Wendelin van Draanen – Acht Wochen Wüste

Das Buch wurde mir vom Magellan Verlag als Leseexemplar zur Verfügung gestellt. Die Rezension beinhaltet ausschließlich meine persönliche Meinung. Für den Beitrag habe ich kein Geld erhalten.
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Als Wren unsanft geweckt wird, liegt alles im Nebel. Sie erkennt erst nicht wo sie ist und wer da eigentlich mit ihr spricht. Wren ist im Vollrausch. Dann legt sich der Schleier und ihr wird klar, dass nichts mehr so ist wie zuvor. Zunächst erkennt sie ihre ältere Schwester, Anabella – diese Petze, dann auch ihre Eltern. Und im Flur steht ein Polizist. Wren versteht die Welt nicht mehr, doch der Mann nimmt sie mit. Ihr Vater hat bereits die Tasche gepackt und draußen wartet ein Wagen auf sie. Mit dem Flugzeug geht es dann nach Salt Lake City. Dort angekommen startet sie ihren Fluchtversuch. Doch es gibt kein Entkommen. Wren landet im nächsten Auto. Mit verbundenen Augen geht es in die Wüste ins Erziehungscamp. Acht Wochen sollen sie zu einem anderen Menschen machen.

Was muss ein Kind getan haben damit die Eltern es in ein so extremes Camp stecken? Wrens Habseligkeiten beschränken sich auf eine Flasche Wasser, die Kleidung die sie anhat und ein paar Dinge mit denen sie sich eine Schlafplane bauen kann. Es bleibt bei dem bisschen Wasser. Sie muss lernen sich selbst neues zu sammeln. Es gibt keine Möglichkeit sich zu duschen. Am Anfang dürfen die anderen Mädchen in ihrer Gruppe nicht mit ihr reden. Wenn sie mit Spaten auf dem Weg ist, um sich ein Loch zu schaufeln, muss sie dabei laut zählen, sodass die Betreuer sie hören können und sicher sein können, dass sie nicht flüchtet.

Wren ist eine starke Figur, wenn auch gebrochen. Ich würde nicht sagen, dass das Camp sie bricht. Viele Dinge, die zuvor passiert sind, haben sie klein gemacht. Ich könnte jetzt in der Klischeekiste kramen und sagen: Falsche Freunde, falsche Entscheidungen, aber Wrens Geschichte ist doch sehr persönlich und auf viele Dinge hatte sie selbst gar keinen so großen Einfluss und ist irgendwie auch hineingeschlittert. Es war schon schmerzlich zu beobachten, wie zwischendurch auch das Vertrauen und die Hoffnung diesen jungen Menschen verlassen hat. Wren hat mit Sicherheit auch viele Dinge falsch gemacht, aber letztlich war sie mir durchweg eine sympathische Figur. Ihre Entwicklung fand ich bewundernswert zu beobachten. Ich hätte in dem Camp mit Sicherheit nicht so lange überlebt.

Ich weiß, dass Bücher ein Ende haben müssen. Ich habe Wren aber sehr liebgewonnen und hätte auch gerne gesehen, wie sie anschließend wieder in den Alltag zurückfinden muss. Wie sich die Beziehung zu ihren Eltern und Geschwistern entwickelt. Aber so ist das leider ja mit jeder guten Geschichte. Irgendwann ist sie zu Ende. Ich spreche für diesen Abenteuerroman jedenfalls eine sehr große Leseempfehlung aus. Mir hat Acht Wochen Wüste sehr gut gefallen.


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Das Buch habe ich seitens des Verlags als Leseexemplar bekommen. Für die Rezension habe ich kein Geld erhalten.

Der nachfolgende Link führt zur Internetseite des Verlages.

Wendelin van Draanen | Acht Wochen Wüste
Aus dem Engl. von Jessika Komina und Sandra Koffinke
Magellan Verlag | 335 Seiten

Kommentare

  1. Liebe Chrissi,

    Das buch ist ja für mich bisher so ein Jahreshighlight aufgrund der intensiven Auseinandersetzung der Protagonistin mit isch selbst und wie sie sich selbst wieder zusammenflickt. das muss man erstmal unter den Widrigkeiten schaffen, aber wahrscheinlich ist das auch der Schlüssel gewesen.

    Das Ende war mir ausreichend, da der Wink, was Wren demnächst machen wird schon dabei war.

    Liebe Grüße
    Tina

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