#WirlesenFrauen – Literaturklassiker

Hallo zusammen.

Mit einem Tag Verspätung und damit auch nicht mehr ganz rechtzeitig für den #femtember möchte ich heute mit euch über Autorinnen von Literaturklassikern sprechen.

Welche Bücher fallen euch ein, wenn ihr an Klassiker denkt? Fallen euch sofort Bücher von Frauen ein?
Auch wenn ich erst ein Buch von ihr gelesen haben, fällt mir persönlich als erstes Jane Austen ein. Danach Charles Dickens, Mark Twain oder Oscar Wilde. Ganz schnell lande ich dann aber auch bei den üblichen Verdächtigen, die ich in der Schule gelesen habe: Max Frisch, Theodor Fontane, Thomas Mann. Und da wird es mit den Frauen dann auch schon wieder dünn. Habt ihr in eurer Schulzeit Bücher von Frauen gelesen? Ich habe versucht zu rekonstruieren, welche Lektüren ich alle lesen musste, aus den Jahrgängen in der Mittelstufe fallen mir nicht mehr alle Bücher ein, aber ich glaube es war kein einziges von einer Frau dabei! Für Lehrer mag das an manchen Stellen gar nicht so einfach sein, weil es im Abitur ja nun mal Pflichtlektüren gibt, wo sie dann keinen Einfluss darauf haben. Aber gerade in der Mittelstufe gibt es größeren Spielraum für Klassiker und andere Lektüren von Frauen. Hier gibt es also an sehr vielen Stellen im System Nachholbedarf. Umso wichtiger ist es vielleicht auch erstmal auf ein paar Klassiker aufmerksam zu machen.

Als ich mich im Rahmen meiner persönlichen Klassiker Bucket-List mit dem Thema Klassiker beschäftigt habe, sind auch dort nur sechs Bücher von Frauen gelandet. 6 von 50! Wirklich wenig. Ich möchte aber auch anmerken, dass ich bei der Auswahl der Liste an vielen Stellen nicht darauf geachtet habe, wer das Buch geschrieben hat, sondern worum es in dem Buch geht. Bei meiner persönlichen Bucket-List soll es ja auch darum gehen, dass ich mir Klassiker näherbringe, die ich selbst sehr gerne lesen möchte. Sie ist also sehr individuell und keine von diesen „Diese 50 Klassiker müssen sie unbedingt gelesen haben“ Listen.
Auf meiner Bucket-List stehen diese Sechs Klassiker von Autorinnen:

Jane Austen – Northanger Abbey
Jane Austen Mansfield Park
Charlotte Bronte – Jane Eyre*
Emily Bronte – Sturmhöhe *
Helene Hanff – Charing Cross Road *
Alice Munroe – Tanz der seligen Geister

Die mit einem Sternchen markierten Bücher befinden sich bereits in meinem Besitz. Die Bucket-List habe ich Ende 2017 zusammengestellt. Seitdem habe ich bereits Charing Cross Road, sowie den Folgeband Die Herzogin der Bloomsbury Street von Helene Hanff gelesen. Als Buchliebhaber entführte mich Hanff in eine ganz andere Welt und Zeit, als es noch eine Menge Antiquariate gab und Bücher in der Gesellschaft noch einen ganz anderen Wert hatten. Sehr mitreißend, berührend und auf jeden Fall zu empfehlen.

Wie oben bereits erwähnt habe ich bereits ein Buch von Jane Austen gelesen: Emma. Da ich das Buch bereits mehrere Male und bereits vor einiger Zeit gelesen hatte, kam es selbstverständlich nicht mehr auf die Bucket-List. Für viele ist Stolz und Vorurteil das Werk von Austen. Ich kenne hier nur die Verfilmung mit Keira Knightley und Matthew Macfadyen. Aus Recherchezwecken wollte ich den Film letzte Woche eigentlich gerne noch mal gesehen haben, weil ich ihn eigentlich in schlechter Erinnerung habe, aber ich hatte nicht die Gelegenheit.
Emma hat mich verzaubert. Die Geschichte von Emma Woodhouse und Mr. George Knightley hat wirklich was märchenhaftes. Emma ist eine bezaubernde junge Frau, die bei ihrem Vater lebt und ihr größtes Hobby ist es andere zu verheiraten. Sie selbst ist überzeugt davon für immer alleinstehend bleiben zu wollen. Bei diesem Buch muss man so viel Lachen und mitfiebern. Wenn ihr also mal einen Klassiker von Jane Austen lesen wollt ist Emma meine Empfehlung. Ich liebe auch die BBC Verfilmung von 2009 mit Romola Garai und Jonny Lee Miller.

Emma wurde gerade ganz frisch von Gabriele Kempf-Allié und ihrem Mann Manfred Allié ins deutsche Übersetz. Die neue Ausgabe ist beim Fischer Verlag erschienen und ich habe mich direkt in das Buch verliebt. Ganz hochwertig im Schuber, mit Lesebändchen, illustriert. Ich bin ganz begeistert. Den stolzen Preis von 38 Euro für die Neuübersetzung sollte man nicht unerwähnt lassen, ich finde sie allerdings gerechtfertigt.

Bei mir im Regal wohnen außerdem bereits Jane Eyre von Charlotte Bronte und Sturmhöhe von Emily Bronte. Neben Jane Austen dürften die drei Bronte Schwestern mit zu den bekannteren Autorinnen unter den Klassikern gehören. Sturmhöhe hat mich als Story immer sehr fasziniert. Leider ist es ja oft so: Man nimmt sich die Lektüre vor und kommt dann irgendwie doch nicht dazu das Buch zu lesen. Jane Eyre habe ich erst vor einigen Wochen im Urlaub gekauft. Bei der Entdeckung der Anaconda Ausgabe konnte ich dann nicht widerstehen. Ich würde an dieser Stelle gerne behaupten, dass ich die beiden Bücher möglichst zeitnahe lesen möchte, aber das wäre gelogen. Aktuell habe ich sie nicht auf der Leseliste eingeplant, aber das macht nichts. Irgendwann wird sich ein Zeitpunkt ergeben.

Zum Abschluss lasse ich mir sehr gerne Bücher von euch empfehlen.
Welchen Klassiker einer Autorin sollte ich unbedingt lesen?

Viele liebe Grüße
Eure Chrissi

Kommentare

  1. Ein toller Beitrag. Ich muss gestehen leider kamen Bücher in der Realschule bei uns zu kurz. Da gab es immer nur dünne Taschenbücher von dtf oder rororo. Das einzige wohl sehr bekannte Buch war dann das Tagebuch der Anne Frank. Klassiker der Literatur wie Jane Austen oder Charles Dickens kamen leider nicht vor. Dafür versuche ich sie nun Stück für Stück zu lesen. Als Teenager habe ich allerdings schon selbst Janes Austen für mich entdeckt. Ich bin übrigens Fan der Pride and Preujudice Verfilmung der BBC mit Colin Firth 🙂
    Jane Eyre habe ich auch als Teenager als Film gesehen. Mich locken ja gerade die tollen Bücher vom Coppenrath Verlag. Da hätte ich schon gerne Sturmhöhe, Jane Eyre oder Stolz und Vorurteil…ja die Sammelleidenschaft.
    Ich mag aber auch so Kinder/Jugendklassiker wie „Der geheime Garten“,“Die kleine Prinzessin Sarah“, „Betty und ihre Schwestern“. Ein Klassiker den ich erst als Film sah „Vom Winde verweht“, ich war so begeistert, dass ich den alten Schinken aus dem Regal meiner Oma entführte und direkt lass. Das Buch habe ich auch schon oft gelesen. Meine Schulfreundinnen konnten dann mit meiner Buchwahl nicht immer was anfangen.
    liebe Grüße
    Sandra

    • Chrissi

      Liebe Sandra,

      leider besteht für Schulen immer noch sehr viel Nachholbedarf, wir müssen immer wieder darauf aufmerksam machen, dass dort noch ein Defizit vorliegt.
      Die Tatsache, dass wir und viele andere ja auch Klassiker-Leselisten mit Büchern von Frauen erstellen, zeigt ja eindeutig, dass wir diese Bücher auch lesen wollen – ganz unabhängig davon dass man Autorinnen mehr Gehör schenken sollte.
      Von der BBC Verfilmung mit Colin Firth habe schon ein paar Clips auf YouTube gesehen, aber das hat mir auch nicht so gut gefallen.
      Die Coppenrath Ausgaben habe ich auch bereits begutachtet. Sturmhöhe juckt mir ja unter den Fingern, ist mit 30€ ja auch nicht so viel günstiger, wie meine neue Emma Ausgabe. Da ich das Buch aber noch nicht gelesen habe und nicht weiß, ob es mir dann gefällt …

      Liebe Grüße
      Chrissi

  2. Hallo Chrissi,

    ich lese unheimlich gern Klassiker und habe da meine eigene Leseliste, die leider auch von männlichen Autoren dominiert wird. Trotzdem war schon der eine oder andere tolle Klassiker aus der Feder einer Autorin dabei.

    Sehr kurzweilig fand ich „Das kunstseidene Mädchen“ von Irmgard Keun. Eine Art „Sex and the City“ in der ausgehenden Weimarer Republik.

    Empfehlen kann ich auch „Wer die Nachtigall stört“ von Harper Lee.
    Ihr „Gehe hin und stelle einen Wächter“ fand ich nicht annähernd so gelungen.

    Beeindruckend und voll von progressiven Ideen ist Alice Walkers „Die Farbe Lila“, eines meiner Lieblingsbücher in diesem Jahr.

    Unbekannt, aber sehr prägend – u.a. für Orwells 1984 – ist der dystopische Roman der schwedischen Autorin Karin Boye „Kallocain“ über eine Wahrheitsdroge in einem totalitären Staat.

    Vielleicht sind ja einige Klassiker dabei, die dir gefallen.

    Viele Grüße
    Jana

  3. Chrissi

    Hallo Jana,

    vielen Dank für deine vielen Tipps.
    „Das kunstseidene Mädchen“ habe ich ganz verdrängt. Das muss unbedingt auf meine Merkliste.
    Die Bücher von Harper Lee haben mich bis jetzt tatsächlich noch nicht so interessiert. Die anderen Bücher muss ich mir am Wochenende mal in Ruhe ansehen.

    Liebe Grüße
    Chrissi

  4. Liebe Chrissi,
    mir fiel als erstes auch Jane Austen ein. Und dann hört es bei Klassikern in Verbindung mit weiblichen Autoren für mich auch schon auf. Bei weitere Überlegung ist für mich auch irgendwie „Vom Winde verweht“ ein Klassiker, der von Margaret Mitchell geschrieben wurde. Ich persönlich finde „Anna Karenina“ von Leo Tolstoi unter den Klassikern ganz gut, wobei der auch schwere Kost ist. Wobei es sich bei dieser Empfehlung leider nicht um eine Autorin handelt.
    LG Kerstin

    • Chrissi

      Hallo Kerstin.
      Ich habe Anna Karenina tatsächlich auch auf der Bucket List und bereits das Hörbuch (gesprochen von Ulrich Noethen) hier liegen, bin aber leider noch nicht dazu gekommen es zu hören. Es ist ja doch auch ein sehr langes Vergnügen.

      Liebe Grüße
      Chrissi

  5. Rene

    Ich wurde seinerzeit von „Lelia“ von George Sand herausgefordert. George Sand teilte hier ihren Lebensphasen je einen Charakter zu und ließ diese miteinander agieren (naive Kindheit, begehrende Jugend, resignierendes mittleres Alter, erfahrenes vorangeschrittenes Lebensalter). Der Roman ist in Form von Briefen bzw Anreden gehalten, sodass immer nur ein Charakter das Wort hat. Er ist eine Auseinandersetzung mit sich selbst.

    Allerdings schwer zu lesen, ich brauchte vier Anläufe, bis ich das Buch so verstanden habe wie oben beschrieben. Viele, die das Buch gelesen haben erkennen keinen Sinn in ihm, lesen einfach der Sprache wegen. Wahrscheinlich liege ich mit meiner Deutung auch falsch, aber mich hat´s gemartert, bei den ersten Versuchen nichts verstanden zu haben. Ich bin einfach nur froh so halb meinen Frieden mit „Lelia“ gemacht zu haben.

    Darüberhinaus habe ich noch „Nanon“ von ihr gelesen. Ebenfalls ein Frauenroman, in welchem sich Nanon zu Zeiten der Revolution durchschlagen muss.

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