Liz Flanagan – Eden Summer

„Wenn wir Eden nicht finden, werde ich mir nie, nie verzeihen, was letzten Samstagabend passiert ist.“

Obwohl die schüchterne Jess und die allseits beliebte Eden so unterschiedlich sind wie Tag und Nacht, kann nichts die beiden trennen. Bis Eden eines Tages spurlos verschwindet! Die Suche nach der vermissten Freundin konfrontiert Jess bald mit dunklen Kapiteln ihrer eigenen Vergangenheit, und dann ist da noch Liam, Edens Freund, mit dem Jess mehr verbindet als sie wahrhaben will.

Liz Flanagan | Eden Summer
Carlsen Verlag | 368 Seiten | 14,95  €


Einzeltitel
Mein empfohlenes Lesealter: ab 14 Jahren

 

Eden Summer liest sich schnell und leicht weg, trotzdem hatte es den einen oder anderen Moment bei dem ich innehalten, gar eine Träne verdrücken musste.Weiterlesen

Neues Futter für ausgehungerte Leseratten

Frischer Wind in die Bude, das können wir doch alle mal gebrauchen. Mir geht der Lesestoff zwar noch nicht aus, aber ich musste ja doch die meisten meiner Schätze vorerst in Münster lassen. Aktuell weiß ich gar nicht genau wo ich meine Bücher alle „lagern“ soll, aber mir fehlt ein wenig meine natürliche Umgebung. Wenn ich den Schreibtisch allerdings noch weiter zustelle, dann komme ich die Tage gar nicht mehr an meine Tastatur. Das wäre dann auch etwas schlecht, nicht wahr?

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Andreas Eschbach – Der Jesus Deal

Wenn Sie mit einer Zeitmaschine in die Zeit von Jesu Kreuzigung reisen könnten – würden Sie versuchen ihn zu retten?
Wer hat das originale Jesus-Video gestohlen? Stephen Foxx war immer überzeugt, dass es Agenten des Vatikans gewesen sein müssen und dass der Überfall ein letzter Versuch war, damit ein unliebsames Dokument aus der Welt zu schaffen.
Es ist schon fast zu spät, als er die Wahrheit erfährt: Tatsächlich steckt eine Gruppierung dahinter, von deren Existenz Stephen zwar weiß, von deren wahrer Macht er aber bis dahin nichts geahnt hat. Die Videokassette spielt eine wesentliche Rolle in einem alten Plan von unglaublichen Dimensionen – einem Plan, der nichts weniger zum Ziel hat als das Ende der Welt, wie wir sie kennen…

Andreas Eschbach | Der Jesus Deal
Lübbe Audio | 442 Minuten 
Keine Empfehlung

Es ist schon einige Jahre her, da hatte ich das Hörbuch zum Jesus-Video mit großer Begeisterung gehört. Auf die Fortsetzung war ich sehr gespannt. Zum Auffrischen der Story habe ich zunächst den ersten Teil ein weiteres Mal gehört. Erschreckend wie viel man doch vergisst. An die Auflösung habe ich mich so gut wie gar nicht erinnern können. Beide Teile werden sehr gut von Sprecher Matthias Koeberlin gelesen. Damit fühlte sich auch das Eintauchen in die zweite Geschichte zunächst sehr einfach an.Weiterlesen

Melanie Raabe – Die Falle

Melanie Raabe ♣ Die Falle
btb ♣ 320 Seiten ♣  11,99 € ♣ 5/5 Punkte
Sie stellt ihm eine Falle. Aber ist er wirklich ein Mörder?

Die bekannte Romanautorin Linda Conrads, 38, ist ihren Fans und der Presse ein Rätsel. Seit gut elf Jahren hat sie keinen Fuß mehr über die Schwelle ihrer Villa am Starnberger See gesetzt. Trotz ihrer Probleme ist Linda höchst erfolgreich. Dass sie darüber hinaus eine schreckliche Erinnerung aus der Vergangenheit quält, wissen nur wenige. Vor vielen Jahren hat Linda ihre jüngere Schwester Anna in einem Blutbad vorgefunden – und den Mörder flüchten sehen. Das Gesicht des Mörders verfolgt sie bis in ihre Träume. Deshalb ist es ein ungeheurer Schock für sie, als sie genau dieses Gesicht eines Tages über ihren Fernseher flimmern sieht. Grund genug für Linda, einen perfiden Plan zu schmieden – sie wird den vermeintlichen Mörder in eine Falle locken. Doch was ist damals in der Tatnacht tatsächlich passiert?

Seit nun mehr als elf Jahren hat die Schriftstellerin Linda ihr Haus nicht mehr verlassen. Ihr eigenes Gefängnis redet sie sich selbst immer aufs Neue schön. Viele interpretieren ihren Rückzug als Schuldeingeständnis. Der Mord an ihrer Schwester ist längst in Vergessenheit geraten, als sie den Mörder eines Morgens im Fernsehen wiedersieht.
Mit einem Buch im Buch schafft es Melanie Raabe die Ebenen verschwimmen zu lassen, so dass auch der Leser am Ende nicht mehr genau weiß wem er Glauben schenken soll.
Das Buch im Buch
Die Falle ist ein Buch das sich auf zwei Ebenen abspielt, welche im unmittelbaren Zusammenhang zueinander stehen. Hauptszenerie des Buches ist natürlich die Geschichte um die Schriftstellerin Linda Conrads, die sich nach dem Mord an ihrer Schwester immer weiter zurückgezogen hat. Soweit dass sie nicht einmal mehr ihr Haus verlässt. Ihre Assistentin kümmert sich um ihre Einkäufe und führt auch ihren Hund aus. Diese Schiene des Buches funktioniert auch völlig frei, ohne die zweite.
Nachdem Linda den Mörder ihrer Schwester im Fernsehen gesehen hat, plant die eigentliche Romanautorin einen Krimi, und lädt besagten Journalisten zu einem Interview zu sich ein. Dort will sie ihn ganz konkret stellen und natürlich auch des Mordes an ihrer Schwester überführen.

Die zweite Ebene des Buches ist dieser Krimi, den Linda Conrads verfasst hat. Hier versucht Linda ihre Erinnerungen an den Mord an ihrer Schwester zu verarbeiten und verfasst diesen als Kriminalroman. Diesen bekommt der Leser ebenfalls in Auszügen zu lesen. So erfahren wir auch einiges um die Ereignisse von vor elf Jahren. Dabei verwischen aber natürlich Realität und Fiktion.

 Meine Meinung
Melanie Raabes Schreibstil hat ein bisschen was poetisches. Das Buch hat kunstvoll ausgeschmückte Szenen, in denen man sich verlieren kann, so wie die Protagonistin sich in ihrem Haus, ihrer eigenen Welt gewissermaßen verliert. An manchen Stellen besitzt das Buch, durch Nutzung des Staccato-Stils, auch den Ausdruck einer gewissen Nüchternheit, mit der sich Linda Conrads durch ihren Alltag quält.

Und obwohl man zu Beginn des Buches von unserer Protagonistin schon eine Lösung serviert bekommt, schafft es Frau Raabe, dass man sich immer wieder fragt: War das wirklich so? Plötzlich zweifelt man an sich. Wie gut hat man aufgepasst? Habe ich wirklich nichts überlesen? Vielleicht lügt sie ja doch? Das macht es unheimlich spannend die Geschichte wirklich bis zum Ende zu verfolgen.

Fazit
Mit sehr großer Vorfreude habe ich das Buch begonnen. Genauso gerne habe ich es gelesen. Mit ganz persönlicher Note und einem außergewöhnlichen Schreibstil wird das Buch noch lange in Erinnerung bleiben. Große Leseempfehlung!

S.K. Tremayne – Eisige Schwestern

S.K. Tremayne ♣ Eisige Schwestern
Knaur ♣ 400 Seiten ♣  14,99 € ♣ 3/5 Punkte
Ein Jahr nachdem die sechsjährige Lydia durch einen tragischen Unfall ums Leben kam, sind ihre Eltern Sarah und Angus psychisch am Ende. Um neu anzufangen, ziehen sie zusammen mit Lydias Zwillingsschwester Kirstie auf eine atemberaubend schöne Privatinsel der schottischen Hebriden. Doch auch hier finden sie keine Ruhe. Kirstie behauptet steif und fest, sie sei in Wirklichkeit Lydia, die Eltern hätten den falschen Zwilling beerdigt. Bald hüllen Winternebel die Insel ein, Angus ist beruflich oft abwesend, und bei Sarah schleicht sich das unheimliche Gefühl ein, etwas stimme nicht. Zunehmend fragt sie sich, welches ihrer Mädchen lebt. Als ein heftiger Sturm aufzieht, sind Sarah und Kirstie komplett isoliert und den Geistern der Vergangenheit ausgeliefert.

Etwas das man niemandem wünscht und so grausam, dass man es sich gar nicht erst ausmalen mag: Ein Elternpaar verliert eines ihrer Kinder. Für die Familie Moorcroft ist es doppelt so schwer, denn Kirstie hat ihre Zwillingsschwester verloren. Tagtäglich sind Eltern und Kind durch einen einzigen Blick an den Verlust im vergangenen Jahr erinnert. Der Umzug nach Schottland auf die Insel, die sie geerbt haben, lässt neue Hoffnung aufkeimen. Doch Kirstie scheint immer mehr ihre Identität zu verlieren und behauptet sie wäre Lydia. Ist ihnen vor einem Jahr tatsächlich ein so grausamer Fehler unterlaufen?
Meine Meinung
Alleine wenn ich immer wieder bloß an den Klappentext denke, dann läuft mir immer noch ein Schauer über den Rücken. Geschildert aus der Sicht der Mutter Sarah, und kurzen Zwischenkapiteln von Vater Angus, begleitet man das Ehepaar ein Jahr nach dem Tod ihres eigenen Kindes auf dem Weg in ein neues Leben. Aber in ein Besseres?

Das Buch legt einen sehr guten Start hin. Die Charaktere in ihrer verzweifelten Situation hatten mich sehr schnell in ihrem Bann. Ich wollte einfach wissen: Was ist passiert? Wie geht es weiter? Alleine die Vorstellung, das Kind unter dem falschen Namen beerdigt zu haben und das noch lebende Kind ein gesamtes Jahr über, beim falschen Namen genannt zu haben – Da kräuseln sich mir die Nackenhaare und der Magen dreht sich um. Furchtbar! Aber genau das scheint passiert zu sein. In einer so schrecklichen Situation sind Verwirrtheit und Ängste völlig verständlich.

Leider muss ich sagen, dass sich die Handlung nach dem Umzug auf die einsame Insel irgendwie doch sehr zuspitzte und psychisch sehr abgedreht verläuft. Ich kann nicht genau erklären, ob es vielleicht daran lag, dass wir die Geschichte hauptsächlich aus Sarahs Sicht erfahren haben. Doch je mehr das Buch sich dem Ende näherte, desto abgedrehter und meines Erachtens unrealistischer wurde es.

 Fazit
Eine Geschichte mit sehr starkem Potenzial, die sich gegen Ende nicht selbstverwirklichen konnte.