakteren, die ich in meinen Geschichten auftauchen lasse, steht Loki wahrscheinlich auf dem ersten Platz. Ich liebe es, den Trickster zu schreiben, gerade wenn er gebrochen und traurig ist. Von meinen eigenen Charakteren gewinnt wahrscheinlich Frazer aus “Ambrosiapollen”. Er ist eine Mischung aus allen meinen liebsten Charakteren in Film und Fernsehen – Lucifer Morningstar hat ganz starken Einfluss auf ihn gehabt und ich liebe kaum einen Charakter so sehr wie Frazer!

Schreibtrieb: Danke, Paulina, für das Interview. Noch eine kleine Assoziationsfrage zum Schluss:

Stern oder Mond: Uff, das ist eine schwierige Frage, weil beide einfach so wunderschön sind. Obwohl ich den Mond liebe und all die Sagen, die um ihn (bzw. sie) gewoben sind, muss ich mich für die Sterne entscheiden. Dieses Jahr habe ich zum ersten Mal die Milchstraße im Nachthimmel gesehen und gegen dieses Lichtermeer aus kleinen Sternen kommt der Mond leider nicht an.

Göttlicher Gewinn

Paulina Bordhin hat für euch die Anthologie Götterfunken mitgebracht, die ihr gewinnen könnt. Da gibt es gleich mehrere Autorinnen zu entdecken.


Klappentext:

Wenn das Grollen des Donners sich mit dem Klirren von Nektargläsern vereint.
Für viele Jahre haben die Götter geschlafen.
Jetzt sind sie erwacht und wandeln in den Geschichten von acht aufstrebenden Jungautoren erneut auf der Erde. Begleitet sie von der ägyptischen Wüste in die Berge der Inka, vom Land der Morgensonne bis in den eisigen Norden und darüber hinaus.

„Das erloschene Licht des Eisenwaldes“ von Paulina Bordihn
„Vom Glück, eine Illusion zu sein“ von Dorothe Zürcher
„Vom Gott, der endlich sterben wollte“ von Birthe Kolb
„WILL“ von Elise C. Cartrose
„Sturm gegen die Götter“ von Lucie Müller
„Der Spiegelmacher“ von Bettina Bellmont
„Das Phoenix-Modul“ von Carmen Capiti
„Ampato“ von Julie Fritsche

Neugierig?
Dann verratet mir, welche Göttergeschichte euch modern adaptiert interessieren würde.
Das Gewinnspiel läuft ausschließlich bei Eva auf dem Blog und geht bis zum 11.12.19, 23:59, der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

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Michael Leuchtenberger – Caspars Schatten

Jahrelang haben sie nichts von ihm gehört. Ganz plötzlich lädt Caspar, ein alter Jugendfreund, David und Miriam zu seiner Geburtstagsfeier ein. Misstrauisch sind sie schon ein bisschen, aber doch auch so neugierig. Die Party, mitten im Nichts, in einem alten Gasthof, gestaltet sich zu einem großen Klassentreffen. Doch niemand weiß so ganz genau warum Caspar sie alle eingeladen hat oder was der in den letzten Jahren so gemacht hat.

Als David am nächsten Morgen in einem ihm unbekannten Bett in einem Schloss aufwacht, weiß er gar nicht so genau, wie er dort hingekommen ist. Erst recht nicht, mit welchen Mächten er es hier zu tun hat.

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